Guter Social-Media-Content, trotzdem nur 100 Views? Deshalb!

Shownotes

219 / 100 Views auf deinen letzten Post. Dein Profil wächst seit Monaten nicht. Und du fragst dich, was du falsch machst. Was, wenn die Antwort lautet: gar nichts?

In dieser Folge spreche ich darüber, warum das Problem nicht in deinem Content steckt, sondern in der Logik der Algorithmen – und was das für deinen Stil, deinen Geschmack und deine Positionierung als Personenmarke bedeutet.

In dieser Folge erfährst du:

  • warum Algorithmen nicht das Beste ausspielen, sondern den Durchschnitt
  • wie der Mere-Exposure-Effekt unseren Geschmack über die Zeit verändert – auch deinen
  • warum ich manchmal innerlich empört bin, wenn meine Illustrationen weniger ausgespielt werden als Selfies
  • was der Druck, sichtbar sein zu müssen, mit deinem Stil macht – und wieso ich meine rosa-blaue Hausfarbe trotzdem nicht ändere

Diese Folge ist für dich, wenn du als Illustrator*in, Designer*in oder kreative selbstständige Person solo-selbstständig bist, guten Content zeigst und dich fragst, warum deine Reichweite nicht wächst – und wenn du sichtbar sein willst, ohne dich oder deine Marke zu verbiegen.

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Alle Infos zur Folge #219 inklusive Links und einem kompletten Transkript findest du in den Shownotes.


Das ist der Podcast »Vom Portfolio zur Marke | Business-Strategien für Kreative«, der bis zum 12. August 2026 »Der Portfolio-Podcast | Erfolgreich in Illustration und Design« hieß.

Hier erfährst du, wie du dich mit deiner kreativen Arbeit als starke Marke positionierst, damit gut zu dir passende Aufträge akquirierst und mit selbstbestimmten Entscheidungen deine Selbstständigkeit so gestaltest, dass dein Herz auch in Zukunft noch für deine kreative Arbeit brennt – auch mit dem ganzen Brimbamborium, den der Berufsalltag einer Solo-Selbstständigkeit so mit sich bringt.

Dr. Franziska Walther ist selbst Designerin, Illustratorin und Autorin – und Expertin für Positionierung und Akquise in der Kreativwirtschaft. Sie unterstützt seit über 15 Jahren Menschen dabei, sich in der Kreativwirtschaft nachhaltig zu positionieren und wirksame Akquise zu machen.


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*Disclaimer: Der Podcast will und kann eine rechtssichere, psychotherapeutische oder medizinische Beratung nicht ersetzen. Die hier geteilten Inhalte basieren auf meinen persönlichen Erfahrungen und sind konkrete Einzelfall-Beschreibungen. Deshalb hafte ich nicht für die hier geäußerten Inhalte. Die zur Verfügung gestellten Informationen begründen auch kein Beratungsverhältnis. Bitte triff deine Entscheidungen für dich selbst und hole dir im Zweifelsfall rechtliche oder andersweitige Unterstützung. Die gesammelten Informationen spiegeln den Stand des Veröffentlichungsdatums wider.

Transkript anzeigen

00:00:00: Hat dein letzter LinkedIn-Post wieder nur hundert Views eingesammelt und dein Instagram-Profil wächst seit Monaten nicht?

00:00:07: Und vielleicht fragst du dich, was du falsch machst?

00:00:10: Was wäre, wenn die Antwort lautet ... gar nichts.

00:00:14: In dieser Folge zeige ich dir, dass das Problem nicht in deinem Content steckt, sondern in der Logik der Algorithmen. Und ich erzähle dir auch, weshalb ich deshalb seit einiger Zeit ganz anders über Reichweite und Sichtbarkeit nachdenke und worauf ich mich stattdessen fokussiere.

00:00:30: Heute geht’s um Social Media, um eine rosa Maus und darum wie du eine starke Personenmarke wirst.

00:00:40: Herzlich willkommen im Podcast »Vom Portfolio zur Marke«.

00:00:45: Hier fährst du, wie du dich mit deiner kreativen Arbeit als starke Marke positionierst, damit du dann gut zu dir passende Aufträge akquirierst und du erfährst auch, wie du mit selbstbestimmten Entscheidungen deine Selbstständigkeit so gestaltest, dass dein Herz auch in Zukunft noch für deine kreative Arbeit brennt.

