Produktive Prokrastination: Warum ich gerade fleißig bin und trotzdem nicht vorankomme (Positionierung Live Pt. 6)
Shownotes
217 / Ich mache und mache – und irgendwie komme ich trotzdem nicht voran. Kennst du dieses Gefühl? Du arbeitest deine To-do-Liste fleißig ab. Und trotzdem fühlt es sich an, als würdest du im Wasser auf der Stelle treten.
Und dann passiert etwas Merkwürdiges: Du suchst Hilfe im Außen – bei YouTube, im nächsten Onlinekurs, im nächsten Coaching. Alles total sinnvolle Sachen. Aber ist es wirklich das, was du gerade brauchst?
Genau hier habe ich mich in meiner Umpositionierung ertappt: Ich saß mit einer fertigen Bewerbung für ein zwölfwöchiges Mentoring-Programm am Schreibtisch, nur noch einen Klick vom Abschicken entfernt – und habe sie in die Tonne gehauen.
In dieser Folge der Mini-Reihe »Positionierung Live« erfährst du, was dahintersteckt: produktive Prokrastination. Du lernst, wie sie sich von der »normalen« Prokrastination unterscheidet, warum dahinter Angst steckt und warum dein schlechtes Gewissen dabei eine sinnvolle Aufgabe hat.
In dieser Folge erfährst du:
- was produktive Prokrastination ist – und wie du sie bei dir erkennst
- wie du die Angst benennst, die dich ins Geschäftig-Machen flüchten lässt
- warum dein pelziges Gefühl kein Feind ist, sondern eine weise innere Stimme
- mit welchen 5 Strategien du wieder in die Umsetzung kommst
Diese Folge ist für dich, wenn du als Illustrator*in oder Designer*in selbstständig bist, gerade fleißig bist – aber bei den wirklich wichtigen Aufgaben nicht vorankommst. Du lernst, dein Muster zu erkennen und wieder ins Tun zu kommen. Denn gerade in schwierigen Zeiten braucht dich deine kreative Selbstständigkeit – und zwar handlungsfähig!
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Dr. Franziska Walther ist selbst Designerin, Illustratorin und Autorin – und Expertin für Positionierung und Akquise in der Kreativwirtschaft. Sie unterstützt seit über 15 Jahren Menschen dabei, sich in der Kreativwirtschaft nachhaltig zu positionieren und wirksame Akquise zu machen.
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*Disclaimer: Der Podcast will und kann eine rechtssichere, psychotherapeutische oder medizinische Beratung nicht ersetzen. Die hier geteilten Inhalte basieren auf meinen persönlichen Erfahrungen und sind konkrete Einzelfall-Beschreibungen. Deshalb hafte ich nicht für die hier geäußerten Inhalte. Die zur Verfügung gestellten Informationen begründen auch kein Beratungsverhältnis. Bitte triff deine Entscheidungen für dich selbst und hole dir im Zweifelsfall rechtliche oder andersweitige Unterstützung. Die gesammelten Informationen spiegeln den Stand des Veröffentlichungsdatums wider.
Transkript anzeigen
00:00:00: Aktuell mache und mache ich, und irgendwie komme ich trotzdem nicht voran.
00:00:05: Kennst du das auch?
00:00:07: Dann hast Du vielleicht eine ganze lange To-do-Liste und du arbeitest sie fleißig ab!
00:00:12: Und trotzdem fühlte es sich so an, als würdest Du im Wasser auf der Stelle treten. Und dann passiert vielleicht was Merkwürdiges.
00:00:18: Du suchst Dir auf einmal Hilfe im Außen: bei YouTube, in einem Online-Kurs oder im nächsten Coaching.
00:00:25: Das sind ja eigentlich alles total sinnvolle Sachen.
00:00:28: Aber: Ist es wirklich das, was du gerade brauchst?
00:00:33: Ich hatte letzte Woche genauso einen Moment, wo ich mich das gefragt habe.
