KI ersetzt Fachwissen – und macht es gleichzeitig unersetzlich! 5 Strategien für deine Zukunft
Shownotes
214 / KI macht dein Fachwissen überflüssig? Falsch gedacht! Die Kreativbranche steht vor einem scheinbaren Paradox: KI-Tools ersetzen handwerkliche Schritte und doch wird Fachwissen gerade deshalb immer essenzieller. Warum? Weil du nur mit Expertise KI-Ergebnisse bewerten, anpassen und sinnvoll weiterentwickeln kannst. In dieser Folge zeige ich dir, wie du dein Wissen so ausbaust, dass du auch in 10 Jahren noch gefragt bist – mit oder ohne KI zu nutzen.
In dieser Folge erfährst du:
- Warum KI dein Handwerk nicht ersetzt, sondern es aufwertet – und was das mit Webflow, Schubert und Banjos zu tun hat.
- Wie du in 5 Schritten deine Expertise so aufbaust, dass du souverän entscheidest, wo Technologie dich unterstützt – und wo nicht.
- Weshalb dein kreativer Prozess dein größtes Kapital ist – und wie du ihn bewusst gestaltest.
- Und woran du erkennst, dass du dein Handwerk beherrschst – und warum das heute wichtiger ist denn je.
Für wen ist diese Folge? Für Illustrator*innen, Designer*innen und kreative Selbstständige, die sicher in die Zukunft gehen wollen, ohne sich von KI-Hypes verrückt machen zu lassen.
Inspirationsquelle und Ressource für dich: Eine zentrale Inspiration für diese Folge war das Buch »Unfinished. The Role of the Artist in the Age of Artificial Intelligence« von Lucas Cantor Santiago. Der Komponist zeigt darin, wie Technologie die Musikbranche über Jahrhunderte geprägt hat und warum menschliche Expertise heute wichtiger ist denn je. Hier erfährst du mehr.* (kostenlose Werbung)
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Alle Infos zur Folge #214 inklusive Links und einem kompletten Transkript findest du in den Shownotes.
Das ist der Podcast »Vom Portfolio zur Marke | Business-Strategien für Kreative«, der bis zum 12. August 2026 »Der Portfolio-Podcast | Erfolgreich in Illustration und Design« hieß.
Hier erfährst du, wie du dich mit deiner kreativen Arbeit als starke Marke positionierst, damit gut zu dir passende Aufträge akquirierst und mit selbstbestimmten Entscheidungen deine Selbstständigkeit so gestaltest, dass dein Herz auch in Zukunft noch für deine kreative Arbeit brennt – auch mit dem ganzen Brimbamborium, den der Berufsalltag einer Solo-Selbstständigkeit so mit sich bringt.
Dr. Franziska Walther ist selbst Designerin, Illustratorin und Autorin – und Expertin für Positionierung und Akquise in der Kreativwirtschaft. Sie unterstützt seit über 15 Jahren Menschen dabei, sich in der Kreativwirtschaft nachhaltig zu positionieren und wirksame Akquise zu machen.
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*Disclaimer: Der Podcast will und kann eine rechtssichere, psychotherapeutische oder medizinische Beratung nicht ersetzen. Die hier geteilten Inhalte basieren auf meinen persönlichen Erfahrungen und sind konkrete Einzelfall-Beschreibungen. Deshalb hafte ich nicht für die hier geäußerten Inhalte. Die zur Verfügung gestellten Informationen begründen auch kein Beratungsverhältnis. Bitte triff deine Entscheidungen für dich selbst und hole dir im Zweifelsfall rechtliche oder andersweitige Unterstützung. Die gesammelten Informationen spiegeln den Stand des Veröffentlichungsdatums wider.
Transkript anzeigen
00:00:00: Wenn du meinen Podcast schon eine Weile hörst, dann weißt du dass ich nicht auf den KI-Hype-Zug aufgesprungen bin.
00:00:06: Ganz im Gegenteil: Ich sehe generative KI kritisch!
00:00:10: In meinem Berufsalltag benutze ich KI für administrative Aufgaben, aber auch nur dann wenn es mir nicht das Denken abnimmt denn ich will selbst über meine Arbeit und mein Business nachdenken. Und ich will KI auch nicht in meinem kreativen Prozess zum Schreiben, für meine Illustrationen und meine Bücher benutzen – einmal aus politischen und ökologischen Gründen, aber eben auch weil ich bis jetzt noch nichts gefunden habe, bei dem KI mich zu etwas befähigt, das mehr Qualität erzeugt
00:00:40: als mein menschlicher Prozess.
