Positionierung Live Pt. 2: Im Kreis laufen – warum das manchmal der beste Weg ist
Shownotes
202 / Du bewegst dich, aber die Ergebnisse sind noch nicht da? Aber dafür begleitet dich das Gefühl, im Kreis zu laufen? Das kennen alle Selbstständigen aus dem Positionierungsprozess.
Doch was wäre denn, wenn genau das ein sinnvoller Weg ist, um die am besten zu dir passenden Lösungen zu finden und dein Business krisenfest zu machen?
In Teil 2 der Miniserie »Positionierung Live« zeige ich dir, warum die »Was wäre, wenn«-Phase nicht nur normal, sondern essenziell ist. Ich gebe mit dir einen Einblick in meinen eigenen Umpositionierungsprozess und zeige dir, wie ich mit Gedankenexperimenten und klaren Leitlinien (Mehrwert und Vertrauen) meine Angebote schärfe.
In dieser Folge erfährst du:
- warum »im Kreis laufen« nicht nur okay, sondern ein ganz normaler Teil der Positionierung ist,
- wie du die »Was wäre, wenn«-Phase nutzt, um ergebnisoffen zu experimentieren,
- welche zwei Leitlinien (Mehrwert und Vertrauen) dir helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen
- und warum jetzt der perfekte Zeitpunkt ist, deine Positionierung zu überarbeiten – gerade weil die Zeiten unsicher sind.
Für wen eignet sich die Folge? Für kreative Selbstständige und Solopreneur:innen, die sich im Positionierungsprozess festgefahren fühlen, Angst vor Fehlentscheidungen haben oder in unsicheren Zeiten nach Stabilität und Klarheit suchen.
Hör dir auch Folge 199 an, in der ich erzähle, warum ich mich umpositioniere – und warum du das vielleicht auch tun solltest.
Alle Infos zur Folge #202 inklusive Links und einem kompletten Transkript findest du in den Shownotes.
Im Portfolio-Podcast erfährst du, wie du mit deiner kreativen Arbeit gut zu dir passende Aufträge akquirierst, und wie du dafür sorgst, dass dein Herz weiterhin für deine kreative Arbeit brennt – auch mit dem ganzen Brimbamborium, den der Berufsalltag von selbstständigen Designer:innen und Illustrator:innen so mit sich bringt.
Dr. Franziska Walther ist selbst Designerin, Illustratorin und Autorin – und Expertin für Positionierung und Akquise in der Kreativwirtschaft. Sie unterstützt seit über 15 Jahren Menschen dabei, sich in der Kreativwirtschaft nachhaltig zu positionieren und wirksame Akquise zu machen.
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*Disclaimer: Der Podcast will und kann eine rechtssichere, psychotherapeutische oder medizinische Beratung nicht ersetzen. Die hier geteilten Inhalte basieren auf meinen persönlichen Erfahrungen und sind konkrete Einzelfall-Beschreibungen. Deshalb hafte ich nicht für die hier geäußerten Inhalte. Die zur Verfügung gestellten Informationen begründen auch kein Beratungsverhältnis. Bitte triff deine Entscheidungen für dich selbst und hole dir im Zweifelsfall rechtliche oder andersweitige Unterstützung. Die gesammelten Informationen spiegeln den Stand des Veröffentlichungsdatums wider.
Transkript anzeigen
00:00:00: Dr. Franziska Walther: Der Positionierungsprozess fühlt sich schnell mal an wie »im Kreis laufen«. Du bewegst dich, aber die Ergebnisse sind noch nicht da. Und deshalb fragst du dich, ob die Richtung stimmt. Hier an dieser Stelle grätscht oft die Ungeduld in den Prozess rein. Und aktuell kommt erschwerend noch hinzu, dass wir uns gerade in unsicheren Zeiten bewegen. Und in denen neigen Menschen noch mehr zu Ungeduld und vielleicht auch zu hektischen Bewegungen.