00:00:37: Ich saß mit einer fertigen Bewerbung für ein 12-wöchiges Mentoring-Programm am Schreibtisch, nur noch so einen Klick vom Abschicken entfernt, und in dem Moment habe ich verstanden, was bei mir gerade los ist: Nämlich – ich bin prokrastiniere, aber produktiv. Das heißt, ich bin fleißig – nur nicht an der Stelle, die gerade zählt.
00:00:58: In der heutigen Folge erfährst du, was produktive Prokrastination ist, wie du sie bei dir erkennst und mit welchen fünf Strategien du wieder in die Umsetzung kommst.
00:01:08: Und ja, du hörst es schon. Ich bin heute so richtig erkältet und klinge wie ein Nasenbär, aber ich nehme die Folge jetzt trotzdem auf und hoffe, dass du mir das verzeihst!
00:01:19: Und in diesem Sinne: Herzlich willkommen im Podcast »Vom Portfolio zur Marke«.
00:01:27: Hier erfährst du, wie du dich mit deiner kreativen Arbeit als starke Marke positionierst, um dann damit gut zu dir passende Aufträge zu akquirieren. Und du erfährst auch, wie du mit selbstbestimmten Entscheidungen deine Selbstständigkeit so gestaltest, dass dein Herz auch in Zukunft noch für deine kreative Arbeit brennt.
00:01:47: Mein Name ist Dr. Franziska Walther, ich bin selbst Designerin, Illustratorin und Autorin und jetzt geht’s los.
00:01:54: Ich befinde mich ja schon seit fünf Monaten in einem Umpositionierungsprozess.
00:01:59: Es gibt viel zu erledigen, meine To-do Liste ist lang!
00:02:03: Denn ich optimiere meine Angebote, mein Branding, meine Webseite und meine Akquise-Strategien.
00:02:10: Einige Dinge meines Umpositionierungsprozesses kannst du schon von außen sehen – der Podcast hat einen neuen Namen bekommen, einige Social Media Inhalte sehen jetzt anders aus.
00:02:21: Aber ein Großteil der Dinge, die gerade passieren, sind unsichtbar und werden es für die Öffentlichkeit auch bleiben.
00:02:29: Denn meine Umpositionierung bedeutet zum Beispiel auch, dass ich gerade die Portfolio-Akademie komplett neu aufbaue. Die Portfolio-Akademie ist ja eines meiner Angebote und ein vierzehnwöchiges Live-Gruppenprogramm.
00:02:42: Und das gibt es schon seit fünf Jahren. Und ja, aktuell baue ich die Portfolio-Akademie komplett und von Grund auf neu auf. Denn ja, die Kreativbranche hat sich in den letzten zwei Jahren massiv verändert.
00:02:57: Und es braucht heute deutlich fokussiertere Strategien, um sich in der Kreative-Branche erfolgreich durchzusetzen, als das zum Beispiel vor fünf Jahren noch der Fall war.
00:03:07: Diese Strategien baue ich gerade ein. Damit meine PAlies, also die Designer*innen und Illustrator*innen, die sich an der Portfolio-Akademie positionieren, auch mit der Marktsituation mit ihrer kreativen Arbeit erfolgreich sind.
00:03:22: Los ging es damit im April. Und zu Beginn fiel mir das total leicht, denn da galt es vor allem, den Status Quo zu analysieren und eine dazu passende Strategie zu stricken.
00:03:34: Ich musste so ein paar unbequeme Entscheidungen treffen, aber die haben dann sofort neue Türen aufgemacht.
00:03:39: Und jetzt sind fünf Monate seitdem vergangen. Und gerade befinde ich mich in dieser Phase, in der ich vor allen Dingen umsetzen muss.
00:03:49: Darüber habe ich auch schon einmal vor fünf Wochen berichtet.
00:03:51: In der Folge 211: »Selbstwirksamkeit stärken. So bleibst du in langen Projekten dran – auch ohne sofortige Erfolge!«
00:04:00: Und ja, das Dranbleiben fällt mir immer noch schwer.
00:04:04: Ich mache und mache, aber irgendwie komme ich nicht vorwärts.
00:04:08: Und ja, natürlich habe ich meine in Folge 211 vorgestellten Strategien bei mir auch eingebaut.