00:01:05: Mein Name ist Dr. Franziska Walther, ich bin selbst Designerin, Illustratorin und Autorin – jetzt geht’s los!

00:01:12: Mir hat vor kurzem eine liebe Kollegin geschrieben, dass sie gar nicht verstehen kann, warum ich auf Instagram nicht sechs Millionen Follower*innen habe.

00:01:20: Beziehungsweise deutlich mehr Follower*innen, als die knapp 5000, die mein Account aktuell hat.

00:01:26: Und ja das hab’ ich mich auch schon ein paar Mal gefragt. Ohne mich jetzt hier zu sehr über den grünen Klee zu loben.

00:01:33: Aber ich poste schon recht kontinuierlich über sechs Jahre lang und ja ... Ich finde meine Post echt gut!

00:01:40: Sonst würde ich sie ja nicht posten.

00:01:41: Das geht dir mit deinen Posts bestimmt genauso.

00:01:45: Aber ja, trotz des kontinuierlichen Postens und auch einiger viraler Posts bin ich weit weg von sechstelligen, geschweige denn höheren Followerzahlen!

00:01:54: Und ja klar, wie viele andere Kolleg*innen auch probiere ich viel aus.

00:01:58: Aktuell zum Beispiel funktionieren Karussel-Posts ganz gut bei mir auf Instagram – und weil das funktioniert mache ich das.

00:02:05: Was weniger gut funktioniert, das lasse ich auch gern mal weg.

00:02:08: Manchmal macht mir das Sorgen. Denn die Frage, was gerade gut funktioniert und was nicht, bestimmt mit, wie ich meine Posts gestalte – also wie ich mit der Welt da draußen kommuniziere.

00:02:20: So ist mir zum Beispiel letztes Jahr aufgefallen, dass Karussels mit Schnappschüssen von mir auf dem ersten Slide deutlich besser ausgespielt werden als die mit meinen Illustrationen.

00:02:31: Und ehrlich gesagt bin ich immer so ein bisschen empört, wenn der Algorithmus die Posts, in denen ich meine Illustrationen benutze, einfach weniger ausspielt.

00:02:41: Aber trotz alledem hat das über die letzten Monate dafür gesorgt, dass ich viel öfter meine Nase in die Kamera gehalten habe als früher. Und meine Illustrationen weniger nutze.

00:02:52: Denn ja!

00:02:52: Der Instagram-Algorithmus entscheidet, was auf Instagram erfolgreich ist. Und der Algorithmus hat dabei bestimmte Vorlieben.

00:03:01: Zum Beispiel visuelle: Fotografierte Gesichter funktionieren besser als Illustrationen. Und hohe Kontraste besser als niedrige.

00:03:10: Aber auch thematisch mag der Algorithmus bestimmte Sachen lieber, zum Beispiel krasse Themen, die viele Emotionen wecken.

00:03:17: Content, der ein schallendes Lachen oder brausende Empörung oder Wut in Menschen hervorruft funktioniert besser als Content, der nur eine heitere Gelassenheit verbreitet oder komplett kalt lässt.

00:03:31: Zumindest visuell sind viele der Algorithmus-Vorlieben psychologisch an Natur. Also zum Beispiel die Tatsache, dass Fotos von Gesichtern mehr geklickt werden als Bilder von Gegenständen. Denn wenn Menschen auf eine Flut von Motiven schauen, werden sie fast magnetisch immer zuerst die Gesichter suchen.

00:03:50: So ist unser Gehirn im Zuge der Evolution, also biologisch und sozial, eingestellt. Weil Gesichter für uns eine wichtige Informationsquelle sind, um das, was um uns herum passiert, zu verstehen.

00:04:02: Auch hohe Kontraste – also zum Beispiel Signalfarben wie Rot und Gelb – sind Informationen.

00:04:09: Und ja, weil Signalfarben funktionieren, sind auch Feuerwehren rot und Wespen und viele Gefahrenschilder sind schwarz-gelb.

00:04:17: Vom Prinzip funktioniert der Instagram-Algorithmus visuell ähnlich.

