Erfolgreich bleiben in unruhigen Zeiten: 3 Fähigkeiten für selbstständige Kreative
Shownotes
Die Welt fühlt sich gerade für viele selbstständige Illustrator:innen und Designer:innen instabil an: Unsichere Märkte, politische Spannungen, technologische Umbrüche – und dazu die Frage, ob die eigene Arbeit in Zukunft noch gebraucht wird.
In dieser Podcast-Folge geht es nicht um neue Tools, Trends oder schnelleres Arbeiten. Sondern um drei innere Fähigkeiten, die dir helfen, auch in unruhigen Zeiten handlungsfähig, klar und kreativ zu bleiben.
Diese drei Fähigkeiten stehen im Fokus der Folge:
1. Sinn Warum es für deine Positionierung entscheidend ist, den Mehrwert deiner Arbeit zu kennen – und klar benennen zu können. Nicht als Selbstzweck, sondern um relevant für deine Kund:innen zu bleiben.
2. Optimismus Nicht als Schönreden, sondern als trainierbare Haltung. Du erfährst, warum Optimismus eine unternehmerische Fähigkeit ist – und wie deine Erwartungen dein Handeln (und deine Akquise) beeinflussen.
3. Angstfreie Kreativität Warum Angst der größte Kreativitätskiller ist – und weshalb es wichtig ist, Kreativität und Kreativleistung klar zu trennen. Du bekommst konkrete Impulse, wie du Räume für Experimentieren schaffst, ohne dein Business zu gefährden.
Diese Folge ist für dich, wenn du …
- selbstständig als Illustrator:in oder Designer:in arbeitest
- dich gerade verunsichert fühlst, wie es weitergehen soll
- deine kreative Arbeit sinnvoll und wirtschaftlich tragfähig gestalten willst
- Positionierung nicht als Marketing-Trick, sondern als innere Klarheit verstehst
Hinweis in eigener Sache: Wenn du dir wünschst, deine Positionierung zu schärfen, den Mehrwert deiner Arbeit klar zu formulieren und eine nachhaltige Akquise-Strategie zu entwickeln, dann komm gern in die Portfolio-Akademie.
Das 14-wöchige Live-Gruppenprogramm für Designer:innen und Illustrator:innen startet am 2. März 2026.
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Alle Infos zur Folge #188 inklusive Links und einem kompletten Transkript findest du in den Shownotes.
Im Portfolio-Podcast erfährst du, wie du mit deiner kreativen Arbeit mehr Aufträge akquirierst – aber eben auch wie du dafür sorgst, dass dein Herz weiterhin für deine kreative Arbeit brennt – auch mit dem ganzen Brimbamborium, den der Berufsalltag von selbstständigen Designer:innen und Illustrator:innen so mit sich bringt.
Dr. Franziska Walther ist selbst Designerin, Illustratorin und Autorin – und Expertin für Positionierung und Akquise in der Kreativwirtschaft. Sie unterstützt seit über 10 Jahren Menschen dabei, sich in der Kreativwirtschaft nachhaltig zu positionieren und wirksame Akquise zu machen.
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Du hast Themenvorschläge oder Fragen, die du gern im Podcast hören würdest? Oder du möchtest selbst mal im Podcast dein Wissen teilen? Schick mir gern eine Email an ja-ich-will@diegutemappe.de mit deiner Idee.
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Disclaimer: Der Podcast will und kann eine rechtssichere, psychotherapeutische oder medizinische Beratung nicht ersetzen. Die hier geteilten Inhalte basieren auf meinen persönlichen Erfahrungen und sind konkrete Einzelfall-Beschreibungen. Deshalb hafte ich nicht für die hier geäußerten Inhalte. Die zur Verfügung gestellten Informationen begründen auch kein Beratungsverhältnis. Bitte triff deine Entscheidungen für dich selbst und hole dir im Zweifelsfall rechtliche oder andersweitige Unterstützung. Die gesammelten Informationen spiegeln den Stand des Veröffentlichungsdatums wider.