00:04:14: Ich hab mir zum Beispiel bewusst gemacht, wie sich meine Zukunft positiv verändert, wenn ich weitermache.
00:04:20: Ich habe den Prozess in kleine und verdauliche Häppchen zerlegt und dann habe ich mir Vorbilder gesucht und mich daran erinnert, dass sich ein Support-Netzwerk habe, das ich jederzeit um Hilfe bitten kann.
00:04:32: Trotzdem fühle ich mich aktuell überfordert von all denen Aufgaben.
00:04:37: Und jetzt kommt auch noch ein weiterer Stress-Faktor dazu.
00:04:40: Mir rennt nämlich die Zeit davon.
00:04:42: Bis zum Ende des Jahres habe ich mir gegeben, um die Inhalte der Portfolio-Akademie komplett neu aufzubauen und zu produzieren.
00:04:49: Und das Ende des Jahre ist schon verdammt nah dran!
00:04:54: Deshalb hat sich seit fünf, sechs Wochen bei mir so ein dumpfes, seltsames Gefühl eingeschlichen.
00:05:00: Das fühlt sich irgendwie pelzig an und ich konnte lange gar nicht so genau sagen, was das eigentlich ist.
00:05:06: Gleichzeitig ist es gerade so, dass ich sehr wohl weiß, was ich tun sollte. Aber irgendwie komme ich nicht dazu.
00:05:13: Immer ist irgendwas anderes wichtiger. Die Wochen fliegen nur so dahin. Und immer wenn ich an der neuen Portfolio-Akademie arbeiten könnte, kommt etwas anderes, was auch wichtig ist: die Buchhaltung, das Buchmesse-Portfolio, den nächsten Vortrag, ein Workshop dort, einen Auftrag da!
00:05:32: Im Moment fühlt es sich so an, als ob ich im Wasser trete.
00:05:37: Und letzte Woche ist dann was total seltsames passiert. Denn da habe ich mehrere Stunden damit verbracht, mich für ein Mentoring-Programm zu bewerben.
00:05:46: Das ist so ein Peer-to-Peer-Programm, für das ich mich schon seit einigen Jahren interessiere, aber bis jetzt hat es zeitlich irgendwie nie so richtig reingepasst.
00:05:56: Letzte Woche war die Bewerbungsfrist für die aktuelle Runde und diesmal hab’ ich gedacht: OK!
00:06:01: Ich mache das jetzt.
00:06:02: Ich laufe ja gerade auf der Stelle und dort bekomme ich den Support, den ich gerade brauche, um endlich in die Puschen zu kommen.
00:06:11: Einige Stunden lang habe ich dann die Bewerbungsunterlagen ausgefüllt und darüber nachgedacht, wie ich mich in das Programm einbringen kann.
00:06:19: Da es ja ein Peer-to-Peer-Programm ist, würde das nämlich auch bedeuten, dass ich auch andere Teilnehmende mit meiner Expertise unterstütze.
00:06:28: Also habe ich überlegt, was das sein könnte.
00:06:30: Welche Form von Workshop oder Beratungsformat könnte ich in diesem Peer-to-Peer-Programm anbieten?
00:06:37: Und als ich vom Prinzip fertig war mit der Bewerbung und nun noch auf den Abschick-Button hätte klicken müssen, habe ich auf einmal nochmal kurz inne gehalten.
00:06:46: Und da ploppte dann auf einmal der Gedanke meinem Kopf auf: Was zur Hölle mache ich hier eigentlich?
00:06:53: Ich hab gerade so viel zu tun, dass jeder zusätzliche Termin in der Woche meine gesamte Zeitplanung durcheinander wirbelt! Und ich bekomme es gerade noch nicht mal hin, die wirklich wichtigen Dinge in meinem Business umzusetzen. Trotzdem überlege ich gerade,
00:07:08: mich für die nächsten zwei Wochen in ein Programm einzubringen, wo ich total viel zusätzlich machen und reingeben muss.
00:07:16: Was ist hier los?
00:07:19: Da musste ich mal ganz ehrlich hinschauen – an eine Stelle, die wirklich unkomfortabel war.