00:00:42: Und ja, ich habe es ausprobiert, aber die Ergebnisse haben mich nicht überzeugt.
00:00:47: Gleichzeitig bin ich aber auch Fan davon, selbstbestimmt und mit offenen Augen zu entscheiden, wie ich mich zur Entwicklung in meiner Zeit verhalten will und deshalb lese ich viele zu KI. Ich informiere mich und experimentiere auch mal, um mir eine Meinung zu bilden.
00:01:04: Dabei ist mir in letzter Zeit eine Sache aufgefallen, die erst einmal wie ein großer Widerspruch klingt.
00:01:10: Fachwissen wird immer mehr ersetzbar – und gleichzeitig immer essenzieller!
00:01:16: Deshalb stelle ich dir heute fünf Strategien vor, die dir helfen, dein Fachwissen auszubauen, damit du in den nächsten Jahren in der Kreativbranche weiterhin relevant für deine Kund*innen bleibst, auch mit KI.
00:01:29: Und ja die Strategien funktionieren selbst dann, wenn du bis jetzt noch nie ein KI-Tool benutzt hast und auch nicht vorhast, das jemals zu tun!
00:01:40: Un in diesem Sinne: Herzlich Willkommen im Podcast »Vom Portfolio zur Marke«.
00:01:45: Hier erfährst du, wie du dich mit deiner kreativen Arbeit als starke Marke positionierst, um dann damit gut zu dir passende Aufträge zu akquirieren. Und du erfährst auch, wie du mit selbstbestimmten Entscheidungen deine Selbstständigkeit so gestaltest, dass dein Herz auch in Zukunft noch für deine kreative Arbeit brennt.
00:02:04: Mein Name ist Franziska Walther.
00:02:06: ich bin selbst Designerin, Illustratorin und Autorin.
00:02:10: Und jetzt geht’s los!
00:02:12: Du weißt es, ich weiß es.
00:02:13: Die Kreativbranche verändert sich gerade.
00:02:16: Natürlich kann ich hier nur für mich sprechen, aber ja: Diese rasanten KI-Entwicklungen stressen mich, die machen mir sogar an schlechten Tagen Angst.
00:02:26: Natürlich frage ich mich, ob mein Beruf, den ich von Herzen liebe, sich verändern wird. Und ja – wird er wahrscheinlich.
00:02:34: Und deshalb denke ich natürlich auch darüber nach, was ich jetzt tun und verändern kann, um für meine Kund*innen weiterhin relevant zu bleiben.
00:02:43: Um auch in den nächsten –hoffentlich vielen – Jahren weiterhin in meinem Beruf zu arbeiten!
00:02:49: Das ist ja gerade eine dieser großen Herausforderungen: Uns ist wahrscheinlich allen klar, dass wir uns gerade in einer Zeit der Veränderung befinden.
00:02:57: Aber wohin die Reise geht, weiß niemand!
00:03:00: Niemand kann in die Zukunft schauen, niemand hat eine Glaskugel. Und deshalb stellen alle Thesen auf und basierend auf diesen Thesen können wir versuchen, mit bestem Wissen zu adaptieren. Und das bedeutet ja, dass wir konstant vor bestimmten Fragen stehen.
00:03:18: Fragen wie: Worauf fokussiere ich mich in Zukunft?
00:03:21: Was verstärke ich in meiner Positionierung?
00:03:24: Was lasse ich weg?
00:03:26: Gebe ich vielleicht auch etwas auf?
00:03:28: Gibt es vielleicht auch neue Fähigkeiten, die ich mir aneignen sollte?
00:03:32: Werden die in drei Jahren noch nützlich sein?
00:03:34: Oder setze ich hier auf das falsche Pferd?
00:03:36: Vor zwei Jahren hätte ich fast genau auf so ein falsches Pferd gesetzt.
00:03:41: Denn vor ein paar Tagen hat Webflow verkündet, dass sich die Plattform komplett neu positioniert.
00:03:48: Vielleicht weißt du nicht, was Webflow ist?
00:03:49: Kein Problem!
00:03:50: Das ist ein Webdesign-Tool, das Designer*innen ermöglicht, komplexe Websites mit einem browserbasierten, visuellen Interface zu erstellen, ohne dass ein Entwicklerteam dafür erforderlich ist.
