Ich sehe was, was du nicht siehst: 6 Regeln für gutes Feedback | REPLAY

Shownotes

RP 110 / Wenn du einen Fussel auf der Nase hast, brauchst du jemanden, der dir das sagt. Sonst läufst du womöglich den ganzen Tag damit herum. Bei beruflichen Fragen ist das nicht anders. Auch da gibt es Bereiche, in denen eine Rückmeldung von Außen notwendig ist. Gleichzeitig sind ungefragte Ratschläge so hilfreich wie ein Klotz am Bein. Deshalb geht es im heutigen Podcast um die Kunst, gutes Feedback zu geben – und zu bekommen.

Passend zum Thema: Ein großes Danke an alle, die den Podcast bisher mit einer Rezension oder 5 Sternen beschenkt haben!

In dieser Folge erfährst du:

  • Warum wir Spiegelung brauchen, um unsere Stärken, Werte und Besonderheiten zu erkennen – und warum das besonders im Positionierungsprozess hilft.
  • Wann Feedback schiefgeht – und wie du schlechte Meinungen als Fakten entlarvst, die du getrost ignorieren darfst.
  • Die 6 Regeln für gutes Feedback: von der Ich-Form über Konkretheit bis hin zur Fokussierung auf Handlungen (nicht auf die Person).
  • Warum emotionaler Abstand wichtig ist – und wer dir am besten ehrliches Feedback geben kann.

Diese Folge ist für dich, wenn du als kreative*r Selbstständige*r manchmal das Gefühl hast, allein mit deiner Arbeit und deinen Zweifeln dazustehen – und lernen möchtest, wie du Feedback so nutzt, dass es dich bestärkt statt blockiert. Ob für deine Positionierung, Akquise oder einfach dein Selbstvertrauen.

Ressource aus der Folge: Du möchtest dich nachhaltig positionieren und regelmäßig wohlwollendes Feedback erhalten? In der Portfolio-Akademie schaffe ich einen Raum, in dem Kreative sich selbst ernst nehmen – und die Unterstützung bekommen, die sie brauchen. Trag dich unverbindlich auf die Warteliste ein.



Alle Infos zur Folge #110 inklusive Links und einem kompletten Transkript findest du in den Shownotes.


Im Portfolio-Podcast erfährst du, wie du mit deiner kreativen Arbeit gut zu dir passende Aufträge akquirierst, und wie du dafür sorgst, dass dein Herz weiterhin für deine kreative Arbeit brennt – auch mit dem ganzen Brimbamborium, den der Berufsalltag von selbstständigen Designer:innen und Illustrator:innen so mit sich bringt.

Dr. Franziska Walther ist selbst Designerin, Illustratorin und Autorin – und Expertin für Positionierung und Akquise in der Kreativwirtschaft. Sie unterstützt seit über 15 Jahren Menschen dabei, sich in der Kreativwirtschaft nachhaltig zu positionieren und wirksame Akquise zu machen.


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*Disclaimer: Der Podcast will und kann eine rechtssichere, psychotherapeutische oder medizinische Beratung nicht ersetzen. Die hier geteilten Inhalte basieren auf meinen persönlichen Erfahrungen und sind konkrete Einzelfall-Beschreibungen. Deshalb hafte ich nicht für die hier geäußerten Inhalte. Die zur Verfügung gestellten Informationen begründen auch kein Beratungsverhältnis. Bitte triff deine Entscheidungen für dich selbst und hole dir im Zweifelsfall rechtliche oder andersweitige Unterstützung. Die gesammelten Informationen spiegeln den Stand des Veröffentlichungsdatums wider.

Transkript anzeigen

00:00:00: Dr. Franziska Walther: Hey, das ist der Portfolio-Podcast mit einer Folge aus dem Archiv. Viel Spaß dabei. Ich habe in den letzten Tagen viel über Feedback nachgedacht und das hat einen Grund. Letzte Woche habe ich eine neue Bewertung für den Portfolio-Podcast auf Apple Podcast entdeckt. Über die Bewertung habe ich mich riesig gefreut. Ein ganz großes Dankeschön dafür an Annika. Und während ich so an meinem Schreibtisch saß und mich so vor mich hin freute, ist mir was aufgefallen.

