Warum ich nach Finnland ausgewandert bin – und was das mit deiner Positionierung zu tun hat

Shownotes

194 / Was tun, wenn der Status Quo nicht mehr passt?

Manchmal braucht es eine radikale Entscheidung, um Klarheit zu gewinnen. Als ich 2020 meine Koffer gepackt habe und nach Finnland gezogen bin, war das keine spontane Laune, sondern das Ergebnis eines tiefgreifenden Positionierungsprozesses. In dieser Folge nehme ich dich mit auf meine Reise – von der Krise zur Klarheit – und zeige dir, wie du Positionierung nutzt, um dein Leben und deine Selbstständigkeit bewusst zu gestalten.

In dieser Folge erfährst du:

  • warum Positionierung keine einmalige Aktion ist, sondern ein dynamischer Prozess, der sich mit dir weiterentwickelt,
  • wie ich durch den Umzug nach Finnland meine Prioritäten neu definiert habe – und was das mit meiner Akquise gemacht hat,
  • welche Rolle Brüche und Krisen in deinem Wachstum spielen,
  • wie du mit kleinen Schritten große Veränderungen anstößt,
  • und welche drei Fragen dir helfen, heute noch Klarheit über deine nächsten Schritte zu gewinnen.

Diese Folge ist für dich, wenn du:

  • dich fragst, ob dein aktueller Weg noch zu dir passt,
  • Lust hast, deine Komfortzone zu verlassen, aber nicht weißt, wo du anfangen sollst,
  • deine Selbstständigkeit so gestalten willst, dass sie dein Leben bereichert – statt es einzuschränken.

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Alle Infos zur Folge #194 inklusive Links und einem kompletten Transkript findest du in den Shownotes.


Im Portfolio-Podcast erfährst du, wie du mit deiner kreativen Arbeit gut zu dir passende Aufträge akquirierst, und wie du dafür sorgst, dass dein Herz weiterhin für deine kreative Arbeit brennt – auch mit dem ganzen Brimbamborium, den der Berufsalltag von selbstständigen Designer:innen und Illustrator:innen so mit sich bringt.

Dr. Franziska Walther ist selbst Designerin, Illustratorin und Autorin – und Expertin für Positionierung und Akquise in der Kreativwirtschaft. Sie unterstützt seit über 15 Jahren Menschen dabei, sich in der Kreativwirtschaft nachhaltig zu positionieren und wirksame Akquise zu machen.


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*Disclaimer: Der Podcast will und kann eine rechtssichere, psychotherapeutische oder medizinische Beratung nicht ersetzen. Die hier geteilten Inhalte basieren auf meinen persönlichen Erfahrungen und sind konkrete Einzelfall-Beschreibungen. Deshalb hafte ich nicht für die hier geäußerten Inhalte. Die zur Verfügung gestellten Informationen begründen auch kein Beratungsverhältnis. Bitte triff deine Entscheidungen für dich selbst und hole dir im Zweifelsfall rechtliche oder andersweitige Unterstützung. Die gesammelten Informationen spiegeln den Stand des Veröffentlichungsdatums wider.

Transkript anzeigen

00:00:00: Dr. Franziska Walther: Stell dir vor, du packst deine Sachen, steigst in dein Auto und fährst einfach los. Zum Beispiel Richtung Finnland. Ohne Plan B, aber mit dem Gefühl, dass der aktuelle Status Quo nicht mehr passt. Und dass du was anderes willst. Genau das habe ich vor ein paar Jahren gemacht. Nicht als Flucht, sondern als klare Entscheidung für ein Leben, das sich für mich richtig anfühlt.

00:00:23: Dr. Franziska Walther: In dieser Folge verrate ich dir, wie Positionierung mir dabei geholfen hat, diese Entscheidung zu treffen und wie du sie nutzt, um deine eigenen Wünsche und Ziele umzusetzen. Denn Positionierung ist kein Marketing-Hack, sondern ein Prozess, mit dem du Fragen beantwortest. Zum Beispiel: Wie will ich wirklich leben und arbeiten und was bin ich bereit, dafür zu verändern? Wenn du deine Komfortzone verlassen willst, um deine Selbstständigkeit neu auszurichten, dann ist die heutige Folge für dich.