00:04:02: Das ist so ein bisschen wie ein Website-Baukasten, aber mit deutlich mehr Flexibilität und Kontrolle über den Code.
00:04:10: Vor zwei Jahren bin ich mal über Weihnachten in so ein Hasenloch gefallen und habe mich in Webflow »eingenerdet«, denn ich wollte damit meine neue Webseite bauen und gleichzeitig damit mein Wissen im CSS ausbauen.
00:04:23: Ich habe zwar ein bisschen Ahnung von Webdesign, aber es ist eher ein Hobby von mir.
00:04:28: Ehrlich gesagt mag ich das total gerne, im CSS-Code meiner Website herumzuschreiben.
00:04:33: Es ist für mich so ein bisschen wie Kreuzwort-Rätsel lösen.
00:04:36: Wenn ich Webdesign mache, kann ich Dinge ausprobieren, den Browser neu laden und ich sehe sofort, ob ich es richtig hinbekommen hab oder nicht.
00:04:44: Ich finde das total befriedigend.
00:04:46: Das ist ganz anders als bei meinen Aufträgen, wo ich monatelang warten muss bis ich das Endergebnis sehe.
00:04:51: Und ja, damals vor zwei Jahren dachte ich, hm, vielleicht lohnt es sich ja, dieses Hobby von mir auszubauen in eine sinnvolle Expertise, um meine Positionierung zu erweitern.
00:05:04: Ein Glück, dass ich den Plan nach dem Zwei-Wochen-Hasenloch über Weihnachten verworfen habe. Denn Anfang September 2026 hat Webflow groß verkündet, dass sich das Unternehmen komplett neu positioniert: weg vom Webdesign-Tool hin zu einer AI-Agentic-Website-Experience-Plattform, die eben nicht mehr nur der Ort für statische Websites ist.
00:05:29: Sondern jetzt will die Plattform der Dreh- und Angelpunkt werden, an dem sich Marketingfachleute, Designer*innen und Entwickler*innen nahtlos zusammen tun können, um ein interaktives und kanalübergreifendes Markenerlebnis zu erzeugen.
00:05:43: Was immer das bedeutet.
00:05:45: Der Grund dafür: Die reine Developing- Phase von Websites, also das Umsetzen einer Gestaltung in funktionalen Code, verliert durch KI immer mehr an Bedeutung.
00:05:56: Hier findet also gerade eine tiefgreifende Veränderung statt.
00:05:59: Fachwissen und Expertise, die Wert hatten, haben auf einmal weniger Wert – und zwar so viel weniger Wert, dass ein Unternehmen wie Webflow sein gesamtes Geschäftsmodell umbaut!
00:06:11: Wenn ich mich damals entschieden hätte, jetzt richtig CSS zu lernen, dann hätte ich die letzten 2 Jahre Wissen gesammelt, dass zwar heute nicht unnütz ist, aber deutlich weniger wert als Dienstleistung hat.
00:06:25: Und vielleicht denkst du jetzt: Ist ja alles schön und gut, Franziska.
00:06:27: Aber ich bin ja Illustrator*in, Buchgestalter*in, vielleicht Kommunikationsdesigner*in.
00:06:32: Mich betrifft das ja alles nicht.
00:06:34: Oder vielleicht denkst du auch: Hey Franziska!
00:06:36: Ich will das nicht, ich will nichts davon hören und wissen von diesem ganzen KI-Kram.
00:06:41: Und ja, ich höre dich.
00:06:42: Ich bin heute auch nicht hier, um dir zu erzählen, dass du jetzt auf den KI-Zug aufspringen sollst. Ganz und gar nicht. Sondern ich habe dir eine interessante Beobachtung mitgebracht und passend dazu fünf Strategien, die dich zukunftstauglich machen, ohne das du nur einen einzigen Mausklick in einem KI-Tool machen musst.
00:07:01: Den Impuls zu meinen Ideen, die ich dir heute vorstelle, habe ich durch ein Audiobook bekommen. Denn ich hab gerade »The Role of the Artist in the Age of Artificial Intelligence« von Lucas Cantor Santiago zu Ende gehört.
00:07:17: Im Buch geht es darum, wie sich Musik, die Musikproduktion und die Musikbranche über die Jahrhunderte hinweg durch technologische Entwicklungen verändert haben.
00:07:27: Denn Lucas Cantor Santiago ist Komponist und hat in den letzten zwanzig Jahren Musik fürs große Kino, fürs Fernsehen, für die olympischen Spiele ... gemacht.