00:07:24: Denn mir ist bewusst geworden, dass ich gerade Hilfe im Aussen suche, anstatt die schweren, anstrengenden, aber eben auch notwendigen Sachen zu machen!
00:07:33: Diese Bewerbung für das Mentoring-Programm ist genau so was. Es ist ein Greifen nach einem einfachen Strohhalm, um die unbequemen Dinge, die auf meiner To-do-Liste stehen, nicht machen zu müssen.
00:07:47: Denn die sind herausfordernd.
00:07:49: Bei den Dingen auf meiner To-do-Liste habe ich Angst, dass ich das nicht schaffe.
00:07:53: Ich hab Angst, Fehler zu machen und ich habe Angst, dass ich mich damit übernommen hab.
00:07:58: Um diese Angst nicht spüren zu müssen, bewerbe ich mich dann also doch lieber für ein Programm, in dem ich die nächsten zwölf Wochen ganz viele andere Sachen mache – nur nicht das was eigentlich gerade wichtig ist im meinem Business.
00:08:12: Und als mir das erst mal aufgefallen war, habe ich mich umgeschaut und festgestellt, dass ich auch andere Sachen mache, die alle in dieses »Nach dem einfachen Strohhalm greifen«-Muster reinpassen.
00:08:24: Ich schaue mir viele YouTube Videos an, zu aktuellen Marketing Strategien und der Lage der Kreativwirtschaft.
00:08:30: Was funktioniert gerade und was nicht?
00:08:35: Aber auch dieser ganze Input ändert nichts daran, dass ich das machen muss, was ich gerade machen muss.
00:08:41: Nämlich in die Umsetzung gehen und konkrete Dinge umsetzen.
00:08:46: Mit der Erkenntnis habe ich erst einmal eine Sache gemacht.
00:08:50: Ich hab meine Bewerbung für das Mentoring-Programm in die Tonne gehauen – also das Dokument gelöscht und mich nicht beworben.
00:08:59: Gleichzeitig ist mir bewusst geworden: Mein »nach dem Strohhalm greifen« ist ein Zeichen, dass ich gerade etwas ändern muss.
00:09:07: Denn dieses unangenehme Gefühl, das sich da seit fünf, sechs Wochen eingeschlichen hat – das ist keine Blockade, sondern hat eine sinnvolle und wichtige Aufgabe.
00:09:17: Von Prinzip ist dieses pelzige Gefühl mein schlechtes Gewissen, weil ich tief im Inneren weiß, dass mich beschäftigt halte, aber die wirklich notwendigen Dinge nicht angehe.
00:09:29: Und das pelzige Gefühl sagt deshalb: Hallo Franziska!
00:09:33: Wenn du nicht zu Potte kommst, hier langsam mal, dann läufst du gerade Schnurstracks in deinen Unglück.
00:09:40: Die Stimme ist hier ausnahmsweise mal nicht der innere Kritiker, sondern die weise Stimme meiner Erfahrung.
00:09:47: Die ist mir grundsätzlich erst mal sehr wohl gesonnen, aber die findet trotzdem nicht immer alles gut, was ich mache.
00:09:52: Und gerade möchte sie, dass ich ehrlich hinschaue.
00:09:56: Wie gesagt ... Das ehrliche Hinschauen, das war überhaupt nicht angenehm.
00:10:00: Weil, das was ich hier gerade mache, ist Prokrastination!
00:10:04: Ich flüchte mich in den Konsum von Wissen (indem ich zum Beispiel YouTube Videos schaue) oder ich suche Hilfe im Außen (mit zum Beispiel Bewerbungen für zeitintensive Peer-to-Peer Programme), um die eigentliche Umsetzung hinaus zu zögern.
00:10:20: Diese Erkenntnis, dass ich gerade prokrastiniere, hat mich zuallererst erstmal überrascht.
00:10:26: Denn das hat sich überhaupt nicht so angefühlt wie die in Anführungszeichen »normale« Prokrastination. Denn die kenne ich natürlich auch.
00:10:34: Vor allem von früher.