00:04:21: Er spielt das aus, worauf Menschen sofort schauen und neugierig klicken!

00:04:26: Und das ist ein Problem – und zwar auf ganz vielen Ebenen.

00:04:30: Wir alle wissen, dass Algorithmen im Internet üblicherweise auf maximale Aufmerksamkeit und Verweildauer hin optimiert sind.

00:04:36: Auf Instagram möchte Mark Zuckerberg, dass wir so viel Zeit wie möglich auf der Plattform verbringen, damit wir in der Zeit auch so viele Anzeigen wie möglich sehen und er dadurch so viel Geld wie möglich mit unserer Lebenszeit verdienen kann.

00:04:51: Dass diese Optimierung auf größtmögliche Aufmerksamkeit und Zeit problematisch ist, ist dabei schon lange bekannt – und wissenschaftlich auch erwiesen!

00:04:59: Sie frisst wertvolle Lebenszeit, lässt uns in bodenlose Hasenlöcher fallen und sie erzeugt auch viel Stress, der langfristig krank machen kann.

00:05:08: Und ja, es ist schwer, sich davon freizumachen.

00:05:11: Also ich fall regelmäßig in irgendwelche Hasenlöcher und schaue stundenlang Eichhörnchen-Videos. Und auch wenn das total niedlich ist, ist es trotzdem unangenehm.

00:05:20: Aber auch politisch und gesellschaftlich hat das Ganze natürlich Konsequenzen.

00:05:24: Menschen sehen durch Algorithmen oftmals nur noch das, was ihrem Weltbild entspricht. Bei mir zum Beispiel Eichhörnchen. Und dadurch geht Diversität verloren.

00:05:34: Und auch Falschinformationen verbreiten sich durch Algorithmen wie Lauffeuer, weil sie einfach mehr geklickt werden.

00:05:40: Auch sind echte konstruktive Diskurse nur noch schwer möglich, weiln Hass und Hetze mehr Emotionen auslösen als konstruktive Dialoge und deshalb wird der Hass und die Hetze mehr ausgespielt.

00:05:53: Das hast du ja bestimmt selbst schon einmal beobachten können.

00:05:56: Und das Ganze passiert eben, weil der Algorithmus bestimmt, was heute auf Social Media erfolgreich ist.

00:06:02: Das alles passiert ja nicht nur auf Instagram, sondern auch auf anderen Plattformen – auf Spotify, YouTube, LinkedIn, Apple Podcast und und und!

00:06:11: Überall werden Algorithmen eingesetzt, um die Inhalte auszuspielen, bei denen Menschen am längsten hängen bleiben.

00:06:18: Aber für uns als Illustrator*innen und Designer*innen, also für Menschen, die visuell Kommunikation gestalten, kommt noch ein weiterer Aspekt hinzu.

00:06:28: Denn neben den politischen, gesellschaftlichen und gesundheitlichen Folgen beeinflussen die Algorithmen eben auch unseren Geschmack, unserem Stil als Designer*innen und Illustrator*innen und unsere Markenaufstellung!

00:06:41: Und vielleicht denkst du jetzt: Hä? Warum nennt das, Franziska?

00:06:45: Naja, Geschmack und Stil entstehen ja durch visuelle Präferenzen.

00:06:50: Dein Stil und dein ästhetischer Geschmacks werden also dadurch geprägt was du magst!

00:06:56: Und diese visuellen Präferenzen entstehen dadurch, was dich umgibt und weil du das

00:07:03: vergleichen und in deiner internen visuellen Bibliothek abspeichern kannst.

00:07:08: Hier mal ein Beispiel: Ich habe ja mal einen Jahr lang in China gelebt. Und als ich in Shanghai angekommen bin, damals vor gefühlt fünftausend Jahren, im Jahr 2003, da mochte ich zum Beispiel diese chinesischen Steinlöwen, also dieser Wächter vor vielen chinesischen Hausangängen, die mochte ich überhaupt nicht.

00:07:28: Ich fand sie grässlich!

00:07:30: Diese runden Gesichter, diese seltsamen Münder und diese vielen Ornamente.

00:07:34: Das war gar nicht meins.