00:07:38: In seinem Buch beschreibt er mit vielen historischen und zeitgenössischen Beispielen, wie Musik und Technologie immer schon in enger Verbindung standen.
00:07:48: Er sagt zum Beispiel: »The way music sounds in the real world has always been the result of the process used to create it. And that process has always involved some kind of technology.«
00:08:00: Also auf Deutsch: »Wie Musik klingt war schon immer das Ergebnis des Prozesses mit dem sie entstanden ist.
00:08:09: An diesem Prozess war schon immer irgendeiner Art von Technologie beteiligt.«
00:08:14: Was er damit meint, zeigt er mit konkreten Beispielen im Buch.
00:08:18: So beschreibt er zum Beispiel, wie das Banjo im späten 19. Jahrhundert eines der beliebtesten Musikinstrumente war, unter anderem, weil es durch eine technische Weiterentwicklung – dem sogenannten Resonator – so laut war, dass in einer Band auch ohne Mikrofon als Solo-Instrument genutzt werden konnte.
00:08:38: Mit der Verbreitung von Mikrofonen und elektronischer Verstärkung von Instrumenten ab Mitte der 1920er Jahre war das dann aber nicht mehr nötig, so dass das Banjo als Instrument wieder an Bedeutung verloren hat.
00:08:51: Dass das Banjo, das auf dem afrikanischen Kontinent erfunden wurde, überhaupt in der westlichen Welt angekommen ist, hatte natürlich auch historische Gründe.
00:09:00: Das moderne Banjo geht auf Instrumente zurück, die nachweislich seit dem 17. Jahrhundert in Nordamerika von versklavten Menschen aus West- und Zentralafrika gespielt wurden.
00:09:11: Lucas Cantor Santiago zeigt in seinem Buch also, wie Technologie und historischer Kontext die Art und Weise formen, wie Musik entsteht – und welche Form von Musik auch die Menschen der jeweiligen Zeit als »gute Musik« empfinden!
00:09:29: Das allein ist spannend und gut übertragbar auf andere Formen von kreativem Ausdruck.
00:09:34: Aber gleichzeitig gibt der Autor auch Einblick in den Experiment, das bei mir ehrlicherweise ganz ambivalente Gefühle ausgelöst hat – denn Lucas Cantor Santiago hat in Kollaboration mit dem chinesischen Tech-Unternehmen Huawei eine unvollendete Symphonie von Franz Schubert mithilfe von KI beendet!
00:09:55: und seine Erfahrungen dazu teilt er auch im Buch.
00:09:59: Und ja, selbst wenn du KI richtig kacke findest, sind die Einblicke, die Lucas in dieses Experiment gibt, wertvoll!
00:10:06: Denn anders als bei vielen anderen KI-Experimenten ist die Person, die das Experiment hier macht, wirklich eine Person mit Expertise.
00:10:15: Lucas Cantor Santiago beherrscht sein Handwerk und seinen kreativen Prozess.
00:10:19: Er kann virtuos und souverän damit umgehen, denn er hat zwanzig Jahre Erfahrung, die auf eine fundierte Ausbildung aufbauen.
00:10:28: Warum erzähl ich dir das?
00:10:29: Weil mir beim Hören des Buches eine Sache bewusst geworden ist!
00:10:33: Fachliche Expertise ist heutzutage das A und O.
00:10:38: In Zeiten von KI finden wir Kreativen uns ja in einer absurden Situation wieder, die auf den ersten Blick total widersprüchlich erscheint. Denn KI als neue Technologie befähigt uns, handwerkliche Schritte zu überspringen.
00:10:52: Wir können damit Bilder generieren oder einen Text oder auch eine gesamte Webseite oder eine Schubert-Symphonie.
00:10:59: Es scheint nicht mehr notwendig zu sein, sich mit CSS auszukennen, um eine Webseiten zu bauen.
00:11:04: Dafür kann ich heute die Gestaltung in Figma bauen und mir diese dann einfach in Code von einem KI-Tool übersetzen lassen. Es scheint auch nicht mehr nötig zu sein, zu wissen, wie ich einen Text strukturiere, damit daraus eine Geschichte oder ein Sachbuch entsteht.
00:11:19: KI kann das für mich strukturieren und mich an die Hand nehmen. Und ich muss auch nicht mehr komponieren können, um Musik zu erschaffen!
