Warum ein Wochenendtrip deiner Kreativität mehr bringt als stundenlanges Brainstorming
Shownotes
203 / Kreativität entsteht nicht durch stundenlanges Grübeln, sondern durch Momente, in denen du gerade das nicht tust.
In dieser Folge nehme ich dich mit auf meinen Trip in die Schweiz und zeige dir, warum schon ein kurzer Ausflug in eine fremde Umgebung dein kreatives Denken umkrempelt und stärkt. Denn Kreativität braucht zwei Dinge: Disziplin (für die Umsetzung) und neue Impulse (für die Ideen). Doch gerade Letztere kommt im stressigen Berufsalltag einer kreativen Selbstständigkeit oft zu kurz.
In dieser Folge erfährst du:
- warum dein Gehirn neue Reize braucht, um aus festen Denkmustern auszubrechen und wie selbst ein Spaziergang durch eine unbekannte Stadt das schafft,
- wie die 5 Phasen des kreativen Prozesses (Vorbereitung, Inkubation, Illumination, Realisierung, Verifikation) zusammenhängen – und warum Phase 2 (Inkubation) oft unterschätzt wird,
- warum du nicht auswandern musst, um kreativer zu werden: Kleine Perspektivwechsel (neue Gemüsesorte, Workshop, Sportart) reichen schon,
- wie du kreatives Burnout vermeidest, indem du dir regelmäßig »Schwamm-Momente« gönnst – also Zeiten, in denen du wie ein Kind alles aufsaugst, ohne Ziel.
Für wen ist diese Folge? Für alle kreativen Selbstständigen (Illustratorinnen, Designerinnen, Texter*innen), die sich fragen, warum sie trotz harter Arbeit manchmal keine neuen Ideen haben – und die lernen wollen, wie sie ihre Kreativität nachhaltig fördern können.
Ressource zum Vertiefen: Im Buch »Schlicht ein Puma in den Tag« (Gewinner des Schweizer Kinder- und Jugendbuchpreises 2026) geht es genau um solche Momente der Offenheit – und wie sie unser Schaffen bereichern. Hier erfährst du mehr.
Alle Infos zur Folge #203 inklusive Links und einem kompletten Transkript findest du in den Shownotes.
Im Portfolio-Podcast erfährst du, wie du mit deiner kreativen Arbeit gut zu dir passende Aufträge akquirierst, und wie du dafür sorgst, dass dein Herz weiterhin für deine kreative Arbeit brennt – auch mit dem ganzen Brimbamborium, den der Berufsalltag von selbstständigen Designer:innen und Illustrator:innen so mit sich bringt.
Dr. Franziska Walther ist selbst Designerin, Illustratorin und Autorin – und Expertin für Positionierung und Akquise in der Kreativwirtschaft. Sie unterstützt seit über 15 Jahren Menschen dabei, sich in der Kreativwirtschaft nachhaltig zu positionieren und wirksame Akquise zu machen.
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*Disclaimer: Der Podcast will und kann eine rechtssichere, psychotherapeutische oder medizinische Beratung nicht ersetzen. Die hier geteilten Inhalte basieren auf meinen persönlichen Erfahrungen und sind konkrete Einzelfall-Beschreibungen. Deshalb hafte ich nicht für die hier geäußerten Inhalte. Die zur Verfügung gestellten Informationen begründen auch kein Beratungsverhältnis. Bitte triff deine Entscheidungen für dich selbst und hole dir im Zweifelsfall rechtliche oder andersweitige Unterstützung. Die gesammelten Informationen spiegeln den Stand des Veröffentlichungsdatums wider.
Transkript anzeigen
00:00:00: Dr. Franziska Walther: Kreativität hat nur wenig mit Talent zu tun und noch weniger mit dem berühmten kreativen Chaos. Aber Kreativität braucht zwei Dinge, die auf den ersten Blick widersprüchlich erscheinen. Erstens so eine fleißige Disziplin. Also dieses »trotzdem weitermachen«, auch wenn es anstrengend wird. Und zweitens eine offene Neugierde, wie Kinder sie haben, wenn sie zum ersten Mal etwas Neues erkunden und dabei alles aufnehmen.
00:00:28: Dr. Franziska Walther: Wie so ein Schwamm. In der heutigen Folge nehme ich dich mit auf meinen Trip in die Schweiz am Wochenende und ich teile mit dir eine ganz einfache und simple Strategie, mit der du deine Kreativität so richtig in Schwung bringst und die dich sogar vor kreativem Burnout beschützt. Und genau diese Strategie ist mir am Wochenende in der Schweiz begegnet.