00:00:29: Dr. Franziska Walther: Oder sie machen das Gegenteil und bewegen sich gar nicht mehr. Aus Angst vor Fehlentscheidungen. Beides blockiert. Ich zeige dir heute am Beispiel meines eigenen Positionierungsprozesses, wie du diese Blockade umgehst und warum gerade jetzt ein guter Zeitpunkt ist, deine Positionierung zu überarbeiten, um dein Business krisenfest zu machen. Das ist Teil Zwei meiner Miniserie »Positionierung Live«. In Folge Nummer 199 habe ich schon erzählt, warum ich mich umpositioniere.
00:01:01: Dr. Franziska Walther: Wenn du also Teil Eins dieser Serie noch nicht gehört hast, dann hör da auch gerne mal rein. Aber hier und heute teile ich mit dir, warum ich mich gerade ganz bewusst entscheide, »im Kreis zu laufen«. Und warum das »im Kreis laufen« Teil des Prozesses ist. Und in diesem Sinne: Herzlich Willkommen im Portfolio-Podcast. Hier erfährst du, wie du mit deiner kreativen Arbeit gut zu dir passende Aufträge akquirierst und wie du gleichzeitig dafür sorgst, dass dein Herz weiterhin für deine kreative Arbeit brennt.
00:01:38: Dr. Franziska Walther: Auch mit dem ganzen Brimbamborium, denn der Berufsalltag einer kreativen Selbstständigkeit so mit sich bringt. Ich bin Franziska Walther und jetzt geht’s los. In den letzten Wochen haben die Menschen in meinem Leben ständig einen Satz von mir gehört, nämlich: »Ha, ich habe eine neue Idee!« Nur um dann drei Tage später wieder neben mir zu sitzen, während ich mit so wild wedelnden Armen ganz euphorisch von einer komplett anderen Idee erzähle.
00:02:09: Dr. Franziska Walther: Denn aktuell positioniere ich mich um. Los ging es damit schon vor ungefähr zehn Wochen. Und seitdem habe ich alle meine Angebote mit einer großen Sherlock-Holmes-Lupe angeschaut, sie untersucht, herumgedreht und von allen Seiten betrachtet. Und dabei hat mein Kopf wie so ein kleines Feuerwerk ständig neue Ideen heraus geballert. Aktuell begleitet mich deshalb dieser Satz:» Was wäre, wenn«. Was wäre, wenn ich die Portfolio-Akademie in drei verschiedene Programme unterteile?
00:02:41: Dr. Franziska Walther: Was wäre, wenn ich mich mehr auf den Bereich Personenmarken-Aufbau fokussiere? Personal Branding ist ja die Zukunft der Kreativwirtschaft – für Selbstständige und für unsere Kund*innen. Klingt doch total sinnvoll. Aber was wäre, wenn mein neues Sachbuch, an dem ich gerade schreibe, dann thematisch überhaupt nicht mehr zu meinem neuen Schwerpunkt passt? Und was wäre, wenn ich was ganz anderes, Neues, starten würde?
00:03:05: Dr. Franziska Walther: Ganz, ganz viele Fragen. Wie gesagt, vor zehn Wochen habe ich die Entscheidung getroffen, meine Positionierung bis zum Ende des Jahres anzupassen. Und schon seit zehn Wochen befinde ich mich in dieser ersten Phase der Positionierung, der »Was wäre, wenn«-Phase. Hier geht es darum, Ideen zu sammeln: Geschäftsideen, neue Angebote oder Ideen, um bestehende Angebote anzupassen. Mit einem neuen Angebotsergebnis oder mit neuen Zielgruppen oder auf einem neuen Markt.
00:03:37: Dr. Franziska Walther: Und in dieser Phase geht es auch darum, jede dieser Ideen jedes Mal wirtschaftlich durchzurechnen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, ob sich das wirtschaftlich lohnt. Diese Positionierungsphase fühlt sich schnell an wie Luftschlösser bauen: unproduktiv, ohne konkrete Entscheidungen oder wie gesagt, wie so ein bisschen im Kreis laufen. Aber sie ist wichtig, um die Scheuklappen des Gewohnten abzunehmen und Veränderungen zuzulassen.