00:00:55: Dr. Franziska Walther: Hier kommt eine ehrliche Geschichte und ganz konkrete Schritte, die du heute noch gehen kannst. Und in diesem Sinne: Herzlich willkommen im Portfolio-Podcast. Hier erfährst du, wie du mit deiner kreativen Arbeit gut zu dir passende Aufträge akquirierst und wie du gleichzeitig dafür sorgst, dass dein Herz weiterhin für deine kreative Arbeit brennt. Auch mit dem ganzen Brimbamborium, den der Berufsalltag einer kreativen Selbstständigkeit so mit sich bringt.

00:01:26: Dr. Franziska Walther: Ich bin Franziska Walther und jetzt geht’s los. Letzte Woche wurde ich auf Spotify gefragt, warum ich eigentlich nach Finnland gezogen bin und wie sich das auf meine Arbeit und auf meine Kreativität ausgewirkt hat. Und ja, die Frage kommt irgendwie genau zur richtigen Zeit. Denn diese Woche geht es in der Portfolio-Akademie um diese ganz großen Positionierungsfragen.

00:01:49: Dr. Franziska Walther: Wie: Wie willst du leben und arbeiten? Und: Was bist du bereit, dafür zu verändern, selbst wenn es vielleicht auch so ein bisschen unbequem wird. Und während wir letzte Woche in der Q&A der Portfolio-Akademie über diese Fragen gesprochen haben, wurde mir mal wieder klar: Meine Entscheidung für Finnland war die Antwort auf diese Fragen. Denn es waren genau diese Fragen, die mich damals dazu gebracht haben, meine Sachen in meinen uralten Volvo zu packen und mit der Fähre von Travemünde nach Helsinki zu fahren.

00:02:20: Dr. Franziska Walther: Bei dieser großen Entscheidung hat mir also Positionierung geholfen. Das ist ja ein strategischer Prozess, in dem du schaust, was du willst und was du deinen Kund*innen anbieten kannst. Und dann gilt es, damit einen Weg zu finden, mit dem ihr beide euer Ziel erreicht. Bei Menschen ist Positionierung dabei keine einmalige Aktion, sondern ein lebenslanger Prozess. Weil: Menschen sind komplex und tragen oftmals auch ambivalente Wünsche und Ziele in sich.

00:02:51: Dr. Franziska Walther: Und Menschen verändern sich. Konstant. Wir machen Erfahrungen und wachsen daran. Das verändert über die Zeit unsere Bedürfnisse und ab und an ist die Veränderung sogar so grundlegend, dass sich unser gesamtes Wertesystem – dieser feste Kernen und der unser Handeln bestimmt – verschiebt. Gleichzeitig verändern sich auch unsere Fähigkeiten. Bestimmte Skills üben wir tagtäglich und bauen sie also konstant aus. Andere verlieren wir, weil wir sie nicht mehr regelmäßig benutzen.

00:03:23: Dr. Franziska Walther: Und ja, es passiert auch ganz viel im Außen. Die Welt verändert sich, die Arbeitsbedingungen auch. Und nicht nur das, auch unser Umfeld, unsere engsten Beziehungen und das soziale Netz, das uns umgibt. All das ist im ständigen Wandel. Auf diesem Weg, den du gehst, tun sich also regelmäßig neue mögliche Weg-Abzweigungen auf, die du gehen könntest, wenn du wolltest. Und bei diesen Entscheidungen hilft dir Positionierung.

00:03:53: Dr. Franziska Walther: Für Menschen ist das genau deshalb ein lebenslanger, sehr dynamischer und agiler Prozess. Der Weg ist hier schlichtweg das Ziel. Menschen sind also nie fertig positioniert, sondern wir können nur die Werkzeuge der Positionierung immer wieder regelmäßig nutzen, um auf die Chancen und Herausforderungen des Weges zu reagieren. Und ja, vor zwei Wochen sind wir in der Portfolio-Akademie in einen 14-wöchigen Positionierungsprozess gestartet.

00:04:20: Dr. Franziska Walther: Und wenn wir hier zu Beginn gemeinsam auf die verschiedenen Wege der teilnehmenden Menschen schauen, dann fällt immer wieder auf, dass die Lebensläufe selten geradlinig sind. Oftmals zeigen sich hier Brüche, Krisen und schwierige Tränen-Täler auf der Landkarte des Lebens. Und gar nicht mal so selten schafft der Positionierungsprozess das erste Mal wirklich Raum, hier auch bewusst im Kontext der eigenen Arbeit hinzuschauen.

