Die unsichtbare Kraft für langfristigen Erfolg: Schritt für Schritt sichtbar werden
Shownotes
200 / Sichtbarkeit aufbauen: Warum kontinuierliche Wiederholung der Schlüssel zu Expertise ist
Stell dir vor, du startest einen Podcast – und niemand hört zu. Du schreibst Blogartikel – und niemand liest sie. Du gehst auf Events – und niemand nimmt dich wahr. Klingt frustrierend? Ist es auch. Aber genau hier liegt der Unterschied zwischen denen, die aufgeben, und denen, die langfristig erfolgreich sind.
Nach 200 Folgen des Portfolio-Podcasts – und vier Jahren kontinuierlicher Arbeit – weiß ich: Sichtbarkeit ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Und dieser Marathon beginnt nicht mit einem großen Sprung, sondern mit vielen kleinen Schritten.
In dieser Folge teile ich mit dir meine acht wichtigsten Learnings aus 200 Folgen. Und du erfährst, warum Kontinuität der unsichtbare Schlüssel zu langfristigem Erfolg ist – besonders für Kreative, die sich als Personenmarke positionieren wollen.
In dieser Folge erfährst du:
- warum du nicht »perfekt« starten musst, sondern Schritt für Schritt wachsen kannst, ohne dich zu überfordern,
- wie du dich durch Kontinuität von anderen unterscheidest und warum dich das von der Masse abhebt,
- warum »langweilige« Wiederholung der Schlüssel zur Expertise ist
- und wie du ambivalente Gefühle aushältst – denn kreativer Erfolg entsteht nicht trotz, sondern wegen der emotionalen Achterbahnfahrt.
Diese Folge ist für dich, wenn du:
- als Kreative*r (Designerin, Illustratorin, Selbstständiger) langfristig sichtbar sein willst, ohne dich zu verausgaben,
- deine Positionierung mit Substanz statt Hype aufbauen möchtest,
- dich fragst, wie du Jahre durchhältst, ohne die Motivation zu verlieren,
- offene, ehrliche Einblicke in den Prozess suchst – nicht nur die »erfolgreichen« Highlights.
Ressource zur Folge: Franziskas Buch »Die gute Mappe« ist eine praktische Anleitung, um deine Positionierung und Akquise strategisch aufzubauen – genau wie in diesem Podcast.
Alle Infos zur Folge #200 inklusive Links und einem kompletten Transkript findest du in den Shownotes.
Im Portfolio-Podcast erfährst du, wie du mit deiner kreativen Arbeit gut zu dir passende Aufträge akquirierst, und wie du dafür sorgst, dass dein Herz weiterhin für deine kreative Arbeit brennt – auch mit dem ganzen Brimbamborium, den der Berufsalltag von selbstständigen Designer:innen und Illustrator:innen so mit sich bringt.
Dr. Franziska Walther ist selbst Designerin, Illustratorin und Autorin – und Expertin für Positionierung und Akquise in der Kreativwirtschaft. Sie unterstützt seit über 15 Jahren Menschen dabei, sich in der Kreativwirtschaft nachhaltig zu positionieren und wirksame Akquise zu machen.
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*Disclaimer: Der Podcast will und kann eine rechtssichere, psychotherapeutische oder medizinische Beratung nicht ersetzen. Die hier geteilten Inhalte basieren auf meinen persönlichen Erfahrungen und sind konkrete Einzelfall-Beschreibungen. Deshalb hafte ich nicht für die hier geäußerten Inhalte. Die zur Verfügung gestellten Informationen begründen auch kein Beratungsverhältnis. Bitte triff deine Entscheidungen für dich selbst und hole dir im Zweifelsfall rechtliche oder andersweitige Unterstützung. Die gesammelten Informationen spiegeln den Stand des Veröffentlichungsdatums wider.
Transkript anzeigen
00:00:00: Dr. Franziska Walther: Heute ist ein besonderer Tag, denn das hier ist die 200. Folge des Portfolio-Podcasts. Ich freue mich sehr, dass du heute hier bist, denn mit dieser Folge möchte ich etwas mit dir feiern. Etwas, was oft unterschätzt wird. Und das ist die Kraft von Kontinuität. Vor vier Jahren habe ich mit dem Podcast angefangen, weil ich mir ein kleines Ziel gesetzt hatte.