Transkript anzeigen
00:00:00: Dr. Franziska Walther: Vielleicht fragst du dich gerade, wie lange das noch gut geht. Die Unsicherheit, die vielen Veränderungen und dieses Gefühl, dass man ständig reagieren muss, statt selbst zu gestalten. In dieser Folge spreche ich darüber, was selbstständige Illustrator*innen und Designer*innen heute wirklich brauchen, um in unruhigen Zeiten handlungsfähig zu bleiben und weiterhin erfolgreich zu arbeiten. Es geht nicht um Trends, nicht um Tools und auch nicht um Durchhalteparole, sondern um drei innere Voraussetzungen, die dir Orientierung geben, Mut machen und deine Kreativität schützen.
00:00:38: Dr. Franziska Walther: Dinge also, die du aktiv kultivieren kannst. Unabhängig davon, wie sich der Markt entwickelt. Wenn du dir mehr Klarheit, mehr innere Stabilität und eine gesunde Basis für dein kreatives Business wünschst, dann ist diese Folge für dich ... und in diesem Sinne: Herzlich willkommen im Portfolio-Podcast. Hier erfährst du, wie du mit deiner kreativen Arbeit gut zu dir passende Aufträge akquirierst und wie du gleichzeitig dafür sorgst, dass dein Herz weiterhin für deine kreative Arbeit brennt.
00:01:14: Dr. Franziska Walther: Auch mit dem ganzen Brimbamborium, den der Berufsalltag einer kreativen Selbstständigkeit so mit sich bringt. Ich bin Franziska Walther und jetzt geht’s los. Ganz bestimmt hast du in letzter Zeit schon mal einen Podcast gehört oder einen Artikel oder ein Interview gelesen, in dem es um die Zukunft ging. Da hat vielleicht eine hochdotierte Wissenschaftlerin über mögliche Szenarien für die Arbeitswelt in zehn Jahren gesprochen.
00:01:41: Dr. Franziska Walther: Oder ein Tech-CEO hat seine Zukunftsvision beschrieben, wie er sich die Welt in 2028 vorstellt. Und vielleicht hast du dich dabei beobachtet, wie du schildkröten-mäßig deinen Kopf ganz langsam eingezogen und die Luft angehalten hast. Und in dir drin hat vielleicht eine laute Stimme gesagt: Nein, das will ich so nicht. Und ja, wenn es dir wie den meisten geht, dann passiert das in letzter Zeit wahrscheinlich öfters mal. Vielleicht raufst du dir auch ab und an die Haare und denkst: Früher war alles besser.
00:02:13: Dr. Franziska Walther: Und ja, die Welt ist anstrengender geworden. Chaotischer. Politisch werden gerade alle Regeln gebrochen und Strukturen, die über Jahrzehnte für Stabilität gesorgt haben, werden spröde und zerbrechen. Viele Menschen fühlen sich aufgrund der ständigen und immer neuen Krisen und dramatischen Ereignisse überfordert und hilflos. Und dabei scheint es gleichzeitig immer mehr Informationen und Daten zu geben. Aber es ist so viel, dass es sich überwältigend anfühlt und es immer schwerer wird, die Gesamtsituation gut informiert einzuschätzen.
00:02:48: Dr. Franziska Walther: In diesem Kontext ist Langzeit-Planung aktuell fast unmöglich. Denn ja, die Welt kann sich ja jederzeit und schlagartig verändern. Vielleicht machst du dir gerade auch viele Sorgen, wie es mit deiner kreativen Selbstständigkeit weitergeht und was die Zukunft für dich als Illustrator*in und Designer*in bringen wird. Wenn das so wäre, dann bist du damit nicht alleine. Das geht gerade ganz vielen Kolleg*innen so!
00:03:16: Dr. Franziska Walther: Deshalb teile ich heute drei Dinge mit dir, die du brauchst, um durch diese unruhigen Zeiten hindurch zu navigieren. Und diese drei Dinge, die ich heute mit dir teile, die helfen dir, wenn du dich in letzter Zeit gefragt hast, wofür du das eigentlich alles noch machst, ob sich die Anstrengung deiner Selbstständigkeit überhaupt noch lohnt und warum du dich vielleicht auch gerade kreativ so blockiert fühlst.