00:11:27: Handwerkliches Fachwissen scheint heute also irgendwie überflüssig. Aber gleichzeitig wird dieses fachliche Wissen immer notwendiger, denn ohne das kann ich KI-Ergebnisse nicht bewerten.
00:11:40: Ohne Fachwissen weiß ich einfach nicht, ob zum Beispiel das generierte CSS für meine Website wirklich sinnvoll aufgebaut und technisch einwandfrei ist.
00:11:49: Und ganz oft ist es das bei generierten KI-Ergebnissen ja nicht.
00:11:53: KI-Ergebnisse sind oft grobe Skizzen, die Feintuning oder eine komplette Überarbeitung brauchen. Um dieses Feintuning machen zu können, brauche ich fachliche Expertise!
00:12:05: Das bestätigt auch Lucas Cantor Santiago in seinem Schubert-Experiment. Er sagt. »Without human intervention, the music AI creates is ›mediocre‹ at best and ›total nonsense‹ at worst […] It sounds like the music of a technically gifted student with no voice of their own, no sonic signature, and no semblance ›musicality‹.«
00:12:30: Also auf Deutsch: »Ohne menschliches Eingreifen ist die von der KI geschaffene Musik bestenfalls mittelmäßig und schlimmstenfalls völliger Unsinn.
00:12:39: Sie klingt wie die Musik eines technisch begabten Studierenden – ohne eigene Stimme, ohne musikalische Handschrift. Ohne einen Hauch von Musikalität.«
00:12:50: Gleichzeitig lädt der Autor Kreative in seinem Buch auch ein, die Stellen im kreativen Prozess zu identifizieren, wo neue Technologien den Kreativen Prozess unterstützen können.
00:13:01: Wo sie also nützlich sein können!
00:13:04: Er sagt also nicht, dass wir Technologie als Ersatz für unseren Prozess benutzen sollen, sondern er lädt ein, Technologie als verstärkendes Werkzeug zu nutzen.
00:13:13: Damit ein Tool aber ein echtes Werkzeug sein kann – und keine Blackbox – brauchen wir fachliche Expertise.
00:13:21: Eine Blackbox ist ja so eine Art Zauberer-Zylinder. Aus dem holen wir mal ein Kaninchen raus und mal flattert ne Taube aus dem Hut. Es sieht aus wie Magie. Und es entsteht ein Ergebnis, ohne dass du viel dazu tust.
00:13:35: Viele Menschen nutzen KI wie so eine Blackbox. Und viele haben zu Beginn auf Photoshop so benutzt.
00:13:41: Da wurden Filter und Effekte benutzt, einfach nur, weil es ging – aber nicht, weil es das Ergebnis besser gemacht hat!
00:13:48: Damit neue Technologien wirklich unterstützende Werkzeuge sein können, die uns in unserer Arbeit befähigen, brauchen wir Handwerk, Fachwissen und Erfahrung, um zu entscheiden, wo und wie wir diese neuen Technologen einsetzen wollen.
00:14:04: Und wo nicht.
00:14:06: Und ja, ich habe dir ja vorhin fünf Strategien versprochen, die dir helfen, weiterhin relevant für deine Kund*innen zu sein.
00:14:12: Und diese fünf Strategie helfen dir, deine fachliche Expertise auszubauen. Und die stelle ich dir jetzt vor. Aber bevor es losgeht hier noch eine kurze Rangnotiz in eigener Sache: In Zeiten von KI hilft dir auch eine klare Positionierung. Denn nur damit wirst du mit deiner kreativen Arbeit auf vor den richtigen Kund*innen sichtbar.
00:14:34: Deshalb überprüfe gern mal, wie stark deine Positionierung ist – mit meinem neuen drei-Minuten-Check!
00:14:40: Der ist niegelnagelneu, dauert diesmal wirklich nur drei Minuten und du bekommst sofort eine Bewertung zu vier Kategorien deiner Positionierungen, inklusive Tipps, wie du hier noch weiter wächst.
00:14:51: Schritt für Schritt. Mutig. Und mit selbstbestimmten Entscheidungen.
00:14:56: Zum Check kommst du über den Link www.diegutemappe.de./deinpotenzial.
00:15:00: Und den Link findest Du auch in den Shownotes.
00:15:05: So, damit Ende Randnotiz. Weiter geht’s!
00:15:08: Bevor wir darüber sprechen, wie du deine Expertise vergrößerst, lass uns zuerst mal schauen, wie sich fachliche Kompetenz denn überhaupt zeigt.