00:00:27: Dr. Franziska Walther: Zehn, vielleicht 20 Folgen wollte ich erst mal machen. Und ja, klar, ich hatte natürlich auch so eine größere Idee, was das Ganze langfristig bringen könnte. Aber heute weiß ich: Es war nicht dieser große Plan oder die perfekte Strategie, die mich hierhergebracht haben, sondern es war die tägliche Entscheidung, weiter zu machen. Jede Woche eine Folge, jede Woche, eine neue Chance, sichtbar zu werden.
00:00:52: Dr. Franziska Walther: Jede Woche ein kleiner Schritt nach vorn. Beim Machen dieser 200 Schritte habe ich viel gelernt und genau diese Erkenntnisse teile ich heute mit dir, damit du sie für deine Positionierung nutzen kannst. Denn egal ob Podcast, Blog oder Akquise: Kontinuität ist überall der unsichtbare Motor für langfristigen Erfolg. Und heute erfährst du, wie du Kontinuität für dich einsetzt. Und in diesem Sinne: Herzlich Willkommen im Portfolio-Podcast.
00:01:25: Dr. Franziska Walther: Hier erfährst du, wie du mit deiner kreativen Arbeit gut zu dir passende Aufträge akquiriert und wie du gleichzeitig dafür sorgst, dass dein Herz weiterhin für deine kreative Arbeit brennt. Auch mit dem ganzen Brimborium, den der Berufsalltag an der kreativen Selbstständigkeit so mit sich bringt. Ich bin Franziska Walther und jetzt geht’s los. Als ich die erste Podcastfolge veröffentlicht habe, am 11. Januar 2022, hatte ich ganz schön Muffensausen.
00:01:56: Dr. Franziska Walther: Ich habe so gedacht: Was? Ich? Meine Stimme, im Radio sozusagen? Nein!!
00:02:03: Dr. Franziska Walther: Deshalb habe ich den Podcast auch ein paar Wochen lang erst einmal nicht Podcast, sondern Audio-Blog genannt. Das klang etwas weniger größenwahnsinnig als die Ansage: Hey, ich mache jetzt einen Podcast und jede Woche kommt eine neue Folge raus. Der Audio-Blog dagegen war nur einen Schritt weg von dem, was ich eh schon seit ner Weile gemacht habe.
00:02:24: Dr. Franziska Walther: Denn damals hatte ich schon seit fast einem Jahr jede Woche zu den Themen Positionierung, Akquise und Portfolio gebloggt. Und die zwei Jahre davor hatte ich auf meiner Webseite Sehenistgold.de wöchentlich einen Blogpost über meine Auswanderung nach Finnland veröffentlicht. Ich hatte also schon Übung darin, jede Woche etwas zu einem spezifischen Thema zu publizieren. Mit dem Podcast kam jetzt nur noch – in Anführungszeichen – die Aufgabe dazu, den Blogartikel auch noch zu vertonen.
00:02:54: Dr. Franziska Walther: Und das erschien mir zwar herausfordernd, aber machbar. Ich habe damals also nicht gleich den Aufstieg auf den Mount Everest geplant, sondern mich nur ein kleines Stückchen weiter den Berg hochgerobbt. Und wenn ich jetzt so zurückblicke, kann ich sehen, dass dieses schrittweise Wachsen langfristig ein wichtiger Grund war, warum ich bis zu Folge 200 durchgehalten hab. Und vielleicht fragst du dich ja jetzt: Franziska! Aber was hat das denn mit mir zu tun?
00:03:22: Dr. Franziska Walther: Ja, das ist eine berechtigte Frage. Aber wenn du als Designer*in und Illustrator*in mit deiner Expertise und deinen Angeboten Geld verdienen willst, dann geht das nur mit Kontinuität. Mit regelmäßiger Akquise, mit der du immer wieder aktiv auf Kund*innen zugehst und deine Angebote sichtbar machst. Aber eben auch, indem du konstant deine Nase immer wieder in die Kamera hältst, zum Beispiel auf Branchen-Events oder in den sozialen Netzwerken.
00:03:50: Dr. Franziska Walther: Und so als Mensch mit deinen Angeboten gesehen wirst. Und hier bedeutet kontinuierlich eben auch nicht nur für ein paar Wochen, sondern eher Jahre. Kontinuierliche Sichtbarkeit über Jahre ist also dieser stille und oft unterschätzte Motor von Erfolg. Und nach 200 Episoden kontinuierlicher Sichtbarkeit bin ich mir sicher, dass bei allem, was du über mehrere Jahre regelmäßig machst, und zwar auf eine Weise, die öffentlich sichtbar ist, du wirklich Berge versetzen kannst damit. Es wird dein Business positiv beeinflussen.
00:04:27: Dr. Franziska Walther: Die Schwierigkeit und das, woran viele scheitern, ist das »jahrelang eine Sache machen«. In den 200 Episoden habe ich einiges darüber gelernt. Und wie gesagt, Learning Nummer eins ist: Erlaube dir Schritt für Schritt zu wachsen. Baue zum Beispiel erst einmal nur einen Akquise-Kanal auf, so wie ich. Eben erst einmal nur einen Blog. Und wenn der gut läuft und du weißt, dass du ihn ohne Probleme bespielen kannst, ergänze einen weiteren Kanal. Und dann vielleicht den nächsten und den nächsten.
00:05:00: Dr. Franziska Walther: Das dauert zwar etwas länger und braucht auch deutlich mehr Geduld, sorgt aber dafür, dass dir nicht nach wenigen Monaten die Puste ausgeht. Denn es ist einfach mal total leicht zu Beginn, wenn du ganz doll motiviert bist, dir etwas ganz, ganz Großes vorzunehmen und dann aber trotzdem nach kurzer Zeit wieder damit aufzuhören. Und ganz ehrlich: Wir kennen das doch alle.
00:05:22: Dr. Franziska Walther: Wir haben alle schon einmal Neujahrsvorsätze gemacht und nur bis März durchgehalten. Wachstum und Weiterentwicklung geschieht auf einem ganz schmalen Grat zwischen Herausforderung und Überforderung. Klar, du entwickelst dich nur weiter, wenn du regelmäßig aus deiner Komfortzone heraustrittst. Ansonsten bleibt immer alles gleich. Aber wenn du dich dabei überfordert, dann ist dein Nervensystem nicht in der Lage, das Gelernte auch zu integrieren.
00:05:49: Dr. Franziska Walther: Und dann bricht dein großer Plan nach ein paar Wochen oder Monaten wie ein Kartenhaus in sich zusammen, weil du dich total verausgabt hast. Große Pläne brauchen also kleine, herausfordernde, aber realistisch umsetzbare Schritte, um Realität werden zu können. Damit hältst du jahrelang durch!. Denn dann kannst du kleine Zwischenziele feiern. Und das ist mega wichtig. Und hier kommt Learning Nummer zwei: Feiere die kleinen Erfolge! Weil: die große Belohnung für dein kontinuierliches in die Sichtbarkeit treten kommt mit großer Wahrscheinlichkeit erst nach Monaten, wenn nicht auch erst nach Jahren.
00:06:30: Dr. Franziska Walther: Das war bei mir und dem Podcast auch so. Die ersten Folgen wurden nur von einer Handvoll von Menschen gehört. Aber das war damals überhaupt nicht schlimm, denn zu Beginn hatte ich viel Schwung und ich war motiviert. So richtig herausfordernd wurde es erst im zweiten Jahr und ab Folge 50. Denn da hatte sich das Momentum vom Anfang schon lange in Luft aufgelöst.
00:06:50: Dr. Franziska Walther: Und jetzt fühlte sich das kontinuierliche Produzieren an wie ein Hamsterrad ohne Belohnung. Denn der große Erfolg blieb aus. Mein Podcast ist niemals viral gegangen und hat an keinem Punkt sprunghaft an Reichweite gewonnen. Er ist einfach stetig und langsam wie ein Baum gewachsen. Etwas von Grund auf und mit Substanz aufzubauen ist genau so wie das Pflanzen eines Baumes. Der ist nach vielen Jahren ganz stark und hat ganz tiefe Wurzeln.
00:07:20: Dr. Franziska Walther: Aber es dauert halt einfach mal eine Ewigkeit. Um in so einer Situation nicht aufzugeben, brauchst du langen Atem. Und das ist nicht sonderlich sexy, denn es passiert nichts Aufregendes, sondern eigentlich immer nur das Gleiche. Und damit sind wir schon bei Learning Nummer drei: Langer Atem fühlt sich ziemlich unsexy an. Denn es bedeutet vom Prinzip, sich immer wieder zu wiederholen.
00:07:45: Dr. Franziska Walther: Aber es ist eben das, was dein Erfolg braucht. Denn über die Wiederholung baust du zwei Sachen auf: Einmal Sichtbarkeit. Die entsteht erst durch eine Reihe von Kontakten. Erst nach einer Weile werden sich Menschen an dich erinnern. Und dazu musst du mehrfach und bestenfalls regelmäßig vor ihnen aufploppen. Und ja, wenn du jetzt denkst: Mäh, Franziska! Aber das ist so schwer.
00:08:09: Dr. Franziska Walther: Ja, das stimmt. Und es wird auch immer schwerer. Sichtbarkeit ist in den letzten Jahren ein wirklich knappes Gut geworden. Ich sage nur Stichwort KI-Slop und überfüllte Social Media Plattformen. Es braucht heute wirklich viel Commitment, Ausdauer, Durchhaltevermögen und ja, auch Kontaktpunkte, um von Menschen erinnert zu werden. Einerseits, weil es ein Überangebot an Informationen und von allem gibt. Und gleichzeitig sinkt aber auch die Aufmerksamkeitsspanne von Menschen.
00:08:39: Dr. Franziska Walther: Aber es hilft ja nichts. Damit du erinnert wirst, brauchst du regelmäßiges Aufploppen vor deinen Wunsch-Kund*innen. Und das erreichst du durch Wiederholung. Deshalb stand die Veröffentlichungsfrequenz des Podcasts für mich nie zur Debatte. Ich habe am Anfang beschlossen, wöchentlich eine Folge zu machen und habe das seitdem nicht mehr in Frage gestellt. Die regelmäßige Wiederholung baut aber auch noch etwas anderes auf.
00:09:07: Dr. Franziska Walther: Und das ist Expertise. Denn erst wenn viele Menschen dich mit einem bestimmten Thema verbinden, bist du als Expertin oder als Experte oder als die Expertise-Person für dieses Thema öffentlich wahrgenommen. Sagen wir mal, du willst dich als Designer*in zum Thema ethisches Design positionieren. Oder du bist Illustrator*in und möchtest für Diversität im Kinderbuch gebucht werden. Das wird nur klappen, wenn du über dein Thema öffentlich sprichst.
00:09:36: Dr. Franziska Walther: Und das immer wieder und kontinuierlich. Und hier kann ich dir nach 200 Podcast-Folgen zu meinem Thema Positionierung berichten, dass das eine ganz schön anstrengende Angelegenheit ist. Denn ich habe ständig das Gefühl, mich zu wiederholen. Ich erwische mich regelmäßig dabei, wie ich denke: Was? Das habe ich doch schon tausendmal erzählt. Interessiert es überhaupt noch irgendjemanden? Aber ja, es interessiert Menschen.
00:10:01: Dr. Franziska Walther: Und nicht nur das. Die Wiederholung ist sogar notwendig. Sie gehört einfach zur Kontinuität dazu. Eine thematische Klammer entsteht nur dadurch, dass es immer wieder nur um dieses eine Thema geht. Aber diese thematische Klammer kommt auch mit einer inhaltlichen Herausforderung. Und damit sind wir schon bei Learning Nummer vier: Erzähle über dich, aber nicht für dich. Wenn du dich als Expert*in positioniert, also als Personen-Marke zu einem bestimmten Thema, dann wirst du kontinuierlich über dieses Thema und dein dazu passendes Angebot sprechen.
