Trendreport 2026: Was Kreative jetzt wirklich brauchen, um gebucht zu werden

Shownotes

2026 ist kein Jahr für »mehr machen«. Es ist ein Jahr für Fokus: um klarer zu denken, bewusster zu entscheiden und sichtbar zu werden – ohne dich zu verbiegen.

In dieser Episode nehme ich dich mit in meinen Trendreport 2026 für die Kreativwirtschaft. Ich spreche darüber, welche Entwicklungen Illustratorinnen und Designernnen real betreffen – jenseits von Weltuntergangsstimmung und KI-Hype – und was das ganz konkret für deine Akquise und Positionierung bedeutet.

In dieser Folge erfährst du:

  • warum professionelle Kreativleistungen auch 2026 nicht verschwinden
  • weshalb Beratung zur zentralen Leistung für selbstständige Kreative wird
  • was Kund*innen heute bereit sind zu bezahlen – und warum
  • wie du den Mehrwert deiner Arbeit sichtbar machst
  • warum weniger Akquise gerade wirksamer ist als mehr
  • wieso Personenmarke eher etwas mit Autorenschaft als mit Selbstvermarktung zu tun hat
  • welche Akquise-Kanäle in Zeiten von KI-Content wirklich tragen

Ich teile meine Einschätzungen bewusst klar und persönlich – und gebe dir konkrete Ansatzpunkte, wie du dich in den kommenden Monaten selbstbestimmt aufstellen kannst.

Für wen ist diese Folge besonders relevant?

  • Illustratorinnen und Designerinnen in der Solo-Selbstständigkeit
  • Kreative, die 2025 wirtschaftlich herausfordernd fanden
  • alle, die sich klar positionieren wollen, anstatt im Content-Lärm unterzugehen
  • Kreative, die Beratung, Haltung und Akquise zusammen denken wollen

Hinweis in eigener Sache: Wenn du merkst, dass du deine Positionierung und Akquise 2026 strategisch angehen willst, dann ist die Portfolio-Akademie genau dafür gemacht.

Mein 14-wöchiges Live-Gruppenprogramm startet am 2. März 2026. Du kannst dich kostenlos und unverbindlich auf die Warteliste setzen lassen: 👉 www.diegutemappe.de/pa

Und zum Schluss interessiert mich deine Perspektive: Welche Trends nimmst du für 2026 wahr – und was hat dich in dieser Folge überrascht?



Alle Infos zur Folge #186 inklusive Links und einem kompletten Transkript findest du in den Shownotes.

Im Portfolio-Podcast erfährst du, wie du mit deiner kreativen Arbeit mehr Aufträge akquirierst – aber eben auch wie du dafür sorgst, dass dein Herz weiterhin für deine kreative Arbeit brennt – auch mit dem ganzen Brimbamborium, den der Berufsalltag von selbstständigen Designer:innen und Illustrator:innen so mit sich bringt.

Dr. Franziska Walther ist selbst Designerin, Illustratorin und Autorin – und Expertin für Positionierung und Akquise in der Kreativwirtschaft. Sie unterstützt seit über 10 Jahren Menschen dabei, sich in der Kreativwirtschaft nachhaltig zu positionieren und wirksame Akquise zu machen.


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Du hast Themenvorschläge oder Fragen, die du gern im Podcast hören würdest? Oder du möchtest selbst mal im Podcast dein Wissen teilen? Schick mir gern eine Email an ja-ich-will@diegutemappe.de mit deiner Idee.


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Disclaimer: Der Podcast will und kann eine rechtssichere, psychotherapeutische oder medizinische Beratung nicht ersetzen. Die hier geteilten Inhalte basieren auf meinen persönlichen Erfahrungen und sind konkrete Einzelfall-Beschreibungen. Deshalb hafte ich nicht für die hier geäußerten Inhalte. Die zur Verfügung gestellten Informationen begründen auch kein Beratungsverhältnis. Bitte triff deine Entscheidungen für dich selbst und hole dir im Zweifelsfall rechtliche oder andersweitige Unterstützung. Die gesammelten Informationen spiegeln den Stand des Veröffentlichungsdatums wider.

Transkript anzeigen

00:00:00: Dr. Franziska Walther: Tadaa! 2026 ist da. Vielleicht geht es dir wie mir. Ich kann immer noch nicht so richtig glauben, dass jetzt schon 2026 ist. 2025 war ein rasend schnell das Jahr für mich – und puff. Jetzt sind wir schon 2026. Für das wünsche ich Dir aber ganz viel Freude, selbstbestimmte Entscheidungen und Erfolg in einer kreativen Selbstständigkeit. Aber natürlich gibt es neben deinen persönlichen Wünschen, Träumen und Zielen auch externe Entwicklungen und Trends in der Kreativwirtschaft, die in den kommenden Monaten deinen Weg mit beeinflussen werden.

00:00:40: Dr. Franziska Walther: Und deshalb stelle ich dir heute meine Trend-Prognose für das Jahr 2026 vor. Also die Dinge, von denen ich glaube, dass sie die Kreativwirtschaft und die Arbeitsbedingungen vieler Kreativer beeinflussen werden. Wenn du die auf dem Schirm hast, dann kannst du dich in den kommenden zwölf Monaten dazu selbst bestimmt verhalten. Und damit das so richtig gut klappt, habe ich dir auch konkrete Handlungsempfehlungen formuliert.

00:01:07: Dr. Franziska Walther: Klingt gut? Let’s go! Herzlich willkommen im Portfolio-Podcast. Hier erfährst du, wie du mit deiner kreativen Arbeit gut zu der passende Aufträge akquiriert und wie du gleichzeitig dafür sorgt, dass dein Herz weiterhin für deine kreative Arbeit brennt. Auch mit dem ganzen Brimbamborium, den der Berufsalltag eine kreative Selbstständigkeit so mit sich bringt. Ich bin Franziska Walther und jetzt geht’s los. Wenn du die letzten vier Jahre nicht unter einem Stein gelebt hast, dann hast du bestimmt auch schon gefühlte tausend Mal vom Ende der Kreativwirtschaft durch generative KI gehört.

00:01:49: Dr. Franziska Walther: Zumindest geht es mir so. Ich kann es ehrlich gesagt nicht mehr hören. Und es hat mich viel Kraft gekostet, diese Botschaften immer wieder wahrzunehmen und trotzdem mutig und engagiert weiterzumachen. Vielleicht ging es dir ja auch so? Wenn das so ist, dann freue ich mich besonders, dass ich heute eine gute Nachricht für dich habe. Denn nach vier Jahren Weltuntergangsstimmung, finde ich, ist es Zeit, dass wir hier mal Resümee ziehen.

00:02:14: Dr. Franziska Walther: Und wenn wir das jetzt hier so machen, dann stellen wir fest: Nein, die düstere Zukunftsvision hat sich nicht bewahrheitet. Das Sprichwort dagegen schon: Totgesagte leben länger. Seit vier Jahren posaunen unzählige Internet-Gurus und CEOs der Tech-Unternehmen herum, dass mit Generativer KI niemand mehr Illustrator*innen, Fotograf*innen, Buchgestalter*innen und Branding Expert*innen brauchen wird. Dass Websites mit drei Prompts erstellt werden können und dass sich Texte von alleine schreiben. Weil jetzt alles mit KI geht.

00:02:48: Dr. Franziska Walther: Und nach vier Jahren zeigt sich: So schwarzweiß ist es nicht. Und damit sind wir schon bei Trend #1. Und der lautet: Die Mehrzahl an professionellen Kreativ-Leistungen werden weiterhin von Menschen umgesetzt. Auch in 2026 werden Kreative weiterhin beauftragt werden, für Kund*innen zu illustrieren, Bücher zu gestalten, Porträts zu fotografieren, Webseiten zu bauen und Marken-Strategien zu entwickeln.

00:03:16: Dr. Franziska Walther: Und dafür gibt es einen guten Grund. Denn viele Gestaltungsaufgaben sind keine linearen Prozesse, bei denen von Anfang an das Ergebnis feststeht. Das wäre ja die Grundvoraussetzung, damit man sie mit einem Prompt beschreiben kann. Der kreative Prozess ist aber eben kein linearer Weg von A nach B, ganz im Gegenteil. Er ist nonlinear, also ein komplexes Wegsystem, bei dem man oftmals nicht bei B ankommt, obwohl man das eigentlich wollte.

00:03:46: Dr. Franziska Walther: Sondern bei C oder vielleicht auch bei 135. Außerdem erzeugt der kreative Prozess beim Machen immanent, also aus sich selbst heraus, neues Wissen. Deshalb ist es eine ziemlich schlechte Idee, diesen Prozess mit zielgerichteten Textprompts überspringen zu wollen. Dann hat man nämlich einfach weniger Wissen. Dadurch ist das Ergebnis dann schlechter, als wenn man sich die Zeit nehmen und das Geld in die Hand nehmen würde, um

00:04:12: Dr. Franziska Walther: mit der Unterstützung von Expert*innen durch diesen kreativen Prozess zu gehen. Und das ist eine gute Überleitung zu Trend #2. Und der lautet: Beratung wird eine wichtige Kernleistung in der Kreativwirtschaft. Und ja, ich weiß, das ist jetzt keine großartige Neuigkeit. Aber Beratung als Leistung braucht für uns Kreative so einen neuen Platz im Selbstbild. Denn auch wenn alle Menschen das Bedürfnis und die Fähigkeit in sich tragen, sich aktiv auszudrücken, so sind nicht alle Menschen Expert*innen in einem kreativen Feld.

00:04:50: Dr. Franziska Walther: Illustration, Fotografie, Buchgestaltung, Typografie, Markenentwicklung, Webdesign – all das sind Professionen, die eine Ausbildung voraussetzen. Nicht ohne Grund dauert ein Design-Studium üblicherweise mehrere Jahre. Das in dieser Zeit erarbeitete Fachwissen zusammen in Verbindung mit Erfahrung, die man über die Jahre sammelt, ermöglicht es Kreativen, die Ergebnisse des kreativen Prozesses zu bewerten und auch zu optimieren. Das bedeutet, dass selbst wenn generative KI es Kund*innen ermöglichen würde, durch einen nonlinearen kreativen Prozess hindurchzugehen,

00:05:27: Dr. Franziska Walther: Es braucht trotzdem immer noch Fachwissen und Expertise, um gute Ergebnisse von mittelmäßigen bis schlechten zu unterscheiden. Und das bedeutet, dass Kund*innen von der Begleitung und Beratung durch Expert*innen massiv profitieren. Das haben sie eigentlich schon immer. Aber viele von uns Kreativen haben die Beratung oftmals einfach so mitgemacht, als unsichtbare Leistung, ohne dass sie als KernLeistung in den Mittelpunkt gerückt wurde.

00:05:54: Dr. Franziska Walther: Und 2026 ist ein guter Moment, das zu ändern. Kolleg*innen, denen es gelingt, ihre Beratungsleistungen als Teil ihres Angebots zu kommunizieren, werden mehr Geld verdienen. Und damit sind wir auch schon bei den konkreten Schritten, die du gehen kannst. Schritt #1 heißt: Eigne dir wirtschaftliches Wissen an. Denn um Beratung als Kernleistung anzubieten, brauchst du ein Grundverständnis, wie deine Kund*innen von deiner Arbeit monetär profitieren.

00:06:25: Dr. Franziska Walther: Denn nur wenn sie das auch sehen können, sind sie auch bereit, dich gut zu bezahlen. Und es ist deine Aufgabe, ihnen zu erklären, welchen Nutzen sie von deiner Arbeit monetär haben. Dazu brauchst du neben deiner Kreativ-Expertise aber eben auch wirtschaftliches Wissen. Und das Coole ist: Das kannst du lernen. Genau. Und dann gibt es noch Schritt #2.

00:06:47: Dr. Franziska Walther: Berate und begleite deine Kund*innen bewusst. Dazu ist für viele Kreative ein Mindset-Switch notwendig. Weg von »Sag mir, was du brauchst« hin zu »Ich unterstütze dich, herauszufinden, was du brauchst«. Und wenn du das machst, dann wird dir auffallen, dass Kreativleistungen eben oft auch eine psychologische Komponente haben. Wie die meisten anderen Dienstleistungen auch. Hier mal ein Beispiel. Wenn du krank bist, dann möchtest du ja auch, dass die medizinische Fachperson dir zuhört, dich begleitet und dir hilft, gute und selbstbestimmte Entscheidungen für dich zu treffen.

00:07:25: Dr. Franziska Walther: Natürlich würde es auch reichen, die Symptome mit einem Text zu formulieren und der darauf generierten Anleitung zu folgen. Viel trinken, Nasentropfen, zweimal am Tag inhalieren und vielleicht mal rausgehen, spazieren gehen, Frischluft. Aber das Gefühl, von einem Menschen gehört und gesehen zu werden, mit den eigenen Sorgen und Problemen, führt eben oftmals dazu, dass wir schneller gesund werden, weniger Schmerzen haben und uns insgesamt besser fühlen.

00:07:52: Dr. Franziska Walther: Und deinen Kund*innen geht das mit ihren Design-Problemen nicht anders. Wenn du in diese Beratungsrolle hineinwächst, dann wird dir auch klar werden, dass es immer Menschen geben wird, die es sich leisten wollen, lieber von einem echten Menschen gesehen, gehört und begleitet zu werden als von einem Chatbot. Beratung macht ein Kreativ-Business dementsprechend zukunftsfähig. Und hier eine kurze Randnotiz in eigener Sache. Wenn du jetzt denkst: Ja, klingt gut, aber wie bekomme ich das alles hin?

00:08:23: Dr. Franziska Walther: Dann lade ich dich jemand ganz herzlich in die Portfolio-Akademie ein. Die Portfolio-Akademie ist mein 14 wöchige Live-Gruppen-Programm für Designer*innen und Illustrator*innen. Und darin positionierst du dich nachhaltig, also sowohl künstlerisch wie auch wirtschaftlich. In der Portfolio-Akademie analysierst du, was du künstlerisch gut kannst. Aber du machst eben zum Beispiel auch eine Marktanalyse und verstehst deine Kund*innen danach wirtschaftlich besser.

00:08:51: Dr. Franziska Walther: So kannst du dann deine Kund*innen danach auch besser beraten. Diesen Weg gehst du aber nicht alleine, sondern mit meiner Unterstützung und zusammen mit gleichgesinnten Kreativen. Denn gemeinsam geht einfach mal alles so viel leichter. Die nächste Portfolio-Akademie startet am 2. März 2026 und du kannst dich jetzt schon unverbindlich und für 0 € auf eine Warteliste eintragen. Und ja, es lohnt sich auf der Warteliste zu stehen.

00:09:18: Dr. Franziska Walther: Denn die letzten Male waren die 30 verfügbaren Plätze innerhalb weniger Tage vergeben. Genau. Die unverbindliche Warteliste findest du auf der Seite www.diegutemappe.de/pa. P wie Portfolio und A wie Akademie. Und dort stehen auch noch ein paar ergänzende Infos dazu. So, Ende Randnotiz. Weiter geht’s. Denn ja, vielleicht denkst du jetzt: Kann ja alles sein, Franziska. Beratung – gut und schön.

00:09:47: Dr. Franziska Walther: Aber ich berate meine Kund*innen schon, werde dafür auch schon bezahlt. Und 2025 war trotzdem kacke. Ich seh dich. Und ich will das überhaupt nicht kleinreden. 2025 war für viele Kolleg*innen wirtschaftlich hart. Das liegt aber nur zum kleinen Teil an den KI-Entwicklungen und zu viel größeren Teilen an der wirtschaftlichen Situation. Wir spüren alle die Auswirkung der geopolitischen Unsicherheiten und Umwälzungen.

00:10:15: Dr. Franziska Walther: Gleichzeitig befindet sich Deutschland jetzt schon offiziell seit 2023 in einer Rezession, also in einer Phase, in der die Wirtschaft schrumpft. In Österreich sieht es nicht großartig anders aus. Und Solo-Selbstständige spüren die Folgen davon. Denn wenn Unternehmen wirtschaftlich nicht wachsen, dann wird gespart. Und Spar-Zeiten sorgen für zwei Dinge: für weniger »gute« Aufträge und für mehr Wettbewerb. Eine wichtige Frage für 2026 ist also: Wer gibt immer noch und bestenfalls gerne Geld für kreative Arbeit aus?

00:10:52: Dr. Franziska Walther: Im Dezember 2025 hat die Illustratoren Organisation den aktuellen Untersuchungsbericht zur Berufslage von Illustrator*innen veröffentlicht. Wenn du dir hier mal die durchschnittlichen Stundensätze der verschiedenen Marktsegmente anschaust, dann wird dir etwas Interessantes auffallen. Die drei Märkte, auf denen aktuell die höchsten Stundensätze erreicht werden, nämlich bis zu 178 € pro Stunde (exklusive Nutzungsrechte) sind allesamt Kreativleistungen, bei denen die kreative Person physisch anwesend ist.

00:11:27: Dr. Franziska Walther: Bzw. neben der eigentlichen Designleistung auch eine performative Leistung erbringt. So hohe Stundensätze sind nämlich im Bereich »Graphic Recording bzw. Sketchnotes« möglich. Aber auch als Eventzeichner*in oder als Kalligraf*in bzw. auf dem Lettering-Markt, wo Kreative häufig auch live kalligrafieren bzw. lettern. Jetzt könntest du dich natürlich entscheiden, dass du jetzt auch ins Live-Business einsteigst. Und ja, das ist für einige sicherlich eine gute Idee.

00:11:59: Dr. Franziska Walther: Aber nicht alle wollen oder können das. Und das ist auch okay. Denn ich glaube, es gibt noch einen zweiten Grund für die guten Honoraren. Und den kannst du gut auf andere Märkte adaptieren. Ich glaube, dass es vielen Kund*innen oft leichtfällt, den Wert einer performativen Leistung zu sehen. Denn sie sind ja mit dabei. Live und in Farbe. Wenn sie also zum Beispiel eine Event-Zeichnerin für eine Veranstaltung buchen, dann sehen sie direkt, dass ihre Gäste begeistert sind und sich freuen, eine live entstandene Zeichnung als Erinnerung mit nach Hause nehmen zu können.

00:12:33: Dr. Franziska Walther: Der Wert, der durch das Live-Zeichnen für die Kund*innen entsteht, ist sichtbar und spürbar und in vielen Fällen sogar messbar – mit mehr Verkäufen, mehr Gästen, mehr positiven Feedback. Ähnlich ist es beim Graphic Recording. Da steht am Ende einer Session eine vollgezeichnete Wand als Beweis für all das, was in den letzten Stunden geschehen ist. Und bucht ein Modeunternehmen eine Kalligrafin, damit diese vor Ort und ganz exklusiv Produkte beschriftet, dann ist der Wert, der dadurch entsteht, auch sofort sichtbar und eben häufig sogar messbar: durch bessere Verkäufe.

00:13:11: Dr. Franziska Walther: Es fällt Kund*innen bei Live-Veranstaltungen also sehr leicht, den Wert, der durch die kreative Arbeit entsteht, zu erkennen. Und deshalb sind sie auch bereit, Geld dafür auszugeben. Damit sind wir bei Trend #3: Kreative, die sichtbaren Mehrwert erzeugen, werden gebucht. In anderen Marktsegmenten, im Grafikdesign und in vielen Bereichen der Illustration, fehlt diese direkte Sichtbarkeit des Wertes oft.

00:13:39: Dr. Franziska Walther: Insbesondere wenn die Beratung fehlt. Für viele Kund*innen fühlt sich die Zusammenarbeit mit Kreativen dann oft so an: Es gibt ein Gespräch. Sie beschreiben, was sie brauchen, und drei Wochen später kommt jemand vorbei und präsentiert eine Lösung. Dieser Prozess fühlt sich für Kund*innen nicht so großartig anders an, als wenn sie ihr Problem bei ChatGPT eingeben. Das Problem ist aber nicht, dass kein Mehrwert entsteht durch die kreative Leistung, sondern dass Kund*innen den Mehrwert nicht sehen können.

00:14:07: Dr. Franziska Walther: Sie können nicht sehen, was die kreative Leistung für sie wirklich bewirkt. Und hier kommst du ins Spiel. Denn wenn dir klar ist, dass es für deine Kund*innen essenziell ist, die Vorteile deiner Arbeit zu sehen, zu spüren, zu messen, dann hast du die Möglichkeit zu überlegen, wie du das machen kannst. Und hier sind wir schon bei den Handlungsempfehlungen. Dabei helfen dir Werkzeuge und Tools, Datenanalysen für deine Kund*innen zu erstellen und auszuwerten.

00:14:35: Dr. Franziska Walther: Bau zum Beispiel Umfragen als ein Analyse-Tool in deinen kreativen Prozess ein. Auch 20 Antworten von Testpersonen sind schon interessant und geben einen Einblick in die Perspektive der Zielgruppe. Oder analysiere die Social-Media-Profile deiner Kund*innen, um Vorlieben und Trends zu erkennen. Viele Daten sind heute öffentlich einsehbar, zum Beispiel Likes und die Anzahl an Kommentaren oder wie oft ein Post geteilt wurde.

00:15:02: Dr. Franziska Walther: Zahlen helfen dir dabei, den Mehrwert deiner Arbeit für deine Kund*innen greifbar und schwarz auf weiß sichtbar zu machen. Und diese Zahlen gilt es dann, mit wirksamer Akquise zu kommunizieren. Und damit sind wir schon bei Trend #4. Weniger, aber bewusste Akquise. Wirksam wird deine Akquise in 2026, wenn du zwei Dinge machst. Einmal sollten deine Akquise kanalübergreifend sein.

00:15:30: Dr. Franziska Walther: Das bedeutet, dass du für jedes deiner Angebote konsistent mehrere Akquise-Kanäle nutzt, um dieses Angebot vor genau der richtigen Zielgruppe sichtbar zu machen. Zeitgleich auf mehreren Kanälen. Damit einher kommt aber eine typische Hürde, mit der sich viele kreative in den letzten Jahren konfrontiert sahen. Mit generativer KI können schneller mehr Inhalte erzeugt werden und diese werden auch immer mehr gepostet.

00:15:59: Dr. Franziska Walther: Auf Instagram wurde in 2025 so viel Content gepostet, dass einfach nicht mehr genug Menschen da sind, um sich all diese Inhalte anzusehen. Deshalb sinkt seit einigen Jahren die Reichweite auf Instagram stetig. Gleichzeitig wird das Internet mit einer Flut von leeren, nichtssagenden KI-generierten Inhalten überschwemmt und dadurch entsteht so ein Dauer-Lärm von leerem Content, der alles übertönt. Für kreative Selbstständige wird es deshalb immer schwerer, vor Kund*innen sichtbar zu werden.

00:16:33: Dr. Franziska Walther: Denn dazu müssen wir uns durch diesen Lärm hindurch kämpfen. Und dabei gibt es dann zwei Möglichkeiten, wie du damit umgehen kannst. Entweder mehr machen. Also mehr Instagram-Posts, mehr LinkedIn-Posts. Mehr, mehr, mehr! Um über die reine Kraft der Masse durch den Lärm hindurch zu grätschen. Das ist allerdings ein Kraftakt und den werden die wenigsten langfristig aufrechterhalten können. Aber das Gute ist, wir haben noch eine zweite Möglichkeit, denn wir können auch weniger machen, aber uns dafür auf genau die Dinge fokussieren, die viel bringen.

00:17:09: Dr. Franziska Walther: Und das bedeutet zum Beispiel: Anstatt jede Woche zwei Tage damit zu verbringen, Instagram mit Content zu befüllen, könntest du auch einmal in der Woche auf ein Netzwerktreffen gehen. Oder du könntest einen Blogpost passgenau für deine Zielgruppe schreiben oder deine Kund*innen im echten Leben auf einen Kaffee treffen. Weniger machen heißt nicht nur noch einen Akquise-Kanal zu haben, sondern es bedeutet, dass du dich bewusst für wenige wirksame Kanäle entscheidest und diese langfristig konsistent spielst.

00:17:44: Dr. Franziska Walther: Und ja, das Schlagwort ist hier konsistent. Denn wenn du weniger machst und dementsprechend weniger gesehen wirst, wird die Konsistenz deiner Akquise wirklich, wirklich wichtig. Denn die erzeugt Wiedererkennbarkeit auch mit wenigen Kontaktpunkte. Und wie machst du das? Zuallererst mal, in dem du dich als Personenmarke aufbaust. In all dem Lärm wirst du nur gefunden und beauftragt, wenn Menschen wissen, wer du bist, was du machst und wenn sie dich dafür schätzen.

00:18:16: Dr. Franziska Walther: Personenmarke bedeutet ja genau das. Du hast ein starkes Netzwerk und eine gute Reputation aufgebaut. Menschen kennen dich und wissen, für welche Themen und Marktsegmente du stehst. Leider wurde der Begriff Personenmarke in den letzten Jahren etwas ausgeleiert und wird von vielen negativ bewertet: als die kapitalistische Vermarktung von Menschlichkeit. Und deshalb habe ich die letzten Wochen viel über einen neuen Begriff nachgedacht, der sich vielleicht auch so ein bisschen besser anfühlt.