00:00:51: Dr. Franziska Walther: Und in diesem Sinne. Let’s go! Herzlich willkommen im Portfolio-Podcast. Hier erfährst du, wie du mit deiner kreativen Arbeit gut zu dir passende Aufträge akquirierst und wie du gleichzeitig dafür sorgst, dass dein Herz weiterhin für deine kreative Arbeit brennt. Auch mit dem ganzen Brimbamborium, den der Berufsalltag einer kreativen Selbstständigkeit so mit sich bringt. Ich bin Dr. Franziska Walther. Und jetzt geht’s los.
00:01:22: Dr. Franziska Walther: Am Freitag bin ich wie gesagt in die Schweiz geflogen, zur Preisverleihung des Schweizer Kinder- und Jugendbuchpreises 2026. Denn die Künstlerin Verena Pavoni, die Autorin Lena Raubaum und ich als Buchgestalterin waren mit unserem Buch »Schlicht ein Puma in den Tag« nominiert für diesen Preis. Die Preisverleihung fand in Solothurn statt. Das ist eine kleine, pittoreske Stadt mit 17.000 Einwohnern, knapp eine Stunde von Zürich entfernt.
00:01:52: Dr. Franziska Walther: Und im Zug von Zürich nach Solothurn habe ich wie gebannt aus dem Fenster geschaut und die Landschaft bewundert. Alles war so viel grüner als zu Hause. In Finnland geht der Frühling ja gerade erst los. Und hier? Hier war er schon im vollem Gange. Die Bäume leuchteten in so ganz vielen satten Grüntönen, und die hügelige Landschaft drumherum sah deshalb aus wie so ein riesiger, gigantisch Brokkoli.
00:02:19: Dr. Franziska Walther: Als ich in Solothurn ankam und aus dem Bahnhofsgebäude herauskam, fiel mir sofort eins auf. Da waren auf einmal echte Berge, die sich wie so eine grosse Kulisse hinter der Stadt auftürmten. Und ja, am Samstagmorgen bin ich dann vor der Preisverleihung noch eine Stunde spazieren gegangen, habe mir die Bäume in der Stadt angesehen. Da gab es ganz viele uralte Platanen und auch ein paar Olivenbäume habe ich gesehen.
00:02:43: Dr. Franziska Walther: Die Häuser der Altstadt waren schmaler als zu Hause und die Dächer waren irgendwie so viel spitzer. Und auch die Farben des Flusses, der die Stadt in zwei Teile teilt, habe ich bewundert. Da waren so ganz viele Facetten zwischen Dunkelgrün und einem schimmernden Türkisblau. Da es ja Samstagmorgen war, war gerade Markt in der Stadt. Und es roch nach Blumen, nach Käse und nach frischem Brot.
00:03:06: Dr. Franziska Walther: Und viele der Menschen, die gerade ihren Wochenendeinkauf machten, haben lustigerweise nach Kräuter-Seife gerochen. So ganz sauber. Genau. Geredet wurde freundlich und in Schweizerdeutsch, das ich nur teilweise verstand. Ich war vorher noch nie in der Schweiz. Deshalb bin ich mit grossen und offenen Augen durch die Stadt gelaufen. Wie so ein Kind habe ich mich gefühlt. Alles war neu und aufregend und ich habe alles aufgesaugt wie dieser bewusste Schwamm.
00:03:32: Dr. Franziska Walther: Warum erzähle ich dir das? Weil das was mit Kreativität zu tun hat. Denn wenn du etwas Neues machst, dann wächst auch deine Kreativität. Eine neue Umgebung, selbst wenn es auch nur für zweieinhalb Tage ist, verändert viel. Plötzlich konnte ich Dinge aus einem anderen Blickwinkel sehen und mir fielen auf einmal Sachen auf, die in meinem Alltag normalerweise anders sind.
00:03:56: Dr. Franziska Walther: Und das sind solche Momente, in denen deine Kreativität richtig in Schwung kommt. Nicht trotz, sondern gerade wegen der Unbekanntheit, die du gerade erfährst. Die Fähigkeit, kreativ etwas Neues zu schaffen, lebt ja von dieser Gleichzeitigkeit von gegensätzlichen Dingen. Einmal braucht Kreativität Routine. Die zeigt sich durch Disziplin und durch Fleiß. Wenn ich also zum Beispiel jeden Tag das Dokument meines aktuellen Buch-Projektes öffne, um zumindest täglich eine kleine Sache daran zu machen, dann gehört das zu diesem Teil des kreativen Prozesses, der Disziplin braucht.