00:15:18: Das passiert nämlich über verschiedene Dinge.
00:15:21: Also es ist nicht nur eine Sache.
00:15:23: Zum Beispiel zeigt sich Fachwissen ja daran, dass du eine effiziente Arbeitsweise entwickelt hast. Dann weißt du, wie du vorgehst, um ein bestimmtes Ergebnis zu erzielen!
00:15:33: Denn du hast die Aufgaben schon oft wiederholt und über diese Wiederholung einen bewährten Prozess entwickelt, der es dir erlaubt, gleichbleibende Qualität zu erzeugen.
00:15:44: Dieser bewährte Prozess erlaubt dir auch, das du gut einschätzen kannst, wie lange das dauern wird.
00:15:51: Das ist ganz besonders hilfreich, wenn du mit deiner kreativen Arbeit dein Geld verdienst.
00:15:56: Mit fachlicher Kompetenz denkst du auch nicht mehr über jeden einzelnen Handgriff nach, sondern fließt souverän, ruhig und gelassen durch deinen Kreativen Prozess. Dein Fachwissen, deine Intuition und deine Erfahrung leiten Dich!
00:16:12: Triffst du im Prozess mal auf Probleme,
00:16:13: dann kannst Du mit fachlicher Kompetenz flexibel das Werkzeug wechseln oder improvisieren.
00:16:20: Du bist also auch in der Lage, unter Druck oder auch unter erschwerten Bedingungen ein gleichbleibendes Ergebnis zu erzeugen.
00:16:27: Und ja, selbst wenn dir man ein Fehler passiert, bleibst du gelassen, denn du weißt, wie du diesen Fehler korrigieren kannst und das Beste aus der Situation herausholst.
00:16:37: Kompetenz heißt also nicht, niemals Fehler zu machen. Aber deine Erfahrung erlaubt dir auch, vorausschauend zu handeln!
00:16:44: Du kannst also Fehler auch antizipieren, bevor sie überhaupt passieren.
00:16:49: Trotzdem oder gerade deshalb hast du auch einen Blick auf die Details und die Nuancen. Denn du weißt, dass auch die kleinen Details das Gesamtergebnis beeinflussen. Und deshalb schaust du dorthin, wo Laien nie im Leben hinschauen würden!
00:17:04: Und ja, weil du als Expert*in viel weißt, kennst du auch deine eigenen Grenzen. Du weißt also auch, was du nicht weißt. Und deshalb weißt du auch, wo du Unterstützung brauchst und dich gegebenenfalls auch weiterbilden willst.
00:17:18: Du siehst: deine fachliche Kompetenz tangiert viele, viele Bereiche!
00:17:22: Es ist eine Kombination aus Fachwissen, Erfahrung und der trainierten Flexibilität, sowohl auf das große Ganze als auch die kleinen Details zu schauen. Und die Frage ist halt: Wie baust du dir dieses Konglomerat aus Fähigkeiten auf?
00:17:38: Und damit beginnst du zuallererst mal mit Strategie Nummer eins und die heißt: Baue auf einem stabilen Fundament.
00:17:46: In der Gestaltung, egal ob Du illustrierst, konzipierst, layoutest, fotografierst animierst oder mit Code arbeitest, gibt es grundlegendes Wissen, das das Fundament von jedweder guter Gestaltung ist.
00:18:01: Das ist meine persönliche Meinung.
00:18:03: Ich finde, jede kreative selbstständige Person sollte zumindest ein Grundwissen haben zu Typografie, Komposition, Raster, Farb- und Kontrastlehre.
00:18:13: Und die Lehre von Form und Proportion.
00:18:15: Und es schadet auch nichts, sich in der Kulturgeschichte der visuellen Kommunikation auszukennen und geschichtliche Strömungen und Epochen zu kennen – so kannst du deine eigene Arbeit in einen historischen Kontext einbetten und einordnen!
00:18:30: Und ja heutzutage stehen alle diese Basics kostenlos im Internet.
00:18:34: Es gibt also keine Ausreden mehr.
00:18:37: Und ich verspreche dir, dass deine Arbeit automatisch besser werden wird.
00:18:41: Alleine nur durch Strategie Nummer eins.
00:18:44: Und wenn du dann dieses Fundament gelegt hast, geht es weiter mit Strategie Nr. Zwei.
00:18:49: Und die heißt: Fokussiere dich!