00:03:40: Dr. Franziska Walther: Dazu teile ich auch ein paar Impulse, die ich letzte Woche bekommen habe. Denn letzte Woche war ich in Helsinki, um mir einen Vortrag anzuhören über »Creative Excellence in Entrepreneurship« von der Britin Hilary Carty. Sie ist die Direktorin von Clore Leadership, einem in London sitzenden Weiterbildungs-Institut für die Kultur und Kreativwirtschaft. Und damit lege ich gleich mal los mit der ersten Sache.
00:04:08: Dr. Franziska Walther: Und die erste Sache ist: Sinn. Was ich in Gesprächen mit Kolleg*innen in letzter Zeit oft gehört habe, ist die Frage: Werden wir überhaupt noch gebraucht? In dieser Frage klingt die Befürchtung mit, dass kreative Arbeit in den nächsten Jahren immer mehr durch neue Technologien ersetzt werden könnte. Und unabhängig davon, dass niemand weiß, ob das wirklich passiert – der Gedanke, gegebenenfalls ersetzbar zu sein, fühlt sich furchtbar an. Und das ist auch ganz normal.
00:04:41: Dr. Franziska Walther: Alle Menschen wollen etwas Sinnvolles und Wertvolles beitragen. Denn Sinnhaftigkeit gibt dem eigenen Tun eine tiefe Bedeutung, ermöglicht Orientierung, Zugehörigkeit und macht zufrieden. Die Frage »Werden wir als Menschen, die in der Kunst und in der kreative Kraft tätig sind, überhaupt noch gebraucht,« ist also nicht nur eine wirtschaftliche, im Sinne von: »Wird es meinen Beruf überhaupt noch geben,« sondern auch eine existenzielle.
00:05:09: Dr. Franziska Walther: Und hier der erste Impuls, den ich aus Helsinki mitgebracht habe. Hilary Carty hat in ihrem Vortrag gesagt, dass wir als kreative nicht erwarten können, automatisch respektiert zu werden, nur weil wir künstlerisch tätige, kreative und liebenswerte Menschen sind. Sie meint: Das, was wir brauchen, ist Relevanz. Deshalb wird die Frage, wer genau von unserer kreativen Arbeit wirklich profitiert, immer wichtiger.
00:05:38: Dr. Franziska Walther: Für mich bedeutet das folgendes: Das, was uns hilft, in diesen unruhigen Zeiten Sinn zu finden, ist ein Grundverständnis, was unsere kreative Arbeit in der Welt bewirkt und für wen. Um in unseren Rollen als Illustrator*in und Designer*in für unsere Auftraggeber*innen relevant zu bleiben, sollten wir uns also auf den Mehrwert fokussieren, den wir mit unserer Arbeit für unsere Kund*innen generieren.
00:06:06: Dr. Franziska Walther: Und hier kann ich dir mit meiner über 15-jährigen Erfahrung in der Zusammenarbeit mit kreativen Selbstständigen berichten, dass es den meisten Kolleg*innen im ersten Schritt total schwer fällt, diesen Mehrwert zu benennen. Also wenn du jetzt denkst: Ja, Franziska, ich glaube, ich kann das nicht so gut. Keine Sorge, du bist damit nicht alleine. Das geht ganz vielen so! Ein ganz typischer Fehler dabei ist, dass wir Leistungen beschreiben, zum Beispiel: Sechs Stunden live zeichnen. Oder dass wir das Endprodukt definieren.
00:06:38: Dr. Franziska Walther: Eine Editorial-Illustration oder die Gestaltung einer 30-seitigen Drucksache. Sowohl die Leistungsbeschreibung als auch die Definition des Endprodukts sind nicht der Mehrwert. Denn der Mehrwert ist das, was ich für die Kund*innen durch deine Arbeit verändert. Die Editorial-Illustration zum Beispiel sorgt dafür, dass das Thema des Artikels inhaltlich noch einmal unterfüttert und ergänzt wird. Das Magazin wird so ansprechender und einladender. Und es wird sich somit besser verkaufen.
00:07:11: Dr. Franziska Walther: Das Live-Zeichnen-Event stärkt die Kundenbindung, kann gut für Branding Strategien genutzt werden und oftmals sorgt so ein Event auch für mehr Sichtbarkeit in den sozialen Netzwerken. Weil Menschen einfach Spaß haben, ihre Erlebnisse zu teilen. Und ja, den Mehrwert unserer Arbeit zu erkennen und zu benennen – das müssen wir lernen, um in Zukunft relevant für unsere Kund*innen zu bleiben. Ich benutze ungern das Wort »müssen«, aber hier ist es wirklich sinnvoll und angebracht.