00:04:33: Dr. Franziska Walther: Aber die wird erst recht spät im kreativen Prozess nötig. Nämlich dann, wenn es an die Umsetzung der entwickelten Konzepte und Ideen geht. Die Kreativitätsforschung geht aktuell von fünf Phasen des kreativen Prozesses aus: 1. der Vorbereitung, 2. der Inkubation, 3. der Illumination, 4. der Realisierung und 5. der Verifikation. In der Phase der Vorbereitung, also der Phase eins, analysierst du das Problem, das du lösen möchtest.
00:05:03: Dr. Franziska Walther: Und damit du dieses besser einschätzen kannst, sammelst du Informationen. Du recherchierst, lernst neue Sachverhalte, eignest dir Wissen und handwerkliche Fähigkeiten an, die du benötigst, um deine kreative Aufgabenstellung zu lösen. Und ja, ich glaube, viele Illustrator*innen und Designer*innen wählen auch ihren Beruf, weil sie genau diese Phase auch besonders gerne machen. Denn hier lernt man immer etwas Neues. Und ich zumindest mag das auch so richtig gerne an meinem Beruf.
00:05:33: Dr. Franziska Walther: Dieses konstante Lernen. Genau! Dann, nach Phase eins, kommt natürlich Phase zwei, die Inkubation. In der zweiten Phase lässt du sozusagen los und das gesammelte Wissen darf in dein Unterbewusstsein hinunter wandern. Hier darfst du also einfach mal nichts tun, denn dein Gehirn braucht jetzt eine Pause. Denn in dieser Phase muss das Gehirn in einen neuronalen Ruhe-Modus switchen, um sich neu strukturieren zu können.
00:06:02: Dr. Franziska Walther: Hier braucht dein Gehirn sozusagen Zeit, um innerlich aufzuräumen und neue Eindrücke mit bestehendem Wissen zu verknüpfen. Dazu brauchst du vor allen Dingen Geduld, denn diese Phase fühlt sich oft unproduktiv und wenig greifbar an. Aber gerade jetzt ist es sinnvoll, lieber die Gedanken schweifen zu lassen, dich also zum Beispiel ohne Zweck und ohne Ziel durch die Welt zu bewegen.
00:06:26: Dr. Franziska Walther: Du brauchst gleichzeitig aber auch neue Eindrücke, die du aufnehmen kannst wie ein Schwamm, so wie ich in Solothurn. Ohne diese lebendige Erfahrung hilft alles Wissen der Welt nichts. Die Kreativität wird also erst zum Leben erweckt, wenn du mit einer Offenheit und Neugierde, aber eben ohne Ziel und Zweck, mit der Welt in Resonanz trittst, in dem du dich treiben lässt, spazieren gehst, im Zug aus dem Fenster schaust.
00:06:54: Dr. Franziska Walther: Und ja, die Inkubationszeit dauert manchmal länger, manchmal ist sie kürzer. Wir haben also keine Kontrolle darüber, wann diese Phase in die Phase drei übergeht. Aber irgendwann passiert es dann. Phase drei ist da. Die sogenannte Illumination. Das ist das, was sprichwörtlich mit Kreativität verbunden wird. Der große Aha-Moment, die Glühbirne. Das große Hurra. Denn die Idee – jetzt ist sie endlich da.
00:07:22: Dr. Franziska Walther: Wahrscheinlich hast du dabei nicht nur eine Idee, sondern einige. Vielleicht sogar viele. In dieser Phase geht es also nicht nur darum, Ideen überhaupt zu haben. Sondern es geht auch darum, die Guten von den weniger guten Ideen zu unterscheiden und zu wissen, wo es sich lohnt weiterzumachen. Und dann kommt ohne großes Federlesen auch schon Phase vier: die Realisierung. Das ist die Phase, in der du umsetzt.
00:07:48: Dr. Franziska Walther: Deine Idee bekommt also eine Form, wird vielleicht ein Buch oder eine Illustration für einen Packaging. Vielleicht entwickelst du auch ein Logo oder eine Kampagnen-Strategie. Hier denkst du also nicht mehr nur nach, sondern du bringst etwas Neues in die Welt. Du machst. Und hier wird es normalerweise ungemütlich. Forschende sagen, dass Phase vier, also die Realisierung, die härteste der fünf Phasen ist.
00:08:15: Dr. Franziska Walther: Warum? Weil sie sich einfach oft anfühlt wie eine Wechseldusche aus inspirierender Euphorie und ganz zähen Selbstzweifeln. Plötzlich zweifelst du also an deinen Entscheidungen: Soll das Buchcover wirklich so aussehen? Ist die Idee wirklich so gut? Wenn du dich also schon einmal beim Umsetzen einer Illustration oder eines Designs dabei beobachtet hast, wie du ständig die Richtung wechseln willst und dir konstant nicht sicher bist, ob du auf dem richtigen Weg bist, ja, dann befindest du dich wahrscheinlich gerade in Phase vier.