00:10:35: Da habe ich üblicherweise gern komplett sinnlose Sachen gemacht, wie trotz stressiger Deadline erst einmal Wäsche zu waschen oder mein Bücherregal nach Farben zu sortieren.
00:10:45: Und da kommt das schlechte Gewissen ganz schnell – nämlich sobald ich aufhöre, die Prokastinationstätigkeit aktiv zu machen.
00:10:54: Das, was ich die letzten Wochen gemacht habe, war aber etwas anderes.
00:10:57: Das war die sogenannte produktive Prokrastination. Und da kommt das schlechte Gewissen später oder wie bei mir mit so einem dumpfen, pelzigen Gefühl. Weil ich doch eigentlich die ganze Zeit fleißig bin und eigentlich auch sinnvolle Sachen mache, nur eben nicht das, was gerade wichtig ist. Das Peer-to-Peer-Programm ist ja eigentlich eine total sinnvolle Sache, nur für mich ist es eben gerade das komplette Gegenteil von dem, was ich aktuell brauche.
00:11:27: Denn ganz ehrlich: Ich habe ja schon drei Mastermind-Gruppen mit großartigen Kolleginnen, die jederzeit um Rat fragen darf. Und dass ohne mich für die nächsten zwölf Wochen zu verpflichten, regelmäßig an diversen Terminen teilzunehmen!
00:11:41: Und ja, in diesem Moment der Wahrheit hat das ganz schön an meinem Selbstbild gerüttelt.
00:11:47: Prokrastinieren? Ich? Was?!
00:11:50: Gleichzeitig musste ich aber auch so ein bisschen schmunzeln. Denn: Ja klar! Meine innere Perfektionistin prokrastiniert lieber produktiv als normal.
00:11:59: Sie tut lieber so, wie ein fleißiges Bienchen alles richtig zu machen anstatt sich einzugestehen, dass ich gerade richtig Muffensausen habe und schon seit fünf, sechs Wochen vor lauter Angst im Prozess feststecke.
00:12:12: Und mit der Perspektive hatte ich auf einmal auch Mitgefühl für sie.
00:12:19: Sie strengt sich so an. Und will eigentlich nur alles richtig machen.
00:12:21: Gleichzeitig hat das ehrliche Hinschauen dann auch eine wichtige Tür aufgemacht. Mir ist bewusst geworden: Ich möchte aktiv etwas an meinen Arbeitsroutinen ändern und ich kann nicht länger von meiner Angst wegrennen.
00:12:33: Aber auch: Die Zeit des Machens ist jetzt!
00:12:39: Diese Erkenntnis hat dazu geführt, dass ich die letzten Tage jeden Tag am neuen Prozess der Portfolio-Akademie gearbeitet habe. Und siehe da, das pelzige Gefühl wurde weniger.
00:12:50: Gleichzeitig hab’ ich mir auch noch fünf Dinge eingerichtet, die ich heute gern auch noch mit dir teile, damit du auch in die Umsetzung kommst.
00:12:58: Und ich nenne diese fünf Dinge »Meinen Fahrplan raus aus der Angst«. Und der geht los mit Strategie #1 und die heißt: Strategie Nummer Eins: Benenne die Angst![
00:13:09: Das habe ich hier gerade öffentlich gemacht.
00:13:11: Ja, hallo!
00:13:12: Mein Name ist Franziska und ich habe Angst, dass mein Unpositionierungsprozess am Ende nicht aufgeht.
00:13:19: Und ja, Angst ist ja grundsätzlich erst einmal nur ein Gefühl, das auf etwas hinweisen will.
00:13:25: Meine Angst zeigt mir gerade, dass ich mit meinen Umbaumaßnahmen an den Fundamenten meines Business ruckele – und dass das gefährlich ist.
00:13:34: Und das ist Grundsätzlich erstmal ein total sinnvoller Hinweis. Und damit möchte die Angst gesehen werden.
00:13:43: Wenn die Angst erst einmal da sein darf, dann ist das zwar ganz oft unangenehm, aber wenigstens sucht sie sich dann nicht andere Ventile, die so komisch unsichtbar sind.
00:13:53: Als mir das bewusst wurde, dass ich gerade so feststecke, weil ich Angst habe, war auch eine zweite Sache schnell klar.