00:18:52: Es gibt nämlich einen Grund, warum es immer nur eine Handvoll von Expert*innen zu einem Thema gibt.
00:18:58: Es ist nämlich eine Menge Arbeit, die eine Menge Zeit kostet, dort hinzukommen.
00:19:03: Und deshalb können wir nicht alle für alles Expert*innen sein, denn wir haben nicht genug Zeit!
00:19:10: Wenn du schnellstmöglich also Expertise aufbauen willst, ist es sinnvoll, dich auf eine Sache, ein Fachgebiet, ein Thema einen Markt oder eine spezifische Kund*innenaufgabe zu fokussieren und dann all deine Zeit dort zu investieren.
00:19:27: Und ja, ich weiß, Strategie Nummer eins sagt ja: Lerne breit. Aber nur, um dich dann darauf aufbauend zu fokussieren!
00:19:36: Dein Grundlagen-Wissen aus Strategie Nr. Eins
00:19:37: ist dein Fundament und der Fokus aus Strategie Nummer zwei
00:19:41: sorgt dafür, dass auf deinem Fundament ein stabiles hohes Haus entsteht und nicht nur vier Schuppen.
00:19:49: Später kannst du deine Expertise ausbauen und erweitern, aber zu Beginn heißt es: Fokus finden.
00:19:55: Und damit sind wir schon bei Strategie Nummer drei und die heißt: Habe einen hohen Output.
00:20:01: Denn ja, eine Sache, über die du die volle Kontrolle hast, ist die Quantität deiner Arbeit!
00:20:08: Du entscheidest, wie viel du machst.
00:20:10: Und umso mehr du machst, desto größer ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass du in all deiner Quantität auch Qualität produzierst.
00:20:19: Schau dir mal Künstler*nnen wie Picasso an!
00:20:22: Picasso hatte ja einen immensen Output. Erinnert wird er für eine kleine Auswahl von Werken.
00:20:27: Ein hoher Output sorgt auch dafür, dass du dein Handwerk trainierst und über die Wiederholung immer mehr deine eigene kreative Stimme findest.
00:20:37: Aber alleine viel machen reicht auch nicht. Denn nur durch die Wiederholung alleine wirst du nicht automatisch besser.
00:20:45: Und hier greift Strategie Nr. Vier: Fördere dich! Und fordere Dich!
00:20:53: Such dir immer wieder Bereiche, in denen du deine Komfortzone verlässt und bestenfalls mit Feedback einer Person, die schon weiter ist als du, an deinem Prozess arbeitest.
00:21:03: Und ja, hier ist auch ein guter Platz, um neue Prozesse, neue Tools und neue Strategien zu lernen, damit du vergleichen und adaptieren kannst.
00:21:12: So entwickelst du Schritt für Schritt einen eigenen kreativen Prozess, der individuell zu dir gehört.
00:21:19: Hier kann es auch sinnvoll sein, zu überprüfen, ob neue Technologien dich sinnvoll unterstützen können. Und ja, das könnte auch KI sein.
00:21:27: Aber es kann eben auch bedeuten, dass du dein Storyboard mit einer App machst anstatt auf Papier, um hier flexibler und inhaltlich sinnvoller deine Geschichten zu entwickeln.
00:21:35: Oder es kann bedeuten, dass du Skizzen digital zeichnest anstelle analog.
00:21:40: Das ist am Ende alles eine individuelle Entscheidung, die nur du für dich treffen kannst, basierend auf deinem individuellen kreativen Prozess.
00:21:49: Und wenn du alle Strategien bis hierhin umgesetzt hast, bist du gut informiert und kannst hier eine selbstbestimmte Entscheidung treffen, die für dich passend ist.
00:22:00: Fachwissen ist heute also nicht mehr optional. Es ist die Grundlage für deinen Beruf und erlaubt dir auch, selbstbestimmt zu entscheiden, ob und wie du neue Technologien sinnvoll einsetzt – oder eben auch ganz bewusst ablehnst!
00:22:14: Und damit sind wir schon bei der letzten Strategie, Strategie Nummer fünf. Und die heißt: Lerne über deine Arbeit zu sprechen.
00:22:22: Denn ja, viele Kreative haben sich entschieden, einen kreativen Beruf zu ergreifen, weil sie gerne zeichnen, gestalten, kreieren, also machen.
00:22:33: Mit den aktuellen technologischen Entwicklungen wird es aber immer notwendiger, nicht nur zu machenm sondern deinen Prozess und den Mehrwert deiner kreativen Arbeit auch in Worte zu fassen.