00:04:48: Dr. Franziska Walther: Dabei wird oft auch sichtbar, dass genau diese schwierigen Phasen die Zeiten im Leben sind, in denen wir als Menschen am meisten wachsen, nämlich über uns hinaus. Brüche und Krisen sind im Rückblick deshalb oft besonders wertvoll, so schmerzhaft sie auch waren und oftmals auch in der Retrospektive immer noch sind. Meine Geschichte, warum ich nach Finnland ausgewandert bin, ist ein super Beispiel dafür.

00:05:15: Dr. Franziska Walther: Bevor ich in 2020 meine Koffer gepackt habe, war mein Leben die Jahre davor eine wilde und auch teilweise schmerzhafte Achterbahnfahrt. Vier Jahre vorher war meine langjährige Beziehung zerbrochen. Einige Monate lang war ich dadurch wirklich zu nichts zu gebrauchen. Irgendwann war aber klar, dass das jetzt mein Leben ist und ich habe dann erst mal das gemacht, was viele in solchen Situationen machen.

00:05:39: Dr. Franziska Walther: Ich habe mich in die Arbeit gestürzt. Das hat bedeutet, dass ich mein Bilderbuch »Hoch hinaus« in wenigen Monaten aus mir herausgepresst habe. Ich habe auch endlich meine Dissertation zu Ende geschrieben, nach gefühlten Ewigkeiten. Und ich habe zwei weitere Lehraufträge an Hamburger Kunsthochschulen angenommen und hatte somit auf einmal drei Lehraufträge insgesamt. Die Trennung fiel auch zusammen mit meiner Wahl in den Vorstand der Illustratoren-Organisation.

00:06:05: Dr. Franziska Walther: Auch hier gab es viel Arbeit, aber natürlich auch ein Team von ganz tollen Menschen, die mir geholfen haben, mich erst einmal wieder zu stabilisieren. Und irgendwann war der akute Krisenmodus auch vorbei. Und da stand ich nun und habe mich gefragt, was ich eigentlich mit meinem Leben noch machen möchte. Ich war 37, war nur für mich selbst verantwortlich und eigentlich standen mir gerade alle Türen offen.

00:06:30: Dr. Franziska Walther: Deshalb habe ich angefangen, mich zu fragen, wo ich leben will, wie ich leben will und was ich brauche, um zufrieden zu sein. Hamburg war toll, aber eben auch voller Menschen. Und ab und an ganz schön laut. Ich habe in dieser Zeit fünf Minuten vom Altonaer Bahnhof entfernt gewohnt. Da war wirklich immer die Hölle los. Und für eine Zeit lang habe ich das irgendwie auch genossen, so mitten im Zentrum des Bienenkorbs zu wohnen.

00:06:55: Dr. Franziska Walther: Aber gleichzeitig sehnte ich mich auch nach Ruhe und nach Natur und nach sauberer Luft. Die Veränderung dieser Jahre hat vieles aufgewirbelt und hat auch meine Augen geöffnet für Sachen, die ich mich vorher nicht getraut hatte, zu denken. So habe ich damals auch gemerkt, dass da noch Wünsche da sind, die ich schon viele Jahre mit mir herumtrug, aber denen ich lange keinen Raum gegeben hatte.

00:07:18: Dr. Franziska Walther: Zum Beispiel wollte ich unbedingt noch einmal im Ausland leben. Mit 24 war ich für ein Jahr erst für ein paar Wochen nach Neuseeland und dann nach China gegangen. Und ich wollte noch mal raus in die große weite Welt. Und mir wurde in dem Moment auch klar, dass wenn ich das jetzt nicht machen würde – in diesen aufgewühlten Zeiten – dann würde ich es wahrscheinlich nie mehr machen.

00:07:41: Dr. Franziska Walther: Und das war so der erste Gedanke. Und zu allererst habe ich mich deshalb auf Artist Residencies beworben. Diese gehen meist so 1 bis 2 Monate und ich dachte, das ist so ein guter Testballon und eine einfache und auch oftmals über Stipendien bezahlte Möglichkeit, ins Ausland zu gehen. Acht Bewerbungen habe ich damals losgeschickt. Eine einzige Residenz hat mich eingeladen und die war in Finnland.

00:08:06: Dr. Franziska Walther: Und als ich dann im Februar 2018 im finnischen Winterwald saß, als Artist in Residence, wurde schnell klar: Ja, die Richtung hier, die stimmt. Ich möchte mehr davon. Ich möchte mehr Natur, mehr Stille, mehr Sonnenuntergänge und mehr Gelassenheit. Gleichzeitig fühlt es sich an, als ob ich am Ende eines Zyklus’ angekommen war. Meine Beziehung war zu Ende. Meine Dissertation musste nur noch verteidigt werden.

00:08:33: Dr. Franziska Walther: Meine Arbeit im IO-Vorstand würde bald enden. Meine Arbeit an der Uni wollte ich beenden, um wieder mehr Zeit für mich zu haben, bekam das aber aus diversen Gründen nicht hin. Und ich habe mich damals gefragt, wer ich eigentlich bin, neben all diesen Rollen, die ich über die Jahre eingenommen hatte. All diese Veränderung hat auch mein Wertesystem kräftig ins Schwanken gebracht und ich merkte, dass viele Dinge, die mir früher super wichtig gewesen sind, die waren auf einmal nicht mehr so wichtig.

00:09:01: Dr. Franziska Walther: Andere Dinge hatten auf einmal Priorität. Und bei mir waren das die ganz einfachen Dinge. Ich wollte barfuß auf Gras laufen. Ich wollte an einem See wohnen. Ich wollte Eichhörnchen treffen, wenn ich spazieren gehe. Und ich wollte Menschen um mich haben, die unaufgeregt und tolerant sind. Die Frage war nur: Wie? Wie bekomme ich das hin? Und ich habe mich von einem meiner Leitsätze damals leiten lassen.

00:09:25: Dr. Franziska Walther: Und der ist: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Und siehe da, als ich anfing mit offenen Augen nach Lösungen zu suchen, zeigte sich, dass die Artist Residency ein Alumni-Programm hatte. In dem konnten sich Alumni für eine Assistenz-Stelle bewerben, um sechs Monate lang kostenlos in der Residenz zu leben und im Gegenzug würde man 15 bis 20 Stunden die Woche mitarbeiten.

00:09:50: Dr. Franziska Walther: Und ja, das wollte ich. Diese sechs Monate in Finnland würden mir erlauben in Klausur zu gehen und mal wirklich in Ruhe und mit Zeit über mein Leben nachzudenken. Und das war der Plan – als ich im Februar 2020 dann mit der Fähre nach Helsinki gefahren bin. Und ja, zwei Wochen nach meiner Ankunft kam der erste Corona-Lockdown, weshalb ich dann am Ende zwei Jahre geblieben bin.

00:10:13: Dr. Franziska Walther: Und danach war klar: Ich bleibe hier. Aber die Frage war ja auch: Was hat sich durch den Umzug nach Finnland verändert? Mit meiner Arbeit zum Beispiel und mit der Kreativität. Und ja, ich glaube, dass ich damals beim Losfahren schon tief in mir drin wusste, dass ich eigentlich nicht zurückkommen würde. Denn ich habe damals in Hamburg, obwohl ich eigentlich nur so ein Plan für die nächsten sechs Monate hatte, ich habe wirklich alle Zelte abgebrochen.

00:10:39: Dr. Franziska Walther: Anstatt zum Beispiel meine Zimmer unter zu vermieten, habe ich all meine Sachen eingelagert und meine beruflichen Verpflichtungen, zum Beispiel an der Hochschule, ohne Deadline pausiert. Und ja, ein beruflicher Grund, warum ich weg wollte, waren auch die Lehraufträge. Denn so gerne ich die gemacht habe ... und es hat mir wirklich immer total viel Spaß gemacht, gerade an der HAW, da sind so viele junge und super talentierte Menschen und ich war mal total dankbar, an so einem inspirierenden Ort arbeiten zu dürfen ...

00:11:09: Dr. Franziska Walther: Aber so gern ich das gemacht habe, so haben die Lehraufträge auch ein Dilemma in mir erzeugt. Und das hätte ich, wenn ich in Hamburg geblieben wäre, nicht gelöst bekommen. Vielleicht weißt du das ja auch. Lehraufträge an deutschen Hochschulen sind nicht gut bezahlt. Aber als ein Mensch, der immer schon selbstständig und nie angestellt war, waren diese Lehraufträge für mich das erste planbare und sichere Einkommen.