00:07:35: Aber dann, als ich Monate später meine Sachen gepackt habe, um wieder nach Hause zu fahren, da war ich meinem Rucksack ... Trommelwirbel ... ein kleiner Bronzelöwe. Denn über die Zeit hatte ich mich an die Löwen gewöhnt. Und nicht nur das.

00:07:49: Ich habe sie sogar auf einmal ganz toll gefunden!

00:07:52: Und das ist gar nicht so ungewöhnlich und beschreibt ein bewiesenes psychologisches Phänomen: den sogenannten Mere-Exposure-Effekt.

00:08:00: Der sorgt dafür, dass Menschen allein durch wiederholten Kontakt über die Zeit etwas oder jemanden positiver bewerten.

00:08:09: Der Mere-Exposure-Effekt ist der Grund, warum du den zu Beginn fragwürdigen neuen Fashion-Trend

00:08:17: am Anfang hässlig wie die Nacht findest. Aber nach so ein paar Monaten läufst du selbst begeisterter mit herum.

00:08:23: Und es ist auch der Grund, warum wir Menschen, die wir oft sehen, über die Zeit auch sympathischer finden, zum Beispiel Prominente.

00:08:32: Dabei ist es nämlich egal, ob wir die Person persönlich beim Spaziergang regelmäßig treffen, oder in Social Media Feeds oder in Werbespots, oder in Serien- oder Filmen sehen.

00:08:43: Und ja, grundsätzlich ist der Mere-Exposure-Effekt eigentlich etwas, was du selbst total gut in deiner Akquise nutzen kannst.

00:08:50: Denn hier kannst du dich darauf verlassen, dass du deinen Kund*innen sympathischer wirst, einfach nur mit wiederholtem und kontinuierlichen Kontakt.

00:09:00: Sie werden dich, dein Stil und deine Bildsprache über die Zeit mehr mögen, ganz einfach nur, weil sie sich an dich gewöhnen, zumindest dann, wenn du regelmäßig sichtbar wirst mit deiner Akquise.

00:09:13: Aber wenn heute überall Algorithmen eingesetzt werden, um zu entscheiden, was gesehen wird und was nicht,

00:09:18: dann wird der Mere-Exposure-Effekt zu einem echten Problem. Denn er sorgt dafür, dass wir alle über die Zeit die Algorithmus-Vorlieben auch besser finden, weil das ist ja das, was wir so oft sehen.

00:09:32: Unsere individuellen persönlichen Geschmäcker und stilistischen Vorlieben werden dann überschrieben – und so mögen wir auf einmal alle viel mehr das, was der Algorithmus auch mag!

00:09:44: Dadurch verändert sich neben der gesellschaftlichen Diversität, die durch Algorithmen weniger wird, auch die visuelle Diversität.

00:09:52: Es wird nur noch ein kleiner Teil sichtbar. Alles, was nicht in diese aufmerksamkeitserhaschende statistische Durchschnittlichkeit passt, wird unsichtbar!

00:10:01: Das Problem entsteht dabei einmal durch diese mathematische Optimierung der Algorithmen, aber sie wird noch verstärkt – und zwar durch uns Menschen.

00:10:11: Denn ja, klar, wir alle reagieren ja auch auf das, was wir sehen.

00:10:15: Dir ist bestimmt schon einmal aufgefallen, dass auf YouTube die Thumbnail-Gestaltung oft sehr, sehr ähnlich ist.

00:10:21: Weil viele YouTube-Creators das machen, was gerade beim Algorithmus funktioniert.

00:10:27: Was dafür sorgt, dass alle das kopieren, was gerade erfolgreich ist.

00:10:31: Denn ja, alle wollen ja sichtbar werden. So entsteht nichts Innovatives mehr.

00:10:36: Oder wenn mal ausnahmsweise was innovatives entsteht, was wirklich auch mal ausnahmeweise vom Algorithmus gut gefunden wird, dann kopieren es alle sofort und es wird ruckzuck zum Teil des Einheitsbreis. Und ich merke das bei mir selbst ja auch.

00:10:50: Ich habe dir ja vorhin erzählt, dass es mir manchmal Sorgen macht, wenn ich mich dabei beobachte, wie ich meine Instagram-Posts vorbereite. Und dass ich seit einiger Zeit zum Beispiel anstatt meiner Illustrationen mehr Fotos von mir poste, einfach weil ich weiß, dass die besser funktionieren!