00:00:31: Dr. Franziska Walther: Ich habe mich so über diese gute Rezension gefreut, weil Annika viele Dinge beschrieben hat, die mir an meiner Arbeit im Podcast wirklich wichtig sind, die ich aber gar nicht so klar hätte benennen können. Zumindest nicht in der Art und Weise, wie Annika es getan hat. Annika schreibt zum Beispiel, dass sie es schätzt, dass im Podcast keine falschen Vorstellungen geschürt werden und dass hier eben nicht so überambitioniert das Versprechen ausgesprochen wird,

00:00:59: Dr. Franziska Walther: dass Business-Aufbau als selbstständige Person super-easy ist – so im Sinne von: Schwupp, machst du dich selbstständig, und schwupp, schon brummt der Laden. In der Rezension steht, dass Annika es schätzt, dass ich auch die Hürden und Schwierigkeiten teile und gerade deshalb Mut mache, weiterzugehen. Und beim Lesen dachte ich dann: Stimmt, das war mir gar nicht so bewusst. Aber ja, jetzt, wo Annika mir das zurück spiegelt, kann ich das sehen.

00:01:28: Dr. Franziska Walther: Vielleicht denkst du dir jetzt: Ja, ist ja gut, Franziska. Du machst das hier schon alles ganz gut. Aber ich habe nicht auf Play gedrückt, um dir dabei zuzuhören, wie du erzählst, wie toll du ist. Darum geht es auch nicht. Versprochen. Vielleicht ein bisschen, aber eigentlich geht’s um was anderes. Ich würde gerne heute mit dir über Feedback sprechen. Darüber, warum manchmal Feedback von außen einfach notwendig ist.

00:01:51: Dr. Franziska Walther: Aber auch darüber, was passiert, wenn das Feedback von außen schiefgeht. Denn das kennst du bestimmt auch. Ich lege meine Hand dafür ins Feuer, dass alle hier, die hier zuhören, mindestens eine Geschichte erzählen können, wo uns jemand Feedback gegeben hat, das mehr kaputt gemacht hat, als es geholfen hat. Lass uns mal mit der positiven Kraft beginnen, die in Feedback drinsteckt und mit der Frage, warum Menschen manchmal andere Menschen brauchen, um sich selbst besser zu verstehen.

00:02:20: Dr. Franziska Walther: Und danach schauen wir auf die Schattenseiten von Feedback. Und ich habe dir auch ein paar Regeln mitgebracht für gutes Feedback. Aber für den Fall, dass du hier bist. Herzlich willkommen im Portfolio-Podcast. Hier erfährst du, wie du mit deiner kreativen Arbeit mehr Aufträge akquirierst. Aber eben auch, wie du dafür sorgst, dass dein Herz weiterhin für deine kreative Arbeit brennt.

00:02:43: Dr. Franziska Walther: Auch mit dem ganzen Brimbamborium, den der Berufsalltag in einer Selbstständigkeit im kreativen Bereich so mit sich bringt. Ich bin Dr. Franziska Walther, ich bin selbst Illustratorin, Designerin, Autorin und Expertin für Positionierung und Akquise in der Kreativwirtschaft. Und ich unterstütze seit über zehn Jahren Menschen dabei, sich nachhaltig zu positionieren und wirksame Akquise zu machen. Ja, damit weißt du, wo du hier bist und wer ich bin.

00:03:11: Dr. Franziska Walther: Und damit – let’s go. Genau. Wir beginnen mit dem Licht. Sozusagen. Vielleicht hast du ja schon mal was davon gehört, dass kleine Kinder die Spiegelung ihrer Eltern brauchen, um ihre eigenen Gefühle zu verstehen. Wenn wir auf die Welt kommen, haben wir zwar alle Gefühle, aber die Fähigkeit, diese zu unterscheiden und zu benennen und zu regulieren, lernen wir eben erst von den Menschen, die uns in den ersten Monaten und Jahren begleiten.

00:03:41: Dr. Franziska Walther: Ist ein Kind zum Beispiel traurig oder wütend, dann braucht es Betreuungspersonen, die dem Kind die Gefühle zurück spiegeln und auf diese Art und Weise klar machen: Ja, ich sehe dich. Ich sehe, dass du wütend bist und das ist okay. Wie machen das die Bezugspersonen? Zum Beispiel mit ihrer Mimik, Gestik und dem, was sie sagen. So lernt das Kind über die Zeit, die eigenen Gefühle zu erkennen und zu benennen.