00:10:36: Dr. Franziska Walther: So wie ich hier im Podcast. Dazu nimmst du dein Thema und schreibst zum Beispiel einen Blogartikel oder einen Newsletter dazu. Oder du postest regelmäßig in den sozialen Netzwerken. Vielleicht gibst du auch mal ein Interview oder hältst einen Vortrag zu deinem Thema. Oder du schreibst einen Artikel darüber. Und ja, vielleicht machst du auch einen Podcast. Ich habe in den 200 Folgen ja genau das gemacht.
00:10:59: Dr. Franziska Walther: Ich habe mich mit dem Thema Positionierung in der Kreativwirtschaft mit meinem Podcast positioniert. Klar hatte ich vorher schon mein Buch »Die gute Mappe« veröffentlicht und zehn Jahre davor immer wieder Vorträge und Lehrveranstaltungen gehalten zum Thema Positionierung. Allerdings hat mich erst der Podcast mit meinem Thema so richtig bekannt gemacht. Weil er eben eine kontinuierliche Sichtbarkeit schafft. Und ja, das funktioniert.
00:11:26: Dr. Franziska Walther: Aber die Frage ist ja: Was erzählen zum Thema? Das ist eine Herausforderung. Hier wird üblicherweise empfohlen, Erfahrung und Wissen zu teilen, also einfach über die Arbeit zu sprechen und dann am Ende ein dazu passendes Angebot zu pitchen. Aber ich verspreche dir: Wenn ich jetzt einfach immer nur über mich selbst erzähle, im Sinne von »ich ich, ich, ich, ich, ich, ich«, oder über mein Angebot, im Sinne von »Kaufe jetzt die Portfolio-Akademie«, dann interessiert das relativ schnell niemanden mehr.
00:11:57: Dr. Franziska Walther: Du hörst ja nicht zu, um zu hören, wie toll ich bin oder was ich anbiete, sondern weil meine Erfahrungen für dich Relevanz haben. Du kannst andocken und erkennst dich vielleicht darin wieder. Du hörst zu, um Lösungen für konkrete Probleme zu finden, um dich inspirieren zu lassen oder um etwas zu lernen. Und vielleicht interessiert dich auch meine Meinung zu bestimmten Dingen.
00:12:18: Dr. Franziska Walther: Aber nur, damit du dir selbst eine bessere Meinung machen kannst. Du bist hier nicht, um mich zu beklatschen oder zu feiern. Wenn ich also hier im Podcast als Personen-Marke kontinuierlich sichtbar werde, dann ist es meine Aufgabe, dir etwas von mir zu erzählen, das für dich hilfreich ist. Das geht, indem ich nicht nur die Erfolge teile, sondern zum Beispiel auch die Schwierigkeiten auf dem Weg dorthin.
00:12:44: Dr. Franziska Walther: Oder indem ich meine Meinung teile. Aber eben so, dass Menschen mir auch widersprechen oder mit mir diskutieren können. Und es ist auch hilfreich zu teilen, was ich nicht weiß, wo ich mir unsicher bin und welche Fragen ich mir stelle. Und ja, das macht verletzlich. Denn: Was ist denn, wenn einer meine Meinung doof findet, mich kritisiert oder was ist es, wenn ich irgendwas sage, was eine andere Person verletzt?
00:13:09: Dr. Franziska Walther: In den 200 Folgen habe ich gelernt, dass Verletzlichkeit zur kontinuierlichen Sichtbarkeit untrennbar dazugehört. Und das ist Learning Nummer fünf. Und ja, das ist emotional sehr anstrengend. Beim Schreiben der Podcastfolgen komme ich deshalb immer wieder auch an einem Punkt an, an dem ich an liebsten alles hinschmeißen und an den Nagel hängen möchte. Denn der kreative Prozess ist dann in solchen Momenten echt schrecklich und ganz fürchterlich schwer.