00:11:07: Ich hab sogar schon einmal darüber nachgedacht, meine Illustration für den Podcast wirklich komplett wegzulassen.

00:11:13: Das würde mir pro Woche ungefähr zwei Stunden Zeit sparen und wahrscheinlich würden meine Post sichtbarer werden.

00:11:19: Denn ich weiß auch, dass viele mit meinen Illustrationen und meiner Figur, der tollen Maus, nicht viel anfangen können, weil die niedlich ist – und in einer rosa Welt herumläuft!

00:11:31: Und auch meine Hausfarben Rosa und Königsblau sind problematisch im Kontext des Algorithmus. Ein Signalrot oder -gelb auf Weiß oder Schwarz wäre einfach mal so viel sinnvoller.

00:11:44: Aber die tolle Maus und die rosa-blaue Farbkombi sind fester Bestandteil meiner Marke – und die gehören zu mir!

00:11:52: Die sind so, weil ich als Mensch, als Designerin und Illustratorin, so bin.

00:11:57: Hier sitzt ganz versteckt also noch eine weitere Gefahr drin. Denn der Druck als selbstständige Person in den sozialen Netzwerken sichtbar sein zu müssen, um Kund*innen zu finden, öffnet die Tür hinein in diesen Einheitsbrei.

00:12:12: Und wenn ich mich jetzt zum Beispiel den Regeln der Algorithmen beuge, verliere ich als Personenmarke all das, was mich und meine Marke einzigartig macht!

00:12:22: Wenn wir das alle machen, dann werden wir alle immer gleicher.

00:12:27: Was können wir also tun?

00:12:28: Ich habe dir heute drei Lösungsstrategien mitgebracht und wir fangen gleich mal an.

00:12:33: Die erste Lösung-Strategie Nummer Eins heißt nämlich: Definiere neue Erfolgsparameter für algorithmusgetriebene Plattformen.

00:12:41: Ich habe über die letzten Jahre die Reichweite meiner Instagram-Posts gemessen.

00:12:45: Dazu habe ich meinen Follower-Count und die Anzahl an Views in dreißig Tagen wöchentlich dokumentiert.

00:12:52: Waren die zwei Zahlen hoch,

00:12:53: bestenfalls besser als letzte Woche,

00:12:55: habe ich mich ganz erfolgreich gefühlt!

00:12:58: Und waren sie niedrig, kamen die Zweifel. Und ja, dass Reichweite und Follower-Zahlen nicht alles sind, das weiß ich eigentlich tief im Herzen.

00:13:07: Trotzdem war das meine Erfolgsmessung. Denn sich nicht daran zu orientieren ist ganz schön schwer, insbesondere wenn Alternativzahlen fehlen.

00:13:16: Deshalb schaue ich seit einiger Zeit genau hin – auf andere Zahlen – sowohl auf LinkedIn als auch auf Instagram!

00:13:23: Beide Plattformen nutze ich ja primär, um meinen Podcasts zu promoten. Und ich weiß aus Erfahrung, dass deutlich weniger Menschen den Podcast hören, wenn ich nicht poste. Aufhören ist also keine Option.

00:13:37: Und einfach nicht auf die Zahlen zu achten, geht irgendwie auch nicht – das klappt irgendwie nicht!

00:13:41: Das bedeutet, ich brauche andere Zahlen. Und deshalb schaue jetzt nicht mehr zu allererst auf die Reichweite, sondern ich schau mir an, wer mir genau folgt, wer kommentiert. Und ob das Menschen sind, für die der Podcast gemacht ist.

00:13:57: Wenn ich pro Woche fünf neue passende Menschen abholen kann, dann bewerte ich das als eine super Woche!

00:14:03: Mein Ziel ist also gar nicht mehr sechs Millionen Follower*innen, sondern eine Handvoll passender Kontakte, die ich mir bestenfalls schon namentlich einmal angesehen habe.

00:14:13: Das mag so klingen, als ob ich meine Ziele einfach massiv verkleinert habe.

00:14:18: Und ja, vom Prinzip ist das auch so!

00:14:21: Aber ich renne eben nicht mehr diesem leeren Versprechen von Mark Zuckerberg hinterher, dass viel Reichweite automatisch Erfolg bedeutet.