00:04:06: Dr. Franziska Walther: Und auch wenn wir irgendwann gelernt haben, Wut und Trauer zu unterscheiden, hört das Bedürfnis nach Spiegelung nicht auf. Auch Erwachsenen tut es gut, wenn ihnen jemand zurückgespiegelt: Ja, ich sehe dich. Ich sehe, wie es dir geht. Menschen brauchen also andere Menschen, um sich selbst zu erleben und sich selbst zu verstehen. Weil Menschen soziale Wesen sind. Und Feedback ist eine Möglichkeit, wie andere Menschen uns helfen können, uns besser zu verstehen.

00:04:36: Dr. Franziska Walther: Feedback erlaubt uns, uns selbst und unsere Arbeit mit den Augen einer anderen Person zu betrachten. Weil am Ende kennen wir ja nur unseren eigenen Blick und unsere eigene Perspektive. Wir können ja nur aus unseren eigenen zwei Augen in die Welt schauen. Und diese Perspektive ist ja dann doch recht eingeschränkt. Vielleicht kennst du das ja selbst aus deinem Berufsalltag.

00:04:59: Dr. Franziska Walther: Wenn ich dich zum Beispiel fragen würde, was du besonders gut als Illustrator*in oder Designer*in kannst, kannst du das so einfach aus dem Stand beantworten? Für die meisten Menschen ist das ganz schön schwierig. Denn die Dinge, die du besonders gut kannst, sind häufig die Dinge, die dir leicht fallen. Und weil du ja nicht in die anderen Menschen hineinschauen kannst, liegt es nahe, erst einmal davon auszugehen, dass deine Perspektive auf die Dinge die ist, die alle anderen auch haben. Und in der Konsequenz auch zu denken, dass das, was dir leichtfällt, allen anderen auch leichtfällt.

00:05:37: Dr. Franziska Walther: Unsere Besonderheiten und Stärken fallen uns deshalb oft gar nicht so auf, einfach weil wir davon ausgehen, dass alle anderen das genauso gut können wie wir selbst. Und hier brauchen wir einfach andere Menschen, die sagen: Hey, du, das, was du hier immer so mit links aus dem Ärmel schüttelst, das kannst du meiner Meinung nach ziemlich gut. Denn ich kann dir sagen, dass mir das viel schwerer fällt als dir.

00:06:01: Dr. Franziska Walther: Und es geht noch weiter. Auch unsere Werte und Eigenschaften erleben und erkennen wir nur in Interaktion mit anderen. Denn unsere Werte und Eigenschaften zeigen sich ja in unserem Handeln. Und Handeln ist etwas Soziales. Das machst du im Außen. Und auch hier hilft es, wenn uns andere zurück spiegeln, was sie empfinden und entdecken, wenn sie uns in Aktion sehen oder uns und unsere Arbeit erleben.

00:06:29: Dr. Franziska Walther: Deshalb ist Feedback auch im Positionierungs-Prozess ein hilfreiches Tool. Denn in deiner Positionierung lernst du dich und deine Stärken und deine Fähigkeiten und deine Werte noch einmal besser kennen. Und das Feedback von anderen ist ein sehr gutes Mittel dazu, hier noch mal genau hinzuschauen. Für viele so Selbständige gibt es aber im Berufsalltag recht wenige Feedback-Situationen. Im Studium ist es meist noch leicht. Aber wenn Mensch dann täglich alleine am Schreibtisch sitzt, ergeben sich gar nicht mehr so viele Möglichkeiten, aufmerksames und gutes Feedback zu bekommen.

00:07:07: Dr. Franziska Walther: Und deshalb hier mal eine Randnotiz in eigener Sache. Das ist einer der Gründe, warum ich vor drei Jahren die Portfolio-Akademie gegründet habe. Die Portfolio-Akademie ist ein Online Programm für Designer*innen und Illustrator*innen. Und darin positionierst du dich nachhaltig, also sowohl künstlerisch als auch wirtschaftlich. Ich bin sehr stolz darauf, in der Portfolio-Akademie einen Raum geschaffen zu haben, in dem Kreative sich selbst den Raum nehmen, ihre eigenen Ziele ernst zu nehmen und in dem sie die notwendige und wohlwollende Unterstützung und gutes Feedback bekommen.