00:14:00: Ich hab mir vorgenommen, sehr genau zu entscheiden, wem ich in den kommenden Monaten zuhöre.
00:14:07: Und damit sind wir bei Strategie Nummer zwei: Reduziere negativen Input! Denn in den Medien ist ja gerade so eine Weltuntergangsstimmung.
00:14:17: Und häufig wird die Angst, die viele Menschen gerade haben, auch benutzt, um Aufmerksamkeit zu bekommen, Reichweite zu erzeugen oder etwas zu verkaufen.
00:14:27: Die Angst wird also noch geschürt. Und ja, es sind gerade schwierige Zeiten.
00:14:33: Aber ich brauche nicht noch mehr Angst, sondern ich braue meinen Optimismus, um ins Tun zu kommen.
00:14:39: Denn wenn ich pessimistisch denke, dass das ja eh alles gar nichts mehr bringt, warum soll ich denn dann überhaupt loslaufen?
00:14:45: Deshalb habe ich meinen »Angstmach- und Pessimismus-Radar« angemacht, und ich werde in den kommenden Monaten bestimmte Stimmen in den Medien radikal abschalten.
00:14:57: Nicht, weil ich die Augen vor der Welt verschließen will, sondern weil ich Hoffnung und Optimismus brauche, um selbst etwas Positives in die Welt zu bringen!
00:15:06: Und das ist eine gute Überleitung zur Strategie Nummer drei.
00:15:09: Und die heißt: Erinnere dich regelmäßig an dein Warum!
00:15:14: Das habe ich ja auch schon in Folge 211 als Strategie aufgelistet. Aber ich merke einfach gerade, dass mir mein Warum immer mal wieder verloren geht.
00:15:24: Einmal fünfzehn Minuten zu lange den sozialen Netzwerken verbracht und schon ist die Angst wieder größer als mein Warum.
00:15:31: Deshalb habe ich mein Warum jetzt noch einmal ganz klar formuliert und es mir deutlich sichtbar an eine Stelle in meinem Büro gehängt, an der ich mein Warum jeden Tag sehen kann. Und ich habe vom Prinzip zwei Warums für meinen Unpositionierungsprozess.
00:15:46: Einmal passt der Pullover einfach nicht mehr. Ich bin aus meiner aktuellen Positionierung herausgewachsen.
00:15:53: Aber eben auch: Die Kreativbranche verändert sich gerade massiv und ich reagiere mit der Umpositionierung meiner Angebote, zum Beispiel der Portfolio-Akademie, genau darauf.
00:16:04: Ich nutze die aktuell schwierigen Zeiten als Chance, um die Portfolio-Akademie noch besser zu machen. Denn ich möchte, das kreative Selbstständige mit der neuen Portfolio-Akademie befähigt werden, trotz dieser massiven Veränderungen weiterhin wirtschaftlich erfolgreich und selbstbestimmt ihre kreative Selbstständigkeit zu leben.
00:16:24: Und ja – auch zu lieben und wachsen zu lassen!
00:16:28: Das steht jetzt auf einem Zettel, der so groß ist, dass ich ihn wirklich nicht mehr übersehen kann, wenn ich an meinem Schreibtisch ankomme. Damit ich mein Warum nicht vergesse.
00:16:39: Und mit diesem großen Zettel im Gepäck komme ich dann zur Strategie Nummer vier und die heißt: Laufe los!
00:16:46: Denn ich weiß aus Erfahrung, dass die schlimmste Angst die ist, bevor es losgeht.
00:16:52: Da mache ich mir Sorgen, male mir die fürchterlichsten Horrorszenarien aus und friere innerlich so ein.
00:17:00: Aber wenn ich erst einmal losgelaufen bin, wird es üblicherweise besser.
00:17:04: Erstens: Weil ich damit beschäftigt bin, einen Fuß vor den anderen zu setzen und in meinem Kopf dadurch gar nicht mehr so viel Platz für Grusel ist.
00:17:13: Und auch, weil ich beim Loslaufen ins Handeln komme – also aus der passiven Angst ins aktive Tunen komme.