00:18:44: Dr. Franziska Walther: Und für mich bedeutet Personenmarke Autorenschaft. Denn als Personenmarke bist du eine Stimme, eine sichtbare Stimme. Damit deine menschliche Stimme aber sichtbar wird, brauchst du zuallererst eine Plattform, auf der du regelmäßig sprichst: einen Newsletter, einen Blog, regelmäßige Publikationen in Magazinen, Interviews und Podcasts oder auch deine eigenen Bücher. Und in dem du publiziert, beziehst du dann auch Haltung.

00:19:15: Dr. Franziska Walther: Kreative, die ausschließlich mit ihrer fachlichen Exzellenz überzeugen wollen, haben es einfach immer schwerer. Aber indem du deine Gedanken und Ideen teilst, wirst du zu einer Stimme deiner Branche und baust so auch über die Zeit Reputation auf. Und vielleicht denkst du ja jetzt: Aber über was schreibe ich denn dann jetzt? Und ja. Um Haltung zu beziehen und regelmäßig zu publizieren,

00:19:40: Dr. Franziska Walther: brauchst du ein Thema. Wähle dazu eins aus, das dich so interessiert, dass du mindestens drei Jahre dazu regelmäßig deine Gedanken und Ideen teilen kannst. Und dann mach genau das. Konsistent! Und zwar inhaltlich konsistent wie auch gestalterisch konsistent. Gestalte also deine Außendarstellung ganzheitlich. Kund*innen suchen Kreative, die über verschiedene Kanäle, also über die Website, über Social Media und über Portfolio Webseiten auffindbar sind.

00:20:13: Dr. Franziska Walther: Diese kanal-übergreifende Auffindbarkeit sorgt für Professionalität. Damit baust du dir Reputation auf und damit erzeugst du Wiedererkennbarkeit. Es gilt also weniger, aber bewusste Akquise zu machen. Und eine Sache, die in 2026 definitiv auch sinnvoll ist, ist persönliche Akquise. Denn im echten Leben gibt es einfach mal weniger Lärm. Dort gibt es kein digitales KI- generiertes Grundrauschen. Gehe also auch auf Konferenzen und auf Netzwerktreffen, mach Ausstellungen, gibt Lesungen, halte Vorträge, gibt Interviews.

00:20:49: Dr. Franziska Walther: Das echte Leben kommt mit einem ganz, ganz großen Vorteil. Denn hier reichen oftmals weniger, aber dafür gezielt ausgewählte Kontaktpunkte. Anstatt dir also ein Bein auszuschenken, um dann am Ende mit deinem 35. Instagram-Karussell endlich mal vor deinem Wunschkontakt aufzuploppen, reicht oftmals schon ein kurzes Gespräch im echten Leben, um positiv in Erinnerung zu bleiben. Denn ja, in Zeiten von KI ist ein Mensch, der dich schon einmal im echten Leben getroffen hat, so viel mehr wert als ein Follower in den sozialen Netzwerken.

00:21:23: Dr. Franziska Walther: Zusammengefasst heißt das also: Du musst also nicht mehr auf allen Hochzeiten tanzen. Ganz im Gegenteil. In 2026 brauchst du Fokus auf wenige Akquisekanäle, sonst wirst du ganz schnell zerrieben vom digitalen Lärm. Und hier noch einmal eine Erinnerung: Wenn du jetzt merkst, dass du das zwar alles ganz sinnvoll findest, aber nicht weißt, wo du starten sollst, dann fühle dich ganz herzlich eingeladen in die Portfolio-Akademie.

00:21:48: Dr. Franziska Walther: Dort positioniert du dich, um am Ende eine klare, zielgerichtete Akquisestrategie umzusetzen, die dafür sorgt, dass deine Arbeit vor genau den Menschen sichtbar wird, die diese auch brauchen. Die unverbindliche Warteliste findest du unter www.diegutemappe.de/pa. Und damit jetzt mal die Frage an dich: Wie geht es dir denn mit 2026?

00:22:15: Dr. Franziska Walther: Welche Trends haben dich vielleicht überrascht und erkennst du noch andere wichtige Entwicklungen? Ich bin wirklich neugierig, wie es dir mit dieser Episode geht. Schreib mir gern, teile deine Gedanken und deine Ideen. Und damit wünsche ich dir für heute alles Liebe. Wir hören uns wieder nächste Woche. Ich freue mich auf dich. Bis dahin. Tschüss.

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