00:07:43: Dr. Franziska Walther: Wenn du dich nachhaltig positionieren und Feedback bekommen möchtest, dann komm in die Portfolio-Akademie. Anmelden kannst du dich ganz unverbindlich unter www.diegutemappe.de/PA. P wie Portfolio und A wie Akademie. Lass uns mal weitermachen und einen Blick darauf werfen, warum Feedback so oft schief geht. Vielleicht kannst du ja auch so eine traurige Geschichte erzählen, in der dir jemand Feedback gegeben hat, das dich jahrelang behindert und blockiert hat.

00:08:13: Dr. Franziska Walther: Mir hat zum Beispiel mal eine Professorin im Studium gesagt, dass ich keine Geschichten erzählen kann, aber dass das niemand mitbekommt, weil ich eine so gute Designerin bin, dass ich das mit meinem Design vertuschen kann. So im Sinne von: Außen hui, innen pfui! Dieses Urteil hat mich jahrelang behindert und ehrlich gesagt verunsichert es mich heute manchmal immer noch. Allerdings war das kein Feedback.

00:08:38: Dr. Franziska Walther: Also es war definitiv nicht konstruktiv. Und es hat die Kriterien für gutes Feedback nicht erfüllt. Warum? Weil es eine persönliche Meinung als Fakt verpackt hat. Und hier kommen wir zur ersten wichtigen Regel zu gutem Feedback. Gutes Feedback ist eine Meinung und du darfst anderer Meinung sein. Feedback ist also nicht die Wahrheit oder ein Fakt. Feedback ist immer eine persönliche Meinung.

00:09:04: Dr. Franziska Walther: Bei gut formulierten Feedback ist dir bewusst, dass du diesen Ball, der dir da gerade zugeworfen wird, nicht auffangen musst. Du darfst ihn an dir vorbeifliegen lassen, wenn du möchtest. Aber wenn das Feedback eben nicht als Ball verpackt ist, sondern als Wahrheit, dann fühlt sich Feedback schnell übergriffig und bewertend an – weil es einfach mal genau das ist: eine Bewertung.

00:09:27: Dr. Franziska Walther: So ein Feedback erzeugt schnell Widerstand. Zu Recht. Denn es tut so, als ob die Meinung eines anderen Menschen mehr wert ist als die eines anderen. Kommen wir zu Regel Nummer zwei. Gutes Feedback beginnt üblicherweise mit einem Ich. Eine Meinung zeichnet sich dadurch aus, dass eine Person in der Ich-Form spricht. Im Satz »Franziska kann keine Geschichten erzählen« kommt kein Ich vor.

00:09:52: Dr. Franziska Walther: Den Satz »Ich persönlich finde, dass Franziskas Geschichten wenig überzeugen, weil ...« hätte ich wahrscheinlich auch nicht gut gefunden. Aber es hätte mir etwas in die Hand gegeben, um daran zu wachsen. Du-Formulierungen sind dagegen mit ganz viel Vorsicht zu verwenden, insbesondere wenn sie mit Müssen, Sollen oder Können verbunden werden. Noch nie hat ein »Du musst das und das machen« irgendwas in der Welt positiv verändert.

00:10:16: Dr. Franziska Walther: Niemand über 10 Jahren lässt sich gern sagen, was sie tun sollen. Wir wollen alle selbstbestimmt über unser Leben entscheiden. Lass uns weitermachen mit Regel Nummer drei. Gutes Feedback ist konkret. Umso konkreter Feedback ist, desto wertvoller wird es. Deshalb war für mich auch Annikas Feedback so wertvoll, weil sie ganz konkret beschrieben hat, was Annika beobachtet hat und schätzt. Ist dir schon mal aufgefallen, dass der Satz »Du bist ja so toll!«

00:10:44: Dr. Franziska Walther: sich natürlich irgendwie gut anfühlt – aber Sätze wie »Du machst das so toll, weil ...« einfach so viel mehr bewirken. Zum Beispiel: »Ich finde, du machst das großartig, weil du immer wieder mutig deinen Komfortzone verlässt.« Oder: »Ich finde es toll, dass du dich traust, Fehler zu machen oder zu experimentieren.« Gutes Feedback spiegelt also konkret das zurück, was gerade gesehen wird.

00:11:09: Dr. Franziska Walther: Okay, weiter geht es mit Regel Nummer vier. Gutes Feedback fokussiert sich auf das Handeln. Die US-amerikanische Soziologin Brené Brown hat viel zu Scham und zu Verletