Warum Berühmtheit deine Akquise nicht planbar macht – eine Personenmarke aber schon
Shownotes
193 / Viele selbstständige Illustrator:innen und Designer:innen wünschen sich mehr Bekanntheit – und hoffen, dass Akquise dann endlich leichter wird.
Oft steckt dahinter ein unausgesprochener Gedanke: Wenn ich nur berühmt genug wäre, würden die Aufträge von alleine kommen.
In dieser Folge schauen wir uns diese Annahme kritisch an.
Ich erkläre dir
- warum Berühmtsein und Personenmarke zwei unterschiedliche Dinge sind
- weshalb Reichweite allein keine verlässliche Grundlage für Akquise ist
- und wie du mit einer klaren Positionierung als Personenmarke Vertrauen und wirtschaftliche Stabilität aufbauen kannst
Dabei geht es nicht darum, Berühmtheit zu verteufeln, sondern sie realistisch einzuordnen.
In dieser Episode erfährst du:
- woran du erkennst, ob du Erfolg unbewusst mit Berühmtheit verwechselst
- warum viele Kreative ein Erfolgsbild in sich tragen, das ihnen bei der Akquise eher im Weg steht
- welche psychologischen Risiken mit dem Wunsch nach Berühmtheit verbunden sein können
- warum eine Personenmarke ein schützender, entlastender Rahmen für kreative Selbstständige ist
- wie du Erfolg für dich persönlich definieren kannst – unabhängig von externer Anerkennung
Diese Folge richtet sich an Illustrator:innen, Designer:innen und andere kreative Selbstständige, die ihre Akquise planbarer gestalten wollen, ohne sich ständig zu vergleichen oder sichtbar um jeden Preis sein zu müssen.
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Alle Infos zur Folge #193 inklusive Links und einem kompletten Transkript findest du in den Shownotes.
Im Portfolio-Podcast erfährst du, wie du mit deiner kreativen Arbeit gut zu dir passende Aufträge akquirierst, und wie du dafür sorgst, dass dein Herz weiterhin für deine kreative Arbeit brennt – auch mit dem ganzen Brimbamborium, den der Berufsalltag von selbstständigen Designer:innen und Illustrator:innen so mit sich bringt.
Dr. Franziska Walther ist selbst Designerin, Illustratorin und Autorin – und Expertin für Positionierung und Akquise in der Kreativwirtschaft. Sie unterstützt seit über 15 Jahren Menschen dabei, sich in der Kreativwirtschaft nachhaltig zu positionieren und wirksame Akquise zu machen.
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*Disclaimer: Der Podcast will und kann eine rechtssichere, psychotherapeutische oder medizinische Beratung nicht ersetzen. Die hier geteilten Inhalte basieren auf meinen persönlichen Erfahrungen und sind konkrete Einzelfall-Beschreibungen. Deshalb hafte ich nicht für die hier geäußerten Inhalte. Die zur Verfügung gestellten Informationen begründen auch kein Beratungsverhältnis. Bitte triff deine Entscheidungen für dich selbst und hole dir im Zweifelsfall rechtliche oder andersweitige Unterstützung. Die gesammelten Informationen spiegeln den Stand des Veröffentlichungsdatums wider.
Transkript anzeigen
00:00:00: Dr. Franziska Walther: Viele Selbstständige Illustrator*innen und Designer*innen glauben, sie müssten sichtbarer, bekannter und vielleicht auch so ein Stück berühmter sein, damit die Akquise endlich leicht und wirksam wird. In dieser Folge schauen wir uns deshalb mal an, woran du erkennst, ob du gerade unbewusst Berühmtheit mit Erfolg verwechselst. Warum Reichweite alleine keine verlässliche Grundlage für Aufträge ist und wie eine klar aufgebaute Personenmarke dir hilft,
00:00:29: Dr. Franziska Walther: Vertrauen, Buchungen und wirtschaftliche Stabilität aufzubauen. Und das ohne ständiges Vergleichen oder Verbiegen und auch ohne den Druck, endlich berühmt werden zu müssen. Lass uns also mal die Begriffe Berühmtheit, Personenmarke und Erfolg auseinander zu klamüsern, damit du damit deine Akquise planbarer machen kannst. Und in diesem Sinne: Herzlich willkommen im Portfolio-Podcast. Hier erfährst du, wie du mit deiner kreativen Arbeit gut zu dir passende Aufträge akquirierst und wie du gleichzeitig dafür sorgst, dass dein Herz weiterhin für deine kreative Arbeit brennt.
00:01:09: Dr. Franziska Walther: Auch mit dem ganzen Brimbamborium, den der Berufsalltag einer kreativen Selbstständigkeit so mit sich bringt. Ich bin Franziska Walther und jetzt geht’s los. Vor ein paar Monaten habe ich in meinem Newsletter gefragt, wer in der Kreativwirtschaft als starke Personenmarke wahrgenommen wird. Und ich habe zahlreiche Antworten bekommen. Danke, wenn du da mit dabei warst. Und als ich dann diese Liste von Namen durchgegangen bin, fiel mir auf, dass hier viele berühmte Kolleg*innen dabei waren, aber nicht alle davon waren
00:01:42: Dr. Franziska Walther: rein praktisch als Personenmarke positioniert. Berühmt zu sein wird oft gleichgesetzt mit einer starken Personenmarke. Dabei sind das zwei verschiedene Paar Schuhe, die zwar manchmal von ein und derselben Person getragen werden, aber eben nicht zwingend zusammen da sein müssen. Und das wird ganz klar, wenn wir die Begriffe definieren. Berühmt zu sein bedeutet ja, in der Öffentlichkeit bekannt zu sein.
00:02:07: Dr. Franziska Walther: In dem Fall erkennen dich also Menschen, wenn ihr euch zufälligerweise auf der Straße begegnet. Wildfremde Menschen erkennen dich, kennen deinen Namen und erinnern sich an deine kreative Arbeit. Und du? Du kennst sie nicht. Ob du berühmt bist, kannst du also einerseits daran ablesen, wie viele Menschen dich wiedererkennen. Umso größer die Zahl, desto berühmter bist du. Und du kannst es auch daran ablesen, was und wie viel du passiv bekommst.
00:02:35: Dr. Franziska Walther: Zum Beispiel spontane Aufmerksamkeit oder auch Bestätigung von außen durch zum Beispiel Preise, Auszeichnungen und Einladungen, bei Veranstaltungen mit dabei zu sein. Dagegen ist eine Personenmarke konzeptionell etwas komplett anderes. Das ist eine Person, die ein Angebot ausspricht, das untrennbar mit der Person verbunden ist. Und aus genau diesem Grund ist das Konzept Personenmarke für kreative Selbstständige eine so sinnvolle Angelegenheit.
00:03:06: Dr. Franziska Walther: Denn wenn du dich als Designer*in oder Illustrator*in selbstständig machst, dann ist die kreative Arbeit, die du als Dienstleistung anbietest, untrennbar mit dir verbunden. Deine Kund*innen buchen dich dann, weil sie genau mit dir zusammenarbeiten wollen. Aber ein großer Unterschied zum Ruhm ist, dass du als Personenmarke zuallererst gibst. Du sprichst ein Angebot aus, in dem du aktiv auf Menschen zu gehst.
00:03:34: Dr. Franziska Walther: Du machst Lösungsvorschläge. Und ja, du lädst auch aktiv ein, mit dir zusammenzuarbeiten. Das machst du einerseits mit aktiver Akquise und andererseits auch damit, dass du deine Erfahrungen teilst. Denn als Personenmarke positioniert du dich als Expert*in. Und das bedeutet in der Konsequenz, dass du eben nicht nur Designleistungen anbietest, sondern auch regelmäßig deine Gedanken teilst und Input zu deinem Expertise-Thema gibst.
00:04:04: Dr. Franziska Walther: Und das regelmäßig: zum Beispiel auf deinem Blog, in deinem Newsletter oder auf deinen Social-Media-Kanälen. Als Personenmarke bekommst du also im ersten Schritt erst einmal nichts, sondern ganz im Gegenteil: Du gibst und das ganz aktiv. Und hier merkst du vielleicht schon. Dazu musst du nicht berühmt sein. Zumindest nicht so, dass du auf der Straße von wildfremden Menschen angesprochen wirst.
00:04:28: Dr. Franziska Walther: Als Personenmarke reicht es, wenn genau die Menschen, für die du dein Angebot formuliert hast, wissen, wer du bist. Das kann eine sehr kleine, sehr überschaubare Gruppe von potenziellen Auftraggeber*innen und Bestandskund*innen sein. Wichtig ist, dass dich genau diese Menschen kennen und dass sie dir vertrauen. Erfolg misst sich hier also nicht an der absoluten Zahl an Menschen, die dich wiedererkennen, sondern an der Qualität der relevanten Beziehungen, die du aufbaust.
00:04:59: Dr. Franziska Walther: Das sind also zwei Dinge. Einmal kannst du berühmt sein. Und du kannst eine Personenmarke sein. Und ja, klar, du kannst auch beides gleichzeitig sein. Vermischt du diese Dinge aber, dann ist das gefährlich, weil dadurch Erwartungen entstehen, die gegebenenfalls unrealistisch, unerreichbar und dadurch kontraproduktiv sind. Misst du dann den Personenmarken-Erfolg zum Beispiel an Kennzahlen für Berühmtheit, dann wird dich das wahrscheinlich relativ schnell frustrieren.
00:05:28: Dr. Franziska Walther: Dann fragst du dich vielleicht, warum du die ganze Zeit immer nur geben und geben und geben musst und so viel weniger zurückkommt. Du wirst dann eben auch nicht einfach mal so ein geladen, sondern du musst dich aktiv bewerben für zum Beispiel die Konferenz oder die Ausstellung oder das Podcast-Interview. Und auf Instagram stagnieren vielleicht auch deine Zahlen. Hier könnte es also schnell passieren, dass du denkst, dass du etwas falsch machst.
00:05:51: Dr. Franziska Walther: Dabei machst du in Personenmarken-Aufbau eigentlich vieles richtig und bist vielleicht deutlich erfolgreicher mit deinen Strategien, als dir bewusst ist. Es ist also sinnvoll, hier ganz klar zu unterscheiden. Und dazu möchte ich dir heute ein paar Kriterien mitgeben, die dir dabei helfen. Dazu müssen wir aber noch über eine dritte Sache sprechen – und das ist Erfolg. Lass uns dazu mal mit einem Experiment beginnen.
00:06:16: Dr. Franziska Walther: Stell dir mal vor, du wirst über Nacht zehnmal so erfolgreich, wie du gerade jetzt in deiner Selbstständigkeit bist. Versucht dir das mal so bildlich wie möglich vorzustellen. Okay, ich gebe dir mal kurz Zeit. Hast du’s? Okay. Und jetzt frage ich dich: Wie würde sich dein Leben als zehnmal so erfolgreiche, kreative, selbstständige Person verändern? Hättest du dann vielleicht auf einmal super tolle Aufträge, die unglaublich gut bezahlt wären?
00:06:46: Dr. Franziska Walther: Kämen die vielleicht auch zu dir, ohne dass du Akquise machen müsstest? Würden vielleicht auch Türen für dich aufgehen, die für andere Kolleg*innen verschlossen sind? Würdest du also Chancen bekommen, die nur wenige bekommen? Und würden dich dann vielleicht auch viele Menschen schätzen und achten und dich vielleicht auch so ein minimal bewundern? Natürlich weiß ich nicht, was bei dir gerade in deinem Kopf für Bilder zum Erfolg aufgeploppt sind.
00:07:11: Dr. Franziska Walther: Aber wenn du auch nur eine dieser Fragen mit Ja beantworten hast, dann verbindest du zumindest teilweise deinen Erfolg auch mit Berühmtsein. Und damit wärst du nicht alleine. Das ist ein typisches Phänomen zum Erfolg, nämlich, dass viele Menschen Erfolg mit Merkmalen von Berühmtheit verbinden. Das bestätigen auch viele psychologische Studien zum Berühmtsein. Da zeigt sich nämlich, dass die meisten Menschen nicht unbedingt nach Berühmtheit streben, weil sie zum Beispiel ständig im Mittelpunkt stehen wollen oder von anderen auf einem Silbertablett und mit einer kompletten Blaskapelle durch die Stadt getragen werden wollen.
00:07:51: Dr. Franziska Walther: Der Wunsch, berühmt zu werden, wird häufig vielmehr durch die Folgen des Ruhms angetrieben, also durch das, was sich Menschen vom Berühmtsein versprechen: wirtschaftliche Vorteile zum Beispiel. Oder externe Anerkennung und Reputation. Mehr Möglichkeiten zu haben als andere Menschen. Und ja, auch Bedeutsamkeit. In den vielen Jahren, die ich Kreative schon beim Positionieren und Akquise machen begleite, ist mir immer wieder aufgefallen, dass viele Kreative, wenn man ganz genau hinschaut, ein Bild von Erfolg in sich tragen, das eigentlich Berühmtheit beschreibt.
00:08:26: Dr. Franziska Walther: Und vor allen Dingen, weil sie glauben, dass das die Lösung für ihr Akquise-Problem ist. Also das mit dem Ruhm die Akquise auf einmal einfach wird oder vielleicht auch gar nicht mehr notwendig sein würde. Aber Berühmtsein ist ein sehr zweischneidiges Schwert. Denn erstens kommen viele Vorteile von Berühmtheit, die sich Menschen davon versprechen, nicht automatisch immer mit. Es gibt zum Beispiel gar nicht mal so wenige Influencer*innen, die in den sozialen Netzwerken zwar riesige, gigantische Reichweiten aufbauen konnten.
00:08:59: Dr. Franziska Walther: Aber sobald sie ihrem Publikum irgendwas verkaufen wollen, passiert nichts. Berühmtheit kann also nicht gleichgesetzt werden mit wirtschaftlichem Erfolg. Der kann dabei entstehen. Aber das passiert nicht obligatorisch, nur weil man berühmt ist. Das liegt zum einen daran, dass Menschen erst etwas kaufen, wenn sie Vertrauen aufgebaut haben. Und Vertrauen entsteht nicht automatisch mit wachsendem Ruhm. Und das liegt auch daran, dass Berühmtheit nicht zwangsläufig bedeutet, dass man sich eine gute Reputation und Anerkennung erarbeitet hat.
00:09:32: Dr. Franziska Walther: Es gibt wirklich viele Menschen, die berühmt sind, aber eine ganz schlechte Reputation haben. Gleichzeitig birgt Berühmtheit auch Gefahren, die da so mitreisen. Studien belegen, dass Menschen, die vom Wunsch nach Berühmtheit motiviert sind, mehr Angst und sozialen Stress erleben. Deshalb haben sie ein höheres Depressions- und Burnout-Risiko. Und sie vergleichen sich auch öfter mit anderen Menschen. Und ist die Berühmtheit dann erst einmal da, dann ist auch nicht alles gut.
00:10:00: Dr. Franziska Walther: Denn dann entsteht schnell auch so ein Druck, den Status Quo zu erhalten. Denn Berühmtheit ist flüchtig, denn als Bestätigung von außen gibt es da nichts, was du kontrollieren kannst. Die Angst, die externe Bestätigung zu verlieren, kann dann eventuell sogar dafür sorgen, dass du dann Dinge weitermachst, die eigentlich nichts mehr mit deinen intrinsischen, also mit deinen tief im Herzen verankerten Wünschen und Zielen zu tun haben.
00:10:25: Dr. Franziska Walther: Und schlimmstenfalls fühlt sich fehlender Erfolg, wenn er mit Berühmtheit verbunden ist, irgendwann so an, als ob du als Mensch nicht reichst. Denn beim Berühmtsein geht es ja darum, dass andere dich mögen, bewundern, toll finden. Es geht also um dich als Menschen. Und das macht verletzlich. Und zwar auf eine trennende, isolierende und ziemlich ungesunde Weise, weil jeder Misserfolg direkt ins Herz trifft.
00:10:51: Dr. Franziska Walther: Und deshalb möchte ich dir heute zwei Dinge vorschlagen. Einmal fokussiere dich auf eine Positionierung als Personenmarke und nimm die Berühmtheit, wie sie kommt. Eine Personenmarke ist nämlich ein schützender Rahmen. Hier stehst zwar auch du im Mittelpunkt deiner Angebote, aber es geht nicht um dich als Person. Es geht vielmehr um die Frage: Was biete ich an und wie kann ich dir damit helfen?
00:11:14: Dr. Franziska Walther: Anstatt um die Frage: Wer bin ich und findest du mich gut oder findest du mich doof? Klar gibst du auch hier einen Einblick in deine Welt, aber du zeigst dich nicht in deiner ganzen Komplexität. Und das ist im Business entlastend und schafft einen gesunden Abstand zwischen Beruf und Privatsphäre. Du hörst hier im Portfolio-Podcast zum Beispiel schon meine Haltung zur Positionierung und Akquise und zu all den Problemen und den Herausforderungen, die eine kreative Selbstständigkeit so mit sich bringt.
00:11:44: Dr. Franziska Walther: Weil sich meine Angebote an kreative Selbstständige richten. Was ich hier teile, hat also etwas mit meinen Angeboten zu tun. Aber du wirst hier nicht meine Meinung zu gesunder Ernährung hören. Und was ich über die aktuelle deutsche Steuerpolitik oder die neue Staffel von »Love is blind« denke. Das sind Themen, die mit meinem Angebot nichts zu tun haben und die hier deshalb nicht stattfinden.
00:12:07: Dr. Franziska Walther: Gleichzeitig kannst du deine Personenmarke aktiv gestalten, anders als das berühmt sein. Denn du entscheidest hier, für welches Expertise-Feld du stehen möchtest. Und davon kannst du ableiten, auf welchen Kanälen du regelmäßig darüber reden möchtest. Und durch eine Personenmarke ergibt sich auch automatisch, dass du nicht jedem gefallen musst. Sondern du holst nur die Personen ab, die sich für deine Problemlösung auch interessieren.
00:12:31: Dr. Franziska Walther: Das ist total entlastend, denn auf einmal hast du ein konkretes Gegenüber, ein Publikum, das du dir selbst ausgesucht hast. Weil du hier auch eine Lösung anbieten kannst und weißt, dass deine Arbeit und dein Input für diese Menschen wertvoll ist. Das sorgt auch dafür, dass da in deinem Publikum Menschen sitzen, die deshalb auch bereit sind, Geld dafür auszugeben. Damit ist wirtschaftlicher Erfolg auf einmal planbar, denn du gestaltest den wirtschaftlichen Erfolg aktiv mit durch die Wahl deines Themas, deiner Angebote und deines Publikums.
00:13:04: Dr. Franziska Walther: Und zu guter Letzt kannst du mit Personenmarken-Aufbau aktiv und selbstbestimmt Reputation und Vertrauen aufbauen. Das machst du, indem du etwas in die Welt gibst: Deine Meinung, deine Haltung. Und so ermöglichst du Menschen, dich als Expert*in kennenzulernen. Eine Positionierung als Personenmarke macht dich also frei vom Berühmtsein. Denn Erfolg ist unabhängig davon, ob dich viele Menschen kennen oder eben nicht.
00:13:30: Dr. Franziska Walther: Und ja, ich hatte ja vorhin von zwei Dingen gesprochen, die ich dir heute vorschlagen möchte. Deswegen lass uns mal zu Dingen #2 kommen. Und das ist: Definiere ganz bewusst, was Erfolg für dich bedeutet. Denn damit entkoppelt du diese oftmals unbewusste, vorhandene Verknüpfung von Erfolg mit Berühmtheit. Die tragen wir ja in uns – nicht weil wir doof sind – sondern weil es so ein Narrativ ist, das historisch in der Geschichte und in den Medien immer wieder wiederholt und weitergegeben wird.