00:07:43: Dr. Franziska Walther: Aber das Gute ist, das geht. Es ist zwar nichts, das man intuitiv von Anfang an und automatisch können muss, aber es ist eine Fähigkeit, die wir lernen können. Und dazu braucht es vor allen Dingen eins: Genaues Hinsehen. Schau genau hin und überlege, wie sich das Leben deiner Kund*innen durch deine Arbeit verbessert. Können sie die Verbesserung vielleicht sehen oder messen oder auch anfassen?
00:08:09: Dr. Franziska Walther: Und ich verspreche dir, wenn du regelmäßig so hinschaust, wird es dir immer leichter fallen, den Mehrwert deiner Arbeit zu erkennen. Und das Ganze kommt mit mehreren großen Vorteilen daher. Wenn Kreative in der Lage sind, ihren Kund*innen nachvollziehbar und bildhaft zu erklären, was die kreative Arbeit für die Kund*innen bewirkt, dann verstehen diese auch die Relevanz der kreativen Arbeit. Das hilft dir, deine Honorare besser zu kalkulieren und zu verhandeln, denn diese werden ja nicht ausschließlich über die aufgewendete Zeit berechnet, sondern hängen auch vom monetären Mehrwert ab, der dadurch für Auftraggeber*innen entsteht.
00:08:50: Dr. Franziska Walther: Im Prinzip ist das der einzige Weg, wie die Wertschätzung für kreative Arbeit wachsen kann. Denn Wertschätzung kann man nicht einfordern. Wertschätzung entsteht durch ein besseres Verständnis für den Wert der Sache. Vielleicht denkst du dir jetzt: Halt mal, Franziska. Wenn ich über den Sinn meiner kreativen Arbeit nachdenke, dann denke ich an die Freude, die ich habe, wenn ich zeichne oder gestalte.
00:09:15: Dr. Franziska Walther: Und an das Glück, das ich spüre, wenn ich mich kreativ ausdrücke. Hm, ja, verstehe ich. Aber wenn du dich entscheidest, mit deiner kreativen Arbeit, deinen Lebensunterhalt zu verdienen, da gibt es auf einmal zwei Seiten: Die künstlerische Seite und die unternehmerische Seite. Und gerade in aufgewühlten Zeiten halte ich es für essenziell, beide Seiten klar zu sehen, zu unterscheiden und nicht zu vermischen.
00:09:43: Dr. Franziska Walther: Denn der künstlerische Sinn gehört alleine zu dir. Deine Kund*innen sind nicht dafür verantwortlich, dass du dich kreativ erfüllt fühlst und glücklich mit deiner Arbeit bist. Das mag hart klingen, ist es aber nicht. Denn es gibt dir die Gestaltungsmöglichkeit zurück, dich gut um die künstlerische Seite zu kümmern. Und wie du das machst, dazu kommen wir in Ding #3.
00:10:07: Dr. Franziska Walther: Und ja, für unsere Kund*innen sind wir vor allen Dingen Dienstleister*innen, also Menschen, die einen Service anbieten. Diese Rolle gilt es jetzt auszufüllen, in dem du dich darauf fokussierst, wie deine Kund*innen von deiner Kritik und Arbeit profitieren. Apropos: Hier eine kurze Randnotiz dazu in eigener Sache. Wenn du jetzt denkst: Ja, ich möchte, dass meine Kund*innen besser verstehen, was meine Arbeit für sie leistet, damit ich dann damit auch bessere Honorare durchsetzen kann,
00:10:38: Dr. Franziska Walther: Dann bist du ganz herzlich eingeladen in die Portfolio-Akademie. Die Portfolio-Akademie ist mein 14-wöchiges Live-Gruppen-Programm für Designer*innen und Illustrator*innen. Und darin positioniert du dich nachhaltig, sowohl künstlerisch wie auch wirtschaftlich. Und das bedeutet, dass du auch eine Marktanalyse machst, ein klares Angebot mit einem für deine Kund*innen sinnvollen Mehrwert formulierst und dafür eine Akquise-Strategie entwickelst. Diesen Weg gehst du aber nicht alleine, sondern mit meiner Unterstützung und zusammen mit gleichgesinnten Kreativen.