00:13:40: Dr. Franziska Walther: Und das Absurde ist ja: Drei Minuten später ist er aber wahnsinnig toll und total befriedigend. Ein Grund, warum ich hier bei Folge 200 angekommen bin, ist ja auch, dass ich immer noch echt viel Spaß daran habe. Aber in jeder der 200 Folgen bin ich durch ein Wechselbad von Gefühlen durchgegangen. Da saßen immer die Angst vor dem Scheitern und die Angst vor Kritik mit dem Boot und das unangenehme Gefühl von Nackigkeit, das die Verletzlichkeit so mit sich bringt.
00:14:10: Dr. Franziska Walther: Aber eben auch Frustration und Widerstand, weil es irgendwie hakt oder blockiert. Teilweise fühlt es sich einfach mal an wie die Hölle. Und dann wieder ganz schwuppdiwupp auf einmal wie ein Tanz auf einer Blumenwiese. Freude und Glück. Alles gleichzeitig oder im schnellen Wechsel. Und damit sind wir bei Learning Nummer sechs: Um kontinuierlich mit kreativer Arbeit sichtbar zu werden, ist es essenziell, ambivalente Gefühle aushalten zu können.
00:14:39: Dr. Franziska Walther: Das ist wirklich allgemeingültig und gilt nicht nur fürs Podcasten. Denn wenn ich zurückschaue, dann kann ich sehen, dass alle meine großen Projekte von dieser Gleichzeitigkeit ganz vieler gegensätzlicher Gefühle geprägt waren. Meine Bücher, meine großen Design-Projekte, große Kampagnen. Und ich sage das hier, weil ich mich lange gefragt habe, ob ich was falsch mache. Ob das an meinen Unsicherheiten liegt oder an fehlenden Fähigkeiten.
00:15:05: Dr. Franziska Walther: Aber nein, jetzt, nach 200 Folgen Podcasten, kann ich sagen: Das ist ein ganz natürlicher Teil des kreativen Prozesses. Und seitdem ich das als »normal« akzeptiert habe, fällt es mir auch leichter, durch diese unangenehmen Stellen einfach so hindurch zu fließen. Wenn ich mal wieder feststecke, das Skript gerade irgendwie total verkorkst ist und mir nichts einfällt für die Illustration zur Folge, dann denke ich: Einfach weitermachen. Ist ganz normal.
00:15:33: Dr. Franziska Walther: Hört gleich wieder auf. Und das stimmt auch. Eine Sache ist hier allerdings auch noch sehr, sehr hilfreich. Und das ist Learning Nummer sieben: Verstehe es als Experiment! In einem Experiment ist das Ergebnis ja offen. Du schaust mal, was passiert und erlaubst dir auch, überrascht zu werden vom Ergebnis. Das bedeutet ja auch, dass du keine festen Erwartungen hast. Diese Perspektive hilft mir immens beim kontinuierlichen Weitermachen.
00:16:02: Dr. Franziska Walther: Sehr lange hatte ich den inneren Anspruch, dass jede neue Folge noch toller, noch besser und noch klarer argumentiert sein sollte als die davor. Und das ist einfach mal eine so unglaublich unrealistische Erwartungshaltung. Denn je regelmäßiger und kontinuierlicher du in die Sichtbarkeit trittst mit deiner kreativen Arbeit, desto mehr Mittelmäßigkeit wirst du auch produzieren. Nicht weil du schlechter wirst, sondern weil du einfach mehr machst. Wenn du regelmäßig auf die Bühne trittst,
00:16:34: Dr. Franziska Walther: Haltung beziehst und sichtbar wirst – egal ob du einen Podcast produzierst, Akquise machst, den 100. Auftrag zu einem Thema finalisiert, ein Buch schreibst oder jede Woche einen Newsletter versendet – du kannst dich nicht jedes Mal übertrumpfen. Klar, ab und an wird dabei etwas ganz Großartiges entstehen. Und die Wahrscheinlichkeit ist so viel größer, dass was Gutes entsteht, wenn du das regelmäßig machst. Einfach nur, weil du mehr produzierst.