00:04:05: Dr. Franziska Walther: Und hier wird es spannend. Denn ich merke gerade, in dieser Phase muss ich zwei Dinge gleichzeitig aushalten, die sich erst einmal widersprechen. Einerseits brauche ich die Erlaubnis, groß zu träumen und ausgetretene Pfade zu verlassen, auch wenn der Weg dahin noch nicht klar ist. Andererseits brauche ich diesen bodenständigen Pragmatismus, der mich daran erinnert, dass am Ende es sich eben nicht nur gut anfühlen, sondern auch wirtschaftlich funktionieren muss.
00:04:34: Dr. Franziska Walther: Und diese Gleichzeitigkeit ist die hohe Kunst in dieser ersten Phase. Es geht also darum, beide Seiten als Teamplayer zu sehen und sie nicht gegeneinander auszuspielen. Zwischen diesen beiden Seiten ist aber oft ein ganz großer Abstand, und der füllt sich schnell mal mit Ungeduld. Da ich sehr ungeduldig werden kann, fülle ich den Zwischenraum aktuell ganz bewusst mit etwas anderem, nämlich mit meinen »Was wäre, wenn«-Sätzen?
00:05:03: Dr. Franziska Walther: Ich gehe also gerade ganz bewusst im Kreis und mache Gedankenexperimente. Die helfen mir durchzurechnen, ob diese verschiedenen Szenarien wirtschaftlich tragfähig Modelle sein können. Und sie helfen mir auch zu visualisieren, welche Konsequenzen diese Veränderungen für mich und meine Arbeit hätten. Und heute gebe ich dir Einblick, welche konkreten Fragen ich mir bei diesem Gedankenexperiment stelle. Doch bevor wir damit starten können, braucht es einen Blick auf den Status Quo.
00:05:34: Dr. Franziska Walther: Und dazu habe ich einen Blick zurückgeworfen und geschaut, was die letzten Monate und Jahre gut funktioniert hat und was hat nicht gut funktioniert. Was möchte ich ändern und warum? Darüber habe ich ja auch schon in Episode 199 gesprochen. Neben diesem Blick zurück habe ich dann aber auch nach vorne geschaut und einen Blick in die Zukunft geworfen. Ich habe mich also gefragt: Was wünsche ich mir für mich und für mein Business?
00:06:01: Dr. Franziska Walther: Wie soll meine Zukunft aussehen? Welche Ziele will ich erreichen? Erst wenn das konkret formuliert ist, wird es auch möglich sein, später im Prozess zu entscheiden, welches der Gedankenexperimente die beste Wahl für den nächsten Schritt ist. Und bei meinen Zielen und Wünschen musste ich nicht bei Null anfangen, denn die habe ich in meinen vorherigen Positionierungsrunden schon ganz konkret benannt und auf einem virtuellen Miro-Whiteboard festgehalten.
00:06:28: Dr. Franziska Walther: Dieses Vision-Board habe ich also schon vor vielen Jahren angelegt und es beschreibt, wer ich bin, was mir wichtig ist und was ich mir wünsche. In Bildern und den Schlagworten. Hier habe ich also vor zehn Wochen wieder einmal ganz bewusst drauf geschaut und ein paar Dinge angepasst und ergänzt. Und es hat mich total froh gemacht, hier zu sehen, dass sich gar nicht so viel ändern musste.
00:06:51: Dr. Franziska Walther: Es kamen eigentlich nur ein paar Dinge hinzu, in die ich in den letzten Jahren hineingewachsen bin. Ich habe zum Beispiel ein Cover vom Podcast und die tolle Maus, also die Bildwelt, die ich in den letzten Jahren für den Podcast entwickelt habe, auf dem Board ergänzt. Und ein Foto von mir beim morgendlichen Schwimmen gehen ist da jetzt auch drauf, weil das für mich ganz viel Lebensqualität bedeutet.