00:11:35: Dr. Franziska Walther: Ich habe es wirklich, wirklich sehr genossen zu wissen, dass zumindest dieser Teil meines Jahresumsatzes planbar war. Mir war aber gleichzeitig auch klar, dass diese vermeintliche wirtschaftliche Sicherheit sehr viel Zeit gebunden hat, die mir eigentlich fehlte, um wirklich grundlegend etwas in meiner Selbstständigkeit zu verändern. Eine Zeitlang habe ich mich deshalb auch auf Professuren beworben, sozusagen als Weg »All in«: Raus aus der prekären Lehrtätigkeit, hinein in die wirtschaftliche Sicherheit einer Festanstellung.

00:12:05: Dr. Franziska Walther: Mehrere Male war ich auch auf einem hohen Listenplatz, zweimal sogar auf Platz zwei. Und wenn das damals geklappt hätte, dann wäre ich vielleicht immer noch Design-Professorin in Oslo. Aber weil das dann eben auch so zum Greifen nah war, habe ich mich dann auch gefragt: Ist das wirklich das, was ich will? Und ich habe gemerkt: Eigentlich wünsche ich mir mehr Gestaltungsmöglichkeiten, mehr Freiheiten, mehr, dass Dinge, die ich mache, auch bei mir bleiben.

00:12:31: Dr. Franziska Walther: Aber wie ich das mache, das wusste ich damals noch nicht. Aber mit dieser Entscheidung ins Ausland zu ziehen, ob nun für sechs Monate oder länger, damit wurde eben auch klar, dass ich mich neu positionieren muss. Meine Uni-Jobs würden wegfallen, weil ich ja nicht mehr in Hamburg wäre. Und viele Design-Aufträge würde ich zwar weiter betreuen können, aber gerade Neukund*innen-Akquise würde deutlich schwerer werden.

00:12:56: Dr. Franziska Walther: Gleichzeitig waren meine Positionierungs- und Akquise-Themen ja damals schon fester Bestandteil meiner Arbeit und ich hatte schon einige Jahre darüber nachgedacht, wie ich daraus mehr machen könnte. Und ja, es gab auch einige Menschen in meinem Leben, die immer wieder gesagt haben: Mach doch endlich mal was draus. Aber ich habe mich nicht getraut. Ich habe immer wieder gesagt, dass sich das wirtschaftlich nicht rechnet.

00:13:19: Dr. Franziska Walther: Manchmal braucht es aber Notwendigkeiten, um in die Puschen zu kommen. Und bei mir war diese Notwendigkeit, der Wunsch nach Finnland zu ziehen. Und so entstand die Idee, meine Positionierungs- und Akquise-Expertise, die ich in über sechs Jahren an der Hochschule unterrichtet hatte, zu nehmen und etwas Eigenes daraus zu entwickeln. Damals, auf der Fähre nach Helsinki, gab es davon noch nicht viel.

00:13:44: Dr. Franziska Walther: Es gab eigentlich nur einen unterschriebenen Buchvertrag für das Buch »Die gute Mappe« und einen groben Entwurf zum Buch, den ich mal drei Jahre vorher in so einer Hauruck-Aktion runtergeschrieben hatte. Aber wenn ich jetzt zurückblicke, war dieser Schritt, den ich damals eher intuitiv anstatt wirklich durchgeplant gegangen bin, eine ganz logische und organische Weiterentwicklung meiner Lehrtätigkeit an der Hochschule.

00:14:09: Dr. Franziska Walther: Nur dass ich heute deutlich mehr Gestaltungsmöglichkeiten habe und alles, was ich aufbaue, mir selbst gehört – und nicht mehr der Hochschule. Gleichzeitig musste ich aber natürlich auch viele Dinge, die da waren, gehen lassen. So gern ich zum Beispiel komplexe Markenentwicklungs-Aufträge übernehme, die räumliche Entfernung ist ein echtes Problem für diese Art von Auftrag, die eben oft auch eine persönliche und enge Prozessbegleitung beinhaltet.

00:14:35: Dr. Franziska Walther: Und ja, hier habe ich circa 30 % meiner Bestandskund*innen verloren durch den Umzug, weil es eben ein Problem für diese Aufträge ist, dass ich nicht einfach mal so schnell vorbeikommen kann. Und mit der Sprachbarriere und meinem fehlenden Netzwerk in Finnland ist es natürlich auch deutlich schwerer, hier neue Kund*innen für diese Art von Auftrag zu finden. Aber circa 70 % der Aufträge funktionieren auch Remote und trotz der Entfernung, weil der Auftragsprozess das erlaubt.