00:08:47: Dr. Franziska Walther: Und so unangenehm das auch ist: Dieses zähe Vorwärtslaufen ist genau das richtige Gefühl für Phase vier. In der Realisierung hilft dir also ein gewisses Durchhaltevermögen und auch Resilienz. Denn ganz anders als das Vorurteil behauptet, sind außergewöhnlich kreative Menschen oft eben nicht außergewöhnlich chaotisch und unorganisiert oder ganz besonders talentiert. Ganz im Gegenteil. Besonders hier in der Phase vier sind außergewöhnlich kreative Menschen oft eben auch außergewöhnlich fleißig.
00:09:21: Dr. Franziska Walther: Und diszipliniert. Sie halten einfach länger als andere durch. Deshalb: Wer durchhält, wird belohnt. Und dann kommt zu guter Letzt noch die Phase fünf: die Verifikation. Hier geht es also darum, dein Ergebnis der Welt zu präsentieren. Das Buch wird also veröffentlicht. Deine Kampagne läuft. Das von dir entwickelte Logo steht auf einmal auf der Webseite deiner Kund*innen. Und auch hier wird meistens noch mal so ein bisschen holperig.
00:09:50: Dr. Franziska Walther: Denn wenn das Feedback von Außen nicht so ist, wie du es dir gerne wünschst, dann kann das auch noch einmal Zweifel und unangenehme Gefühle auslösen. Aber auch das gehört zum kreativen Prozess einfach ganz essenziell mit dazu. Und ja, alle Menschen sind kreativ. Durch diese fünf Phasen des kreativen Prozesses geht jeder Mensch durch. Denn Kreativität ist nicht auf kreative Berufe beschränkt.
00:10:16: Dr. Franziska Walther: Am Ende sind ja alle Menschen in der Lage, sich kreativ auszudrücken. Und üblicherweise haben auch alle Menschen das Bedürfnis, sich kreativ auszudrücken. Kochen, gestalten, Bücherregale an die Wand bringen, zwei Koffer mit einem Fahrrad transportieren – all das geht kreativ oder eben weniger kreativ. Aber einige Menschen sind besser darin, besonders innovative und kreative Ideen hervorzubringen. Und ja, Menschen mit einem kreativen Beruf wollen auch oft besser darin sein.
00:10:47: Dr. Franziska Walther: Denn die Kreativität ist ja eine Kern-Leistung unseres Berufes. Allerdings sind wir gleichzeitig als Illustrator*in und Designer*in eben oft auch gefährdeter, in ein kreatives Burnout zu rutschen, weil wir unsere kreativen Fähigkeiten auf Knopfdruck abrufen müssen. Und außerdem verbringen wir oft so viel mehr Zeit in Phase vier, also in der Umsetzungsphase, dieser wirklich zähen und herausfordernden Phase, als viele andere Menschen.
00:11:16: Dr. Franziska Walther: Und zu guter Letzt ist es auch noch so, dass wir oftmals budget-bedingt viel zu wenig Zeit für Phase eins und zwei haben, also für die Vorbereitungsphase und die Zeit der Inkubation, also der Phase, in der Nichtstun und sich treiben lassen eigentlich am sinnvollsten wäre. Die Frage ist also: Wie können wir als Berufskreative unsere Kreativität fördern und schützen – und das bestenfalls mit einer einfachen und schnell umsetzbaren Strategie?
00:11:46: Dr. Franziska Walther: Als ich am Wochenende durch Solothurn gestreuselt bin, habe ich gemerkt, wie gut mir das getan hat, etwas Neues zu machen. Es war ein kleines Abenteuer, ein kurzes »Über den Tellerrand schauen«. Einfach nur, weil ich mal an einem anderen Ort war. Und ja, die Wissenschaft bestätigt das. So belegen zum Beispiel wissenschaftliche Studien, dass Menschen besser darin werden, kreative und unkonventionelle Lösungen zu finden,
00:12:10: Dr. Franziska Walther: umso länger sie im Ausland gelebt haben. Weil das Leben in einer fremden Kultur dafür sorgt, dass das Gehirn immer wieder mit Situationen konfrontiert wird, die gegen die eigenen Erwartungen gehen. Alle Menschen tragen ja basierend auf ihrem Erfahrungshorizont gewisse Erwartungshaltungen mit sich herum. Und in einer fremden Kultur werden diese eben immer wieder widerlegt. Das Gehirn muss sich dann sozusagen jedes Mal neu orientieren und mit offenen Augen draufschauen, um zu verstehen, was hier gerade passiert.