00:07:13: Dr. Franziska Walther: Und mit diesem Blick in die Vergangenheit und den Blick in die Zukunft im Gepäck habe ich dann im nächsten Schritt aufgeschrieben, was sich ändern soll. Denn Positionierung ist ja ein Veränderungsprozess. Und damit der zielgerichtet ist, braucht es Vorgaben. Das Allererste, was mir klar wurde, was ich aufgeschrieben habe, war: Ich will keine zusätzliche Komplexität. Mein Business soll strukturell so bleiben oder bestenfalls einfacher werden, aber nicht komplexer.
00:07:45: Dr. Franziska Walther: Genau. Wirtschaftlich soll alles einfach so bleiben, wie es die letzten drei Jahre war. Das erlaubt mir ein gutes, sorgenfreies Leben. Unendliches Wachstum und Skalieren ohne Ende, im Sinne von mehr, mehr, mehr, mehr, das brauche ich nicht. Was mir aber wichtig ist, ist, dass ich kein Team möchte. Das wurde mir nämlich in letzter Zeit oft nahegelegt, wenn ich mich beschwert habe, dass ich wieder so viel zu tun habe.
00:08:09: Dr. Franziska Walther: Aber ich möchte weiterhin solo-selbstständig sein. Denn ein Team bedeutet einfach weniger Flexibilität, zwingend mehr Wachstum und auch mehr Risiko. Und ja, auch mehr Kommunikation. Und ich arbeite ehrlich gesagt total gerne alleine und das soll auch so bleiben. Genau. Kooperationen und temporäre externe Unterstützung sind okay, aber keine Mitarbeitenden. Aber eine Sache hätte ich gerne auch noch: Mehr Zeit für mich und meine eigenen Bücher.
00:08:38: Dr. Franziska Walther: Und wenn du den Podcast schon eine Weile hörst, dann weißt du, das ist Dauerwunsch. Und der gehört natürlich auch hier auf meine Ziele-Liste. Mit diesen Vorsätzen habe ich mir dann meine Angebote angeschaut. Dazu habe ich alles, was ich mache, auf einen großen Tisch gelegt. Diesmal war das bei mir wirklich mein Küchentisch. Denn obwohl ich meine vorherigen Positionierungsrunden in der Vergangenheit oft digital auf verschiedenen Whiteboards gemacht habe, finde ich aktuell Papier irgendwie greifbarer.
00:09:09: Dr. Franziska Walther: Vielleicht ist das so eine Gegenreaktion gegen KI oder gegen die Digitalisierung. Ist ja am Ende auch egal. Ich mache das im Moment auf Papier. Auf meinem Küchentisch liegen jetzt verschiedene Papier-Haufen. Einmal meine aktuellen Angebote, also all das, womit ich aktuell Geld verdiene: meine Beratungsangebote, meine Design-Leistungen, meine Bücher, mein Podcast. Daneben gibt es auch einen großen Haufen von Ideen und Projekten.
00:09:33: Dr. Franziska Walther: Einige Ideen sind neu, andere trage ich schon Ewigkeiten mit mir herum. Und alle diese Haufen stehen gerade zur Diskussion. Alles darf hinterfragt werden. Jede Idee ist erst einmal erlaubt. Und ja, jede Idee darf auch wieder verworfen werden. Und das ist wichtig in der »Was wäre, wenn«-Phase. Nur wenn du dir erlaubst, ergebnisoffen zu experimentieren, kannst du wirklich über den Tellerrand deiner bestehenden Positionierung schauen.
00:10:03: Dr. Franziska Walther: Und ja, alles darf, nichts muss. Du darfst ja alles, was sich dann nicht gut anfühlt beim Experimentieren, später auch wieder in die Tonne werfen, wenn du möchtest. Und bei mir war es so. Einige meiner Ideen haben sich beim länger drüber nachdenken nicht gut angefühlt. Erst dachte ich so: Hurra, das ist es. Aber dann habe ich gemerkt. Einige von ihnen machen zum Beispiel komplett Tabula rasa mit meinem Business.