00:11:15: Dr. Franziska Walther: Denn gemeinsam geht einfach mal alles so viel leichter und macht außerdem noch so viel mehr Spaß. Die nächste Portfolio-Akademie startet am 2. März 2026. Und du kannst dich jetzt schon unverbindlich und für 0 Euro auf eine Warteliste eintragen. Und ja, es lohnt sich, auf der Warteliste zu stehen, denn die letzten Male waren die 30 verfügbaren Plätze innerhalb weniger Tage vergeben.
00:11:39: Dr. Franziska Walther: Die unverbindliche Warteliste findest du auf der Seite www.diegutemappe.de/pa/. P wie Portfolio und A wie Akademie. So, Ende Randnotiz. Weiter geht’s. Und damit kommen wir schon zu Ding #2 zwei, das uns hilft, durch diese herausfordernden Zeiten erfolgreich durchzukommen. Und das ist Optimismus. Hilary Carty hat letzte Woche in Helsinki in ihrem Vortrag Optimismus als eine der entscheidenden Fähigkeiten von erfolgreichen Kreativen beschrieben.
00:12:13: Dr. Franziska Walther: Für sie bedeutet Optimismus, dass wir sehen können, was sein könnte. Optimismus ist also die Zuversicht, dass es einen Weg gibt. Und mit der gehst du Aufgaben und Probleme mit einer positiven Erwartungshaltung an. Dabei braucht Optimismus Mut. Es ist deutlich leichter, pessimistisch zu sein. Denn dann brauchst du dir keine Sorgen zu machen, dass du enttäuscht wirst. Unabhängig davon ist es aktuell gar nicht so leicht optimistisch zu sein, denn die Stimmung ist schlecht.
00:12:45: Dr. Franziska Walther: Wenn du in deinen Netzwerken, auf Social Media und in den Medien, die du konsumierst, die ganze Zeit Weltuntergangsszenarien hörst, dann wird das deinen Optimismus an der Wurzel ersticken. Ich will die aktuelle Situation auch gar nicht banalisieren. Es gibt viele Probleme, die gelöst werden müssen. Aber wie du durch schwierige Phasen durch kommst, wird auch dadurch entschieden, welchen Stimmen du zuhörst und welchen nicht.
00:13:13: Dr. Franziska Walther: Und wenn du jetzt sagst: Franziska, aber es gibt ja ganz berechtigte Gründe, den Kopf in den Sand zu stecken, dann möchte ich dich an eine Sache erinnern. Menschen, die gerade vom Weltuntergang sprechen und vom Ende der Kreativwirtschaft – die formulieren genauso Thesen wie die, die nach Lösungen suchen. Beide Gruppen sprechen Vermutungen aus. Wir wissen nicht, was die Zukunft bringt.
00:13:36: Dr. Franziska Walther: Und du entscheidest, wem du glauben möchtest. Und ja, wenn du dich entscheidest, dass eh alles egal ist, weil eh alles scheiße ist und eh alles den Bach runtergeht, dann wirst du auch Beweise dafür finden, dass das so ist. Das ganze wird dann eine selbsterfüllende Prophezeiung. Und die funktioniert, weil deine Erwartungen dein Verhalten beeinflussen. Wenn du also denkst, dass deine Arbeit für deine Kund*innen keine Relevanz mehr hat, dann wirst du Zeichen dafür suchen – und dementsprechend auch finden.
00:14:09: Dr. Franziska Walther: Und – das ist noch viel fataler – du wirst dich unbewusst auch so verhalten, in dem du zum Beispiel, ohne es zu merken, weniger Akquise machst. Weil: warum denn? Es ist ja eh alles egal. Und das wird dann am Ende dafür sorgen, dass du wirklich weniger Aufträge hast. Hier mal ein ganz banales Beispiel aus dem Alltag dafür: Wenn du dir zum Beispiel einen roten Rucksack kaufst, dann passiert es oft, dass du auf einmal ständig Menschen mit dem gleichen roten Rucksack siehst.