00:17:02: Dr. Franziska Walther: Aber du wirst dich wiederholen. Du wirst auch mal was Langweiliges produzieren. Und es wird auch mal so richtig krass vor dem Baum gehen. Das fühlt sich schnell an wie Stillstand oder vielleicht sogar schlimmstenfalls wie ein Schritt zurück. Ist es aber nicht. Es ist das, was es braucht, um etwas von Grund auf und mit Substanz aufzubauen. Und daran erinnere ich mich jede Woche.
00:17:24: Dr. Franziska Walther: Denn ja, ich habe mir ja versprochen, jede Woche eine Folge zu produzieren. Und dadurch habe ich ja sozusagen noch unendlich viele Möglichkeiten, es besser zu machen. Jede Podcastfolge entsteht deshalb mit dem Grundgedanken: Es ist ein Experiment und ich schau einfach mal, was passiert. Und ja, wenn ich das so höre, dann merke ich, wie sehr mich diese 200 Podcast-Folgen verändert haben.
00:17:48: Dr. Franziska Walther: Meine innere Perfektionistin hätte mich zu Beginn schallend ausgelacht, wenn ich ihr erzählt hätte, dass das hier so ein Experiment ist und dass wir einfach mal kucken, was passiert. Und damit sind wir schon beim Learning Nummer acht: Kontinuierliche Sichtbarkeit ist wichtig für deinen Erfolg – aber es ist auch ein Wachstumsprozess, der dich und deine kreative Arbeit verändern wird.
00:18:12: Dr. Franziska Walther: Denn ja klar, diese 200 Podcast-Folgen und die letzten vier Jahre haben mich verändert. Ich habe heute mehr Wissen, mehr Fähigkeiten, mehr Selbstbewusstsein und auch mehr Sicherheit in mir. Durch diese 200 Folgen und die 200 Illustrationen, die dabei ja auch entstanden sind, habe ich zum Beispiel die tolle Maus gefunden und meine Illustrations-Stil geschärft. Meine kreative Stimme ist stärker geworden. Und ich habe mich getraut, mich mehr zu zeigen, so wie ich bin.
00:18:40: Dr. Franziska Walther: Und zu guter Letzt: Ich habe ganz, ganz viele tolle Menschen kennengelernt, die ich ohne die 200 Folgen heute nicht kennen würde. Wenn ich jetzt also zurückblicke auf die Franziska, die die Folge eins veröffentlicht hat vor über vier Jahren, dann feiere ich sie. Sie hatte überhaupt keine Ahnung, wohin sie diese Entscheidung tragen würde, aber sie war optimistisch. Und sie hat sich getraut, sich mutig Raum zu nehmen und etwas auszuprobieren.
00:19:08: Dr. Franziska Walther: Und ich bin ihr unglaublich dankbar dafür. Und damit hier heute die Frage für dich: Wenn du in der Vergangenheit schaust: Welcher Version von dir bist du heute dankbar und warum? Wo bist du stolz auf deine Entscheidungen und kann sehen, dass sie dich nachhaltig verändert haben? Und für welches Thema möchtest du bekannt sein? Mit welchem Thema möchtest du kontinuierlich sichtbar sein?
00:19:34: Dr. Franziska Walther: Und welchen kleinen Schritt kannst du dazu heute gehen? Wenn diese Folge heute etwas Positives mit dir gemacht hat, dich inspiriert hat und dir Mut gegeben hat, dann freue ich mich wirklich sehr darüber. Und ich werfe hier auch noch mal so eine Handvoll Konfetti – Konfetti!! – um die 200. Folge zu feiern. Ich danke dir sehr, dass du heute hier mit dabei warst.
00:19:55: Dr. Franziska Walther: Wenn dir die Folge etwas gebracht hat, dann freue ich mich wirklich, wirklich sehr, wenn du dem Podcast eine positive Bewertung schenkst. Damit unterstützte meine Arbeit wahrscheinlich so viel mehr, als dir bewusst ist. Und ich danke dir von Herzen dafür. Und damit wünsche ich dir für heute alles Liebe. Wir hören uns wieder nächste Woche. Ich freue mich auf dich.
00:20:13: Dr. Franziska Walther: Bis dahin. Tschüss!
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