00:22:45: Das befähigt dich einerseits, deinen Kund*innen zu vermitteln, was sie von deiner Arbeit haben. Aber es erlaubt dir auch, mit anderen Augen auf deine Arbeit zu schauen und zu reflektieren.
00:22:58: Indem du deinen Prozess analysierst und erkennst, welche Methoden du anwendest, bekommst du einen tieferen Einblick, warum du etwas tust.
00:23:09: Du machst also nicht nur, sondern du verstehst. Und das sorgt dafür, dass du immer mehr lernst: durch Analyse, Reflexion und in Worte fassen.
00:23:20: Ziel dieser fünf Strategien ist also, über dein eigenes Handwerk, deine Methoden und deinen kreativen Prozess nachzudenken.
00:23:27: Und ihn als lebendigen, individuell zu dir gehörigen Prozess zu erkennen und zu kultivieren.
00:23:35: Lucas Cantor Santiago nennt das in seinem Buch »a living process«, einen lebendigen Prozess. Er sagt: »»At first glance, it feels like [AI] will threaten my job as a composer, or even threaten all human creativity. If what I sell is the product, then anything that makes a similar product through a more efficient process is competition. But what I sell is the culmination of a process
00:24:06: I’ve developed over half a lifetime, and it’s unique to me.«
00:24:11: Also auf Deutsch:
00:24:12: »Auf den ersten Blick scheint es so, als würde KI meinen Beruf als Komponist gefährden oder sogar die gesamte menschliche Kreativität bedrohen.
00:24:20: Wenn das, was ich verkaufe, das Endprodukt ist, dann ist alles, was durch einen effizienteren Prozess ein ähnliches Produkt hervorbringt, Konkurrenz!
00:24:29: Was ich aber verkaufe, ist das Ergebnis eines Prozesses, den ich über ein halbes Leben hinweg entwickelt habe. Und der ist einzigartig und gehört zu mir.
00:24:41: Und ja, du hörst es bestimmt schon.
00:24:42: Ich empfehle dir das Buch »Unfinished« von Lucas Cantor Santiago. Auch wenn ich einigen Stellen widersprochen, mich an Thesen gerieben und Dinge hinterfragt habe, so ist es trotzdem eines der besten Bücher, die ich in den letzten Jahren zum kreativen Prozess in Zeiten vom KI gelesen bzw. gehört habe.
00:25:00: Es lädt zur Reflexion ein und zeigt, dass viele Dinge, die wir gerade in den KI-Entwicklungen erleben, nicht neu sind und schon früher in technologischen Entwicklungen stattgefunden haben.
00:25:13: Und so absurd das klingen mag, aber der Gedanke hat mir Hoffnung gegeben.
00:25:18: Einerseits, weil es zeigt: Ja, die Unsicherheit, die wir hier alle fühlen, ist real. Aber gleichzeitig ist es auch so.
00:25:26: Technologie hat menschlichen kreativen Ausdruck schon immer verändert und wir haben uns schon so oft angepasst. Und wenn das Generationen von Kunstschaffenden vor uns geschafft haben, dann schaffen wir das auch.
00:25:39: Erschienen ist »Unfinished« by Beckbeat, einem Imprint von Bloomsbury Publishing im Februar 2026, und aktuell gibt es nur die englische Originalausgabe.
00:25:49: Und ja das ist Werbung,
00:25:51: für dich keine Vergütung erhalte!
00:25:53: Ich empfehle dir dieses Buch, weil ich von Herzen glaube, dass es dir helfen wird, optimistischer in die Zukunft zu schauen. Und hier zum Schluss noch eine Frage für dich:
00:26:03: Was ist denn die eine Sache in deinem kreativen Prozess, die du heute noch besser verstehen und besser können willst?
00:26:10: Damit du morgen selbstbewusster entscheiden kannst, wo neue Technologien dich unterstützen dürfen – und wo nicht.
00:26:18: Und hier auch nochmal die Erinnerung: Überprüfe auch gerne mal, wie stark deine Positionierung ist – mit meinem neuen 3-Minuten-Check für Kreative.
00:26:26: Den Link findest Du in den Shownotes! Und damit, wünsche ich dir alles Liebe, wir sehen uns nächste Woche.
00:26:33: Ich freue mich auf dich.
00:26:34: Bis dahin, tschüss!
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