00:15:05: Dr. Franziska Walther: Und auch, weil die Beziehungen eben auch über Jahre gewachsen sind. Und, weil ich wirklich viel Zeit und Aufwand investiere, diese Beziehungen zu pflegen und zu halten. Netzwerkpflege nimmt deshalb heute sehr viel mehr Zeit ein als früher. Früher passierte das oft fast automatisch – mit einem Besuch der Ausstellung oder des Netzwerktreffen oder mit der Kaffee-Einladung ins Atelier von Kolleg*innen. Ich kann heute nicht mehr darauf vertrauen, dass ich nur mit offenen Augen durch meine Nachbarschaft laufen muss, um potenzielle Kund*innen zu treffen.

00:15:36: Dr. Franziska Walther: Gleichzeitig nutze ich aber heute auch andere Formen von Akquise, um meine Angebote sichtbar zu machen. Eine dieser Sachen hörst du gerade: der Podcast ist mein Sprachrohr, mein Publikationskanal, mein Weg, mich mit Menschen, die sich für meine Arbeit interessieren, zu verbinden. Und der Podcast geht remote. Es ist total egal, wo ich sitze und den Podcast aufnehme. Genauso remote-kompatibel sind mein Newsletter, Vorträge und Workshops und all meine Beratungsangebote, wie zum Beispiel die Portfolio-Akademie als Live-Gruppenprogramm.

00:16:10: Dr. Franziska Walther: Und ja, ich bin total dankbar dafür, dass mir diese Arbeit erlaubt, hier am See in Finnland zu leben. Und jetzt hier am Ende möchte ich dich aber auch noch ein paar dieser ganz wichtigen Fragen fragen. Denn vielleicht hast du ja auch Lust, mal kurz innezuhalten und zu überprüfen, ob der Weg, den du gerade gehst, immer noch deiner ist.

00:16:30: Dr. Franziska Walther: Wenn du Lust darauf hast, dann nimm dir heute zehn Minuten Zeit und beantworte diese drei Fragen. Und zwar schriftlich. Schreib deine Gedanken also auf, dokumentiere sie. Und beginne mit Frage Nummer eins. Und die lautet: Was wäre die eine Entscheidung, die dein Leben oder deine Selbstständigkeit sofort besser machen würde? (egal wie unrealistisch die sich gerade vielleicht anfühlen mag) Hmmm, hast du es?

00:16:58: Dr. Franziska Walther: Denke mal kurz drüber nach und vielleicht drückst du hier kurz auf Pause und schreibst es gleich auf. Und dann mach weiter mit Frage Nummer zwei: Was hält dich davon ab? Schreib alles auf, was sie dazu einfällt, egal wie groß, klein, realistisch oder irrelevant sich diese Gründe gerade anfühlen, die da in deinem Kopf aufploppen. Schreib alles auf ... mach das mal, vielleicht kannst du hier auch wieder auf Stopp drücken.

00:17:22: Dr. Franziska Walther: Okay. Alles aufgeschrieben? Sehr gut. Und dann überlege mit Frage Nummer drei: Was wäre der kleinste Schritt, den du diese Woche tun könntest, um dich dieser Entscheidung zu nähern? Erlaubt dir ganz, ganz kleine Schritte. Auch hier: Schreib alles auf, was dir einfällt. Und wenn du das gemacht hast, dann teile gern deine Erfahrungen dazu mit mir. Ich bin super neugierig. Schickt mir gern einen Kommentar auf Spotify oder auf Instagram oder LinkedIn oder schreib mir eine Email.

00:17:53: Dr. Franziska Walther: Und ja, wenn du auch Positionierung nutzen willst, um deine Selbstständigkeit selbstbestimmt zu gestalten, damit du dann auch dahin kommst, wo du hin willst, dann fühl dich herzlich eingeladen in die nächste Portfolio-Akademie. Aktuell kannst du dich auf die unverbindliche und kostenlose Warteliste eintragen und dann bekommst du zum nächsten Start alle Infos als erstes. Die Warteliste findest du unter

00:18:18: Dr. Franziska Walther: www.diegutemappe.de/pa. P wie Portfolio und A wie Akademie. Und damit wünsche ich dir für heute alles Liebe. Danke, dass du mit mir bis hierhin zugehört hast. Ich weiß das sehr zu schätzen. Ein ganz großes Danke dafür. Und wir hören uns nächste Woche. Ich freue mich auf dich. Bis dahin. Tschüss.

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