00:10:29: Dr. Franziska Walther: Sie würden für mich in der Konsequenz bedeuten, dass ich vom Prinzip noch einmal bei Null anfange, mich neu positioniere als eine andere Expertin mit einem komplett anderen Thema. Auch diese Ideen habe ich ein paar Tage mit mir herumgetragen, habe sie wirtschaftlich durchgerechnet und geschaut, was das für mich und meine Arbeit bedeuten würde. Und dann habe ich gemerkt: Halt, stopp!
00:10:51: Dr. Franziska Walther: Das fühlt sich gar nicht gut an, auch wenn die Idee als solche vielleicht spannend ist. Und wie gesagt, einige dieser Ideen trage ich schon Ewigkeiten mit mir herum. Aber ich habe so gemerkt: Ich will nicht das, was ich mir aufgebaut habe, ersetzen. Ich will auf das aufbauen, was ich schon habe. Denn hier an dieser Stelle ist es natürlich auch sinnvoll, auf das zu schauen, was im Außen passiert.
00:11:15: Dr. Franziska Walther: Was hat sich da verändert und wie will ich damit umgehen? Und so musste ich meine Ziele-Liste noch einmal erweitern. Denn ja, wie wahrscheinlich alle kreativen Selbstständigen machen mir die aktuellen Entwicklungen mit Generative KI Sorgen und ich möchte meine Selbstständigkeit ki-sicher machen. Das ist ein wichtiges Ziel für mich für die Zukunft. Und in Anbetracht der weltpolitischen Lage habe ich auch gemerkt: Ja, ich möchte die aktuelle wirtschaftliche Krise nutzen, um mein Unternehmen auf wirtschaftlich ganz bodenständige, ganz stabile Füße zu stellen.
00:11:51: Dr. Franziska Walther: Oder wie ich es für mich übersetze: Krise als Chance für einen Qualitätscheck. Denn das hast du bestimmt auch mit deinen Kund*innen in den letzten Monaten erlebt. In Krisenzeiten wird jedes Budget zweimal umgedreht. Aufträge werden vorsichtiger vergeben. Es wird erst einmal weniger investiert. Häufig fließt das Geld dann in die Dinge, die kurzfristig einen messbaren Erfolg schaffen. Und Langzeit-Ziele, wie zum Beispiel langfristige Positionierung, werden in solchen Krisen-Phasen oft erst einmal vertagt.
00:12:25: Dr. Franziska Walther: Denn in der Krise ist das oberste Ziel, das aktuelle Geschäftsjahr gut über die Bühne zu bringen. Das geht unseren Kund*innen genauso wie uns Selbstständigen. Und nachdem mir das bewusst wurde beim Schreiben, wurde mir auch noch klar: Die komplette Umstrukturierung eines Unternehmens inklusive Rebranding und neuer Angebotsstruktur ist ja immer ein Risiko. Immer. Aber in Krisenzeiten sind Menschen noch kritischer und bauen lieber auf Bewährtes anstatt auf Unbekanntes.
00:13:00: Dr. Franziska Walther: Deshalb ist es jetzt für mich sinnvoll, lieber langfristig zu planen und zu optimieren, anstatt etwas komplett Neues aus dem Boden zu stampfen und Tabula rasa zu machen. Nach diesem Aha-Moment habe ich mir ein paar Guidelines für meine Gedankenexperimente gemacht. Die nutze ich, um mich immer wieder an zwei Dinge zu erinnern, auf die ich mich fokussieren will in der »Was wäre, wenn«-Phase. Und der Fokus Nummer eins ist der Fokus auf Mehrwert.
00:13:31: Dr. Franziska Walther: Mit meiner neuen Positionierung möchte ich meine bestehenden Angebote schärfen, damit meine Arbeit für die Menschen, mit denen ich zusammenarbeite, ein relevantes, bestenfalls messbares Ergebnis erzeugt. Dieses Ergebnis muss dabei so wertvoll und signifikant für meine Geschäftspartner sein, dass diese gerne Geld dafür ausgeben, weil sie einen echten Nutzen davon haben. Und ja, da wir ja alle krisen-technisch im gleichen Boot sitzen, sind hier zwei Fragen besonders wertvoll.