00:14:36: Dr. Franziska Walther: Das liegt daran, dass dein Gehirn selektiv nach Information sucht. Die roten Rucksäcke waren vorher auch schon da. Sie sind dir nun nicht aufgefallen. Und genauso ist das mit dem Blick auf deine Selbstständigkeit. Wenn du sehen willst, dass gerade alles den Bach runtergeht, dann siehst du das auch. Aber wenn du dir erlaubst, mit Optimismus davon auszugehen, dass es weitergehen wird, dann kannst du auf einmal auch die Zeichen dafür wahrnehmen und die Chancen nutzen, die sich dir dadurch bieten.
00:15:05: Dr. Franziska Walther: Es lohnt sich also, optimistisch zu sein. Und das tolle am Optimismus ist: Du kannst das üben. Achte zum Beispiel mal ganz bewusst darauf, was die Stimmen in deinem Kopf sagen. Und wenn diese sich wie ein Gewitter aus schlechten Nachrichten anhören, dann sprich ganz bewusst eine positive Botschaft aus. Zum Beispiel: Ich kann eine Lösung dafür finden. Und fragt dich auch: Stimmt das, was ich höre?
00:15:32: Dr. Franziska Walther: Ist das ein Fakt oder ist das eine These? Und ja, bei Thesen darfst du dich ganz bewusst entscheiden, ob du diese als Guideline und Impuls für dich annimmst oder eben nicht. Genau. Und dann feiere deine Stärken und Erfolge, um optimistischer zu werden. Indem du dich für jeden kleinen Erfolg des Tages feierst, Stärkst du dein Selbstbewusstsein, also deinen Glauben an deine eigenen Fähigkeiten.
00:16:00: Dr. Franziska Walther: Und das macht dich optimistischer. Das Feiern muss ja nicht jedes Mal laut und mit Pauken und Trompeten sein. Ein kurzes, wohlwollendes Schulterklopfen reicht vollkommen. Und ja, das klingt total leicht. Aber ganz ehrlich: Ich muss das wirklich üben. Denn wenn ich mich nicht bewusst daran erinnere, dann vergesse ich das Feiern und flitze einfach nach einer Ziellinie gleich auf das nächste Ziel zu.
00:16:26: Dr. Franziska Walther: Und in der Portfolio-Akademie habe ich deshalb ein kleines Ritual eingeführt. Wir starten üblicherweise die Live-Q&As mit einer kleinen Feierrunde. Da dürfen die großen Ziele, die mini-kleinen und alles dazwischen gefeiert werden. Genau. Und zu guter Letzt: Wenn du optimistischer sein möchtest, dann übe Dankbarkeit. Wenn du dir zur Aufgabe machst, dankbar zu sein für die positiven Dinge, die in deinem Leben passieren, ob sie nun klein sind oder groß, dann nimmst du automatisch die positiven Sachen an deiner Umgebung deutlicher wahr. Wie die roten Rucksäcke.
00:17:02: Dr. Franziska Walther: Du nutzt also die selbsterfüllende Prophezeiung für dich anstatt gegen dich. Und wenn du das jetzt so hörst, klingt das für dich machbar? Ich finde, das klingt machbar. Das sind kleine Schritte, die eine große Wirkung haben. Okay, so, und damit sind wir schon bei Ding Nummer #3 angekommen, das dir hilft, trotz dieser schwierigen Zeiten weiterhin erfolgreich in deiner Selbstständigkeit zu sein.
00:17:24: Dr. Franziska Walther: Und Ding Nummer #3 ist eine angstfreie Kreativität. Hilary Carty hat letzte Woche in Helsinki in ihrem Vortrag betont, dass Angst die größte Gefahr für Kreativität ist. Vor allem die Angst, Fehler zu machen. Denn Kreativität wächst und wird stärker, wenn echtes Experimentieren erlaubt ist. Und das beinhaltet immer auch die Erlaubnis, so richtig grandios zu scheitern. Hilary Carty hat dabei drei Parameter genannt, die Kreativität wachsen lassen.