00:14:29: Wie ist es denn bei dir?

00:14:30: Wo triffst du denn deine Kund*innen?

00:14:32: Dein Ziel ist ja bestimmt, in den sozialen Netzwerken potenzielle Kund*innen zu erreichen. Und hier würde ich dich einladen, zuallererst bewusst die Plattform auszuwählen, wo du deine potentiellen Kund*innen auch triffst.

00:14:44: Sagen mir mal, dass ist bei dir LinkedIn. Und wenn du dort pro Woche zwei Kommentargespräche mit potenziellen Kund*innen hast, dann ist das ja ein Riesenerfolg.

00:14:54: Zwei Gespräche pro Woche mit potentiellen Kund*innen – also mit realen Menschen – werden mittelfristig für deine Auftragslage so viel mehr bringen, als tausend neue Follower*innen!

00:15:05: Sichtbarkeit für Akquise also heute in vielen Fällen kein Mengenspiel mehr, sondern es geht um Qualität anstatt Masse.

00:15:13: Die Masse wurde vom Algorithmus aufgefressen – und mit Quantität gewinnen einfach mal nur ganz wenige.

00:15:20: Und ja, diese Strategie kannst du auch gut auf deine Positionierung als Personennmarke erweitern!

00:15:25: Denn wenn Du Dich heute als starke Personenmarke positionierst, ist es recht wahrscheinlich, dass deine Inhalte nur wenig Reichweite finden.

00:15:34: Denn erfolgreiche Personenmarken sind ja von Natur aus nicht aufmerksamkeitserhaschender Durchschnitt, sondern zeichnen sich dadurch aus, dass sie einzigartig, individuell und an eine einzelne Person geknüpft sind.

00:15:48: Wenn du also als Personenmarke nicht sechs Millionen Follower*innen hast, dann kannst du trotzdem erfolgreich sein, zum Beispiel mit Beziehungsmarketing, das auf menschlichen Kontakt und Qualität setzt anstatt auf Masse.

00:16:01: Und dann sind wir schon bei Strategie Nummer zwei und die heißt: Stärke deine eigene Stimme. Denn es braucht zusätzlich noch eine bewusste Gegenbewegung, um diesen großen Einfluss, den diese algorithmisch-getriebenen Plattformen heute auf uns alle haben, abzuschwächen.

00:16:18: Damit deine eigene Stimme nicht in all dem Einheitsprei und Mere-Exposure-Effekt verloren geht, braucht sie Training!

00:16:26: Das ist ja am Ende wie im Sport – was bedeutet das?

00:16:29: Das bedeutet: Schreibe. Zeichne. Gestalte.

00:16:34: Bau dir eine kreative Praxis auf, mit der du deine Gedanken sortierst und denkst – und zwar deine eigenen Gedanken, für dich, in einem sicheren Raum, ohne Publikum.

00:16:47: Ziel dieser Strategie ist also nicht, etwas zum Verkauf zu produzieren, sondern aktiv zu denken und deine kreativen Praxis zu nutzen, um deine Gedanken, deinen Stil und deinen Geschmack zu formen.

00:17:01: Denn all das ist genau das, was uns vom Einheitsbrei der Algorithmen unterscheidet und das gilt es zu kultivieren!

00:17:09: Hier ist es definitiv auch sinnvoll, dir ganz viel anzuschauen, viel zu lesen, viel zu hören, aber eben nicht dass, was dir der Algorithmus vorschlägt, sondern bewusst das, was außerhalb dieser statistischen Autobahnen existiert, auf denen wir die ganze Zeit herumdüsen.

00:17:25: Und das einfachste Mittel dazu ist: Ein Buch oder eine Ausstellung, ein Theaterstück oder einen Waldspaziergang oder dein Lieblingspodcast, den du auch hörst, obwohl dir der Algorithmus immer wieder neue Podcasts vorschlägt.

00:17:40: Das ist Strategie Nummer zwei: Stärke deine eigene Stimme. Und jetzt fragst du dich bestimmt noch, was das alles bedeutet im Kontext deiner Akquise.