00:12:43: Dr. Franziska Walther: Und das lockert diese festen Denkmuster des Gehirns auf und macht kreativer. Aber du musst nicht gleich auswandern. Es reicht, regelmäßig das Unbekannte in deinen Alltag einzuladen, indem du dich zum Beispiel mit einer möglichst diversen Gruppe von Menschen umgibst und den Kontakt suchst zu Menschen, die nicht so sind wie du. Die vielleicht einen anderen kulturellen Background haben oder einen anderen Lebensentwurf leben als du. Oder älter sind. Oder jünger.
00:13:14: Dr. Franziska Walther: Alternativ kannst du deiner Kreativität auch einen kleinen Energieschub verpassen, indem du etwas Neues ausprobierst, also etwas, was du noch nie gemacht hast. Das funktioniert ja im Kleinen wie im Großen. Denn natürlich kann man nicht jeden Monat in ein fremdes Land fliegen. Das geht ja allein schon wegen des Öko-Karmas nicht. Deshalb ist es eine gute Idee, auch zu überlegen, wie du das Unbekannte auch im Kleinen und ganz regelmäßig in dein Leben einladen kannst.
00:13:43: Dr. Franziska Walther: Das geht, in dem du zum Beispiel regelmäßig eine neue Sportart ausprobierst oder zu einem Workshop gehst, bei dessen Thema du ganz unbefleckt und ohne Erfahrung bist. Und ja, es geht sogar noch kleiner. Selbst das Testen einer neuen Gemüsesorten, die du noch nie gegessen hast, wäre ein kreativitätsfördernder Blick über den Tellerrand hinaus ins Unbekannte. Mein Tripp in die Schweiz hat mir gezeigt: Obwohl ich nur zweieinhalb Tage weg war, hat dieser Ausflug mir ganz viel Kraft gegeben.
00:14:15: Dr. Franziska Walther: Kreativität braucht eben nicht nur Fleiß und Wissen, sondern auch lebendige Impulse, also gelebtes Leben. Selbst ein kurzer Ausflug ins Unbekannte kann dein Gehirn so umkrempeln, dass neue Ideen entstehen. Und das Beste? Dafür musst du nicht wochenlang im Ausland leben. Ein kleiner Perspektivwechsel reicht ja schon. Natürlich bin ich auch mit ganz besonders viel guter Energie wieder zurück nach Hause gefahren, weil am Samstagnachmittag auch rauskam, dass Verena, Lena und ich wirklich den Schweizer Kinder- und Jugendbuchpreis 2026 gewonnen haben.
00:14:52: Dr. Franziska Walther: Und somit durften wir also mal in Phase fünf, der Verifikation, im Konfettiregen tanzen. Und natürlich spendet auch das Kraft und Energie. Aber gerade weil die externe Bestätigung ja nur ein ganz kleiner Teil des kreativen Prozesses ist, lohnt es sich sehr, andere Wege zu suchen, die deiner Kreativität Kraft geben. Und eine ganz simple Strategie ist eben, Routinen zu durchbrechen und jeden Tag ein kleines Stück Unbekanntes zu suchen.
00:15:24: Dr. Franziska Walther: Und deshalb jetzt die Frage an dich: Wann hast du denn das letzte Mal bewusst etwas Neues ausprobiert? Etwas, das außerhalb deiner Komfortzone lag? Vielleicht ein unbekannter Workshop, eine neue Sportart? Oder vielleicht sogar ein Gericht, das du noch nie gegessen hast? Und falls du jetzt durch die Folge eine Idee bekommen hast, die du sofort umsetzen möchtest, probier es doch mal in den kommenden Tagen aus und berichte, was passiert.
00:15:51: Dr. Franziska Walther: Ich freue mich, wenn du das mit mir teilst. Und ja, falls dir diese Folge einen Aha-Moment beschert hat oder einfach nur ein bisschen Mut gemacht hat, über den Tellerrand zu schauen, dann freut mich das sehr. Und noch mehr freue ich mich natürlich, wenn du dem Podcast dafür eine positive Bewertung schenkst oder die heutige Folge weiter empfiehlst an eine Person, die auch einen kleinen Kreativitäts-Booster vertragen könnte.
00:16:16: Dr. Franziska Walther: Vielleicht könnt ihr dann ja sogar zu zweit mutig etwas Neues ausprobieren. Und damit wünsche ich dir ganz viel Spaß und ich wünsche dir für heute alles Liebe. Wir hören es wieder nächste Woche. Ich freue mich auf dich. Bis dahin. Tschüss.
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