00:14:03: Dr. Franziska Walther: Und diese stelle ich mir gerade immer wieder in meinen GedankenkExperimenten. Frage Nummer eins ist: Welche Auswirkungen hat die wirtschaftliche Krise auf meine Kund*innen? Und Frage Nummer zwei: Wie kann ich noch besser dabei helfen, meine Kund*innen durch die Krise zu begleiten, damit sie auf der anderen Seite wohlbehalten ankommen? Und dann ist da noch Fokus Nummer zwei – der Fokus auf Vertrauen.
00:14:29: Dr. Franziska Walther: Gleichzeitig fokussiere ich mich in meinem Positionierunsgprozess darauf, bestehendes Vertrauen wachsen zu lassen, anstatt es mit zu starken Brüchen kaputt zu machen. Denn Vertrauen wird in Krisenzeiten zur wichtigsten Währung in der Geschäftswelt. Deshalb frage ich mich: Wie kann ich in meiner Positionierung auf das Vertrauen, das über die letzten 15 Jahre gewachsen ist, aufbauen? Was brauchen die Menschen, die mit mir zusammenarbeiten, um mir trotz der stattfindenden Veränderung weiterhin zu vertrauen?
00:15:00: Dr. Franziska Walther: Und wie kann ich den Veränderungsprozess so gestalten, dass Menschen sich mitgenommen fühlen? Diese beiden Schwerpunkte Mehrwert und Vertrauen sind also die Leitlinien, die gerade entscheiden, welche meiner Ideen-Haufen auf meinem Küchentisch weitergedacht werden. Das ist der aktuelle Stand meiner Positionierung. Und ja, ich weiß, das fühlt sich vielleicht alles wenig konkret an. Und das ist es auch. Aber das ist das, was die »Was wäre, wenn«-Phase braucht.
00:15:27: Dr. Franziska Walther: In der entsteht ein großer Haufen von Ideen. Die trage ich gerade alle regelmäßig mit mir herum. So ein bisschen wie Eier. Ab und an setze ich mich wie ein Huhn sozusagen auf ein Ei drauf und brüte mal so ein bisschen und überprüfe mit meinen zwei Leitlinien, ob die Idee ein für mich passender nächster Schritt ist. Die nächste Aufgabe im Prozess ist dann, eine der Ideen auszuwählen und zu konkretisieren, um dann damit eine klare Angebotsstruktur zu formulieren, die wirtschaftlich nachhaltig funktioniert.
00:15:58: Dr. Franziska Walther: Mit konkreten Zielgruppen, Alleinstellungsmerkmalen und einer wirksamen Akquise-Strategie. Wie es weitergeht, das erzähle ich dir hier bald in der nächsten Folge der Miniserie »Positionierung live«. Aber für heute habe ich noch eine Frage für dich mitgebracht. Und die lautet: Wo in deinem Business hältst du gerade an etwas fest – aus Angst vor Veränderung – obwohl du eigentlich weißt, dass es nicht mehr zu dir passt?
00:16:25: Dr. Franziska Walther: Hmm. Fühl mal kurz rein. Hast du’s? Okay. Und dann die Folgefrage: Was brauchst du, um dich zu trauen, hier mal genau hinzuschauen und mit einem »Was wäre, wenn«-Satz ein Gedankenexperiment zu starten? Ich bin sehr gespannt, was du herausfinden wirst und was die Folge mit dir gemacht hat. Falls dir diese Folge einen Aha-Moment beschert hat oder einfach nur so ein bisschen Mut gegeben hat,
00:16:50: Dr. Franziska Walther: dann würde ich mich riesig freuen. Und ich danke dir sehr, wenn du dem Podcast deshalb eine positive Bewertung schenkst oder die heutige Folge einfach weiter empfiehlst. Damit unterstützt du meine Arbeit so viel mehr, als du wahrscheinlich denkst, und ich danke dir von Herzen dafür. Und damit wünsche ich dir für heute alles Liebe. Wir hören uns wieder nächste Woche. Ich freue mich auf dich.
00:17:11: Dr. Franziska Walther: Bis dahin. Tschüss.
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