00:17:50: Denn wir alle brauchen ja Sichtbarkeit, damit unsere Kund*innen überhaupt wissen, dass es uns und unserer Angebote gibt.

00:17:57: Damit sind wir bei Strategie Nummer drei und die heißt: Sei kanalübergreifend sichtbar, aber messe dich nicht an den großen Zahlen.

00:18:06: Ich sage dir heute also nicht: Hör auf mit Social Media. Denn ja, klar posten wir alle weiter.

00:18:11: Denn natürlich schauen Kund*innen in den Sozialen Netzwerken nach, wenn sie Dienstleister*innen suchen und oftmals finden sie uns auch dort!

00:18:19: Aber du brauchst eben keine riesengroße Reichweite dafür.

00:18:22: Du brauchst auch keine sechs Millionen Follower.

00:18:25: Du brauchst wenige passende Menschen, die das brauchen, was du anbietest.

00:18:30: Hier noch eine wichtige Ergänzung: Nicht alle algorithmus-getriebenen Plattformen sind gleich.

00:18:36: LinkedIn zum Beispiel belohnt dich aktuell, wenn du kontinuierlich ein ganz klares Angebot dort platzierst.

00:18:43: Dann spült dir der Algorithmus wirklich auch die Menschen in den Feed, die sich dafür interessieren. Und wenn du Comedian bist oder dein Thema oder deinen Angebot mit ganz viel Humor verpacken kannst, dann würde ich dir immer noch heute Instagram empfehlen, weil Entertainment auf Instagram aktuell gut funktioniert.

00:19:03: Die drei Strategien, die ich dir mitgebracht habe, können also nicht verändern, dass wir in einer algorithmus-getriebenen Welt leben, aber ich hoffe, sie machen dir das Leben ein bisschen leichter.

00:19:14: Hier ist noch mal der Überblick über die drei Strategie.

00:19:17: Schritt Nummer eins: Definiere neue Erfolgsparameter für algorithmus-getriebene Plattformen.

00:19:24: Schritt Nummer zwei: Stärke deine eigene Stimme.

00:19:27: Und Schritt Nummer drei: Sei kanalübergreifend sichtbar, aber messe dich nicht an den großen Zahlen.

00:19:35: Fühlt sich das machbar an für dich?

00:19:37: Wie geht es dir damit?

00:19:38: Erzähl mir das mal!

00:19:39: Und wie immer habe ich dir heute auch eine Frage mitgebracht und die heißt: Wann hast du zuletzt etwas gestaltet, gepostet oder vielleicht auch weggelassen, so wie ich meine Illustrationen, nur weil der Algorithmus das mag?

00:19:52: Und wie hätte der Post oder der Content ausgesehen, wenn du dich ganz auf deinen Geschmack und deinem Stil verlassen hättest?

00:20:00: Und hier zum Schluss noch eine ganz herzliche Einladung für Dich.

00:20:03: Wenn Du mal live und von mir persönlich Feedback zu deinem Portfolio haben möchtest – wenn Du z.B.

00:20:09: gern mal wissen möchtest, ob dein Portfolios ein klares Angebot ausspricht oder stilistisch kohärent ist – dann melde dich doch zum nächsten Portfolio-Live an!

00:20:18: Im Portfolio-Live reviewe ich für Null Euro ein echtes Portfolio auf Zoom.

00:20:24: Eine Person bekommt direktes Feedback zum Portfolio, alle anderen schauen zu und lernen mit!

00:20:29: Das nächste Portfolio-Live findet am 12. November 2026 statt.

00:20:34: Und ja du kannst dein Portfoliu zusammen mit einer konkreten Frage einreichen. Und mit etwas Glück wähle ich es dann aus und du bekommst Feedback.

00:20:44: Oder, du schaust einfach nur zu und lernst von den anderen!

00:20:47: Wie gesagt: Anmelden kannst Du Dich für Null Euro unter www.diegutemapper.de/live

00:20:54: Den Link findest Du auch in den ShowNotes.

00:20:56: Ich würde mich echt freuen, wenn wir uns da persönlich sehen.

00:21:00: Damit wünsche ich Dir für heute alles Liebe.

00:21:02: Wir hören uns wieder nächste Woche.

00:21:04: Ich freue mich auf dich.

00:21:05: Bis dahin. Tschüss.

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