00:17:57: Dr. Franziska Walther: Einmal die Freiheit, sich ohne Angst auszudrücken. Dann Leichtigkeit. Und als drittes: Interdisziplinäres Lernen. Diese drei Parameter in einem Auftrag wirklich zu leben, kann für Kreative schwierig sein. Insbesondere in diesen unruhigen Zeiten, in denen wir gerade leben. Denn Aufträge sind ja nunmal für jemand anderen und deshalb sind Fehler hier problematisch. Und umso unsicherer die Zeiten sind, desto größer wird auch der Konkurrenzdruck,
00:18:29: Dr. Franziska Walther: die Angst, Kund*innen zu enttäuschen und somit vielleicht auch zu verlieren. Es ist also sehr, sehr menschlich, im Rahmen von Aufträgen Fehler dringlichst vermeiden zu wollen. Das, was hier hilft, ist die Unterscheidung zwischen Kreativität und Kreativleistung. Denn das ist nun mal nicht das Gleiche. Das eine ist eine menschliche Fähigkeit und das andere eine geschäftliche Dienstleistung. Und ich halte es deshalb für eine gute Idee, insbesondere in stressigen Zeiten hier ganz klar zu unterscheiden und zwei Räume dafür zu eröffnen.
00:19:06: Dr. Franziska Walther: Es ist vergleichbar mit Athlet*innen. Die trainieren ja auch in einem geschützten Rahmen, um dann punktuell und an einem anderen Ort Höchstleistungen zu erbringen. Und vielleicht fragst du dich jetzt: Wie kann das denn aussehen? Das kann zum Beispiel bedeuten, dass du dir einmal in der Woche einen halben Tag Zeit nimmst, um frei und ohne Auftragskontext zu experimentieren, zu basteln, zu malen, zu schreiben. Also das zu machen, was dir Freude bereitet und wo du Fehler machen darfst.
00:19:34: Dr. Franziska Walther: Es mag gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten kontraproduktiv klingen, wertvolle Arbeitszeit in Zeit für kreative Experimente zu stecken. Du könntest ja in dieser Zeit auch Akquise machen oder an einem Auftrag arbeiten. Aber das ist kein Luxus, sondern die Pflege einer deiner wichtigsten beruflichen Ressourcen. So ein angstfreier Raum ist einerseits der Ort, an dem du kreative Erfüllung und Sinn findest und das machen kannst, was dir einfach nur und ohne Ergebnis Freude macht.
00:20:04: Dr. Franziska Walther: Und gleichzeitig ermöglicht dir diese Trennung zwischen Kreativität und Kreativleistung auch, dein Business mit dem nötigen Pragmatismus zu gestalten und hier wirtschaftlich sinnvolle Entscheidungen zu treffen – um weiterhin erfolgreich in der Kreativwirtschaft selbstständig zu sein. Ja, das sind die drei Dinge, die ich dir aus Helsinki mitgebracht habe und die Kreative heute brauchen, um ihren Weg erfolgreich zu finden: Sinn, Optimismus und eine angstfreie Kreativität.
00:20:34: Dr. Franziska Walther: Wie geht es dir denn jetzt damit? Ich würde mich freuen, wenn die Folge dafür sorgt, dass du neugierig wirst und die Augen offen hältst für Lösungen für eine erfolgreiche Zukunft. Aber ja, vielleicht gibt es ja noch was, das du ergänzen würdest. Mir fallen definitiv noch so ein paar Dinge ein. Aber ich kann sehen, dass mit Sinn, Optimismus und einer angstfreien Kreativität im Gepäck der Weg so viel leichter wird. Und dass es dann auch möglich ist, mir andere Dinge anzueignen, die mein Business zukunftsfähig machen: wie Marktanalysen, Trend-Beobachtungen, eine informierte und selbstbestimmte Positionierung gemäß wirtschaftlicher und künstlerischer Kriterien, klare Akquisestrategien, usw..
00:21:14: Dr. Franziska Walther: Und deshalb hier auch noch mal die Erinnerung: Wenn du dir bei diesen Schritten Unterstützung wünschst, dann komm gerne die nächste Portfolio-Akademie. Den Link zur Warteliste findest du in den Shownotes. Und damit wünsche ich dir für heute alles Liebe. Ich wünsche Dir ganz viel Mut, ganz viel Sinn, ganz viel Optimismus und ganz viel Kreativität.
00:21:34: Dr. Franziska Walther: Und wir hören uns nächste Woche. Ich freue mich auf dich. Bis dahin Tschüss.
Thilo Krapp
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