00:17:21: Aber wie geht loslaufen?
00:17:24: Damit sind wir schon bei Strategie Nummer fünf und die heißt: Mach es dir einfach (mit der Fünf-Minuten-Methode).
00:17:31: Hier habe ich also überlegt, wie ich es mir so einfach wie möglich machen kann.
00:17:36: Es ist ja nicht so, dass ich gerade nicht will!
00:17:39: Ich will ja ins Tun kommen. Aber es fühlt sich so fürchterlich schwer an. Aber dann habe ich mich an eine Strategie erinnert, mit der schon viele andere große Projekte, die sich unmöglich angefühlt haben, am Ende umgesetzt habe. Und zwar mit der Fünf-Minuten-Methode.
00:17:55: Damit habe ich mein Bilderbuch »Hoch hinaus« fertig gezeichnet. Und auch mein aktuelles freies Buchprojekt, das Pony-Buch, habe ich so wieder auf die Spur gebracht, nachdem es jahrelang in der Schublade lag.
00:18:07: Und jetzt benutze ich diese Methode für meinen Unpositionierungsprozess!
00:18:12: Mit der Fünf-Minuten-Methode widme ich meinen Umpositionierungs-Todos mindestens 5 Minuten am Tag.
00:18:18: Denn 5 Minuten gehen immer.
00:18:24: Und ich brauche auch nichts weiter zu tun, als mein Dokument zu öffnen und fünf Minuten reinzugucken.
00:18:30: Wenn ich dort erst einmal angekommen bin, dann weiß ich aus Erfahrung, dass aus den fünf Minuten auf das leere Blatt starren schnell mal eine halbe Stunde wird, in der ich produktiv etwas schaffe. Und mit 5 halben Stunden pro Woche kann ich echt viel erreichen.
00:18:46: Wie gesagt, der Schlüssel ist hier, die Aufgabe so niedrigschwellig wie möglich zu halten.
00:18:51: Auch für fünf Minuten ins Dokument starren darf ich mir einen großen schönen Haken auf meiner täglichen To-do Liste machen. Und auch für fünf Tage starren, darf ich mich feiern. Und so entspannt sich mit jedem Häkchen das Nervensystem ein bisschen mehr.
00:19:07: Ich werde wieder handlungsfähig und komme auch wieder in eine Routine rein.
00:19:12: Gleichzeitig habe ich mir den gesamten Dezember freigeräumt, um mal einen großen Zeitblock zu haben, um nur an der neuen PA zu arbeiten. Aber dazu erzähle ich dir in einer späteren Folge mal mehr.
00:19:25: Heute geht es erstmal nur darum, wieder ins Tun zu kommen.
00:19:29: Und das mache ich mit meinem Fahrplan.
00:19:33: Passend dazu habe ich heute noch die Reflektionsfragen für dich!
00:19:38: Und deshalb frage ich Dich jetzt: Gibt es denn bei dir gerade Aufgaben, wo du vielleicht normal prokrastinierst?
00:19:46: Mit Wäsche waschen und Staubsaugen? Oder procrastiniert du vielleicht auch produktiv? Mit Geschäftigkeit und »fleißigem Bienchen-Herumgedüse«?
00:19:56: Und wenn das bei dir so ist: Welche Angst steckt denn bei dir dahinter?
00:20:02: Und was will dir die Angst sagen?!
00:20:04: Wenn du zum Start der nächsten Portfolio-Akademie mit dabei sein möchtest – weil auch du die Herausforderung annehmen möchtest, auch in diesen schwierigen Zeiten weiterhin deine kreative Selbstständigkeit als Beruf zu lieben und damit erfolgreich zu sein – auch wirtschaftlich.
00:20:21: Dann trage dich gern unverbindlich und kostenlos auf die Warteliste ein!
00:20:25: Los geht’s im Frühling. Den Link zur Warteliste findest du in den Show Notes. Und damit wünsche ich dir für heute erst einmal alles liebe.
00:20:35: Wir hören uns wieder nächste Woche!
00:20:37: Ich freue mich auf dich! Bis dahin, tschü-hüss.
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