00:14:01: Dr. Franziska Walther: Im Sinne von: Wenn ich künstlerisch erfolgreich sein will, muss ich auch berühmt sein. Und nein, als kreative Selbstständige müssen wir das eben nicht. Wir können, aber wir müssen nicht. Aber dazu braucht es eine eigene, individuelle Definition von Erfolg. Deshalb frage ich dich hier heute auch noch einmal: Was bedeutet Erfolg für dich? Für mich bedeutet Erfolg zum Beispiel, mehr Zeit für meine eigenen Projekte zu haben.
00:14:28: Dr. Franziska Walther: Wenn ich mir mindestens einen Tag in der Woche freinehmen kann, um an meinen eigenen Buch-Projekten zu arbeiten, dann macht mich das einerseits total glücklich. Und ja, das ist auch für mich ein messbarer Indikator für Erfolg. Mit so einer Erfolgsdefinition trennst du also deinen individuellen Erfolg von der externen Bestätigung von außen, was Berühmtheit ja ist. Aber vielleicht denkst du jetzt: Franziska, aber mir ist die Bestätigung von anderen Menschen schon wichtig.
00:14:59: Dr. Franziska Walther: Die wünsche ich mir schon. Das ist ja auch etwas, was die Berühmtheit verspricht – dass viele Menschen dich und deine Arbeit toll finden. Und es ist auch, finde ich, sehr normal und menschlich, dass uns die Meinung von anderen wichtig ist. Menschen sind soziale Wesen und Menschen wollen dazugehören. Um hier aber nicht in die Berühmtheitsfalle reinzufallen, möchte ich dir deshalb am Ende noch eine Methode ans Herz legen, die ich von Brené Brown gelernt habe.
00:15:25: Dr. Franziska Walther: In ihrem Buch »Daring Greatly« schlägt sie nämlich vor, dass wir uns statt von der ganzen Welt gut gefunden werden zu wollen, lieber eine Liste schreiben sollten mit den Namen der 2 bis 5 Personen, deren Urteil uns wirklich wichtig ist. Diese 2 bis 5 Personen sind dann deine Anker. Das sind die Personen, deren Urteil und Anerkennung wirklich relevant ist.
00:15:48: Dr. Franziska Walther: Und das macht dich frei vom Wunsch, von der ganzen Welt gut gefunden werden zu wollen. Und deshalb hier zum Schluss noch einmal zwei Fragen für dich. Frage #1: Was bedeutet Erfolg für dich? Woran kannst du den Erfolg in deinem Leben messen? Und Frage #2: Welche 2 bis 5 Personen stehen auf deiner Liste? Und wenn du jetzt Lust bekommen hast, dich bewusst als Personenmarke zu positionieren, dann hier auch noch einmal die Einladung an dich.
00:16:19: Dr. Franziska Walther: Komm in die Portfolio-Akademie. Die Portfolio-Akademie ist mein 14-wöchiges Live-Gruppen-Programm für Designer*innen und Illustrator*innen. Und darin positioniert du dich nachhaltig, sowohl künstlerisch wie auch wirtschaftlich. Und das bedeutet, dass du auch eine Akquise-Strategie entwickelst, mit der du dich als starke Personenmarke positioniert. Die nächste Portfolio-Akademie startet am 2. März, also nächste Woche, und du kannst dich noch bis morgen, den 26. Februar 2026, anmelden.
00:16:51: Dr. Franziska Walther: Auf der Seite www.diegutemappe.de/pa. P wie Portfolio und A wie Akademie. Und dort findest du auch noch ein paar ergänzende Infos dazu. Und damit wünsche ich dir heute alles Liebe. Wir hören uns wieder nächste Woche. Nächste Woche kommt eine Folge aus dem Archiv, weil nächste Woche startet die Portfolio-Akademie. Aber die Woche drauf geht es dann weiter mit einer brandneuen Folge. Und ich freue mich schon darauf. Und ich freue mich auf dich.
00:17:18: Dr. Franziska Walther: Bis dahin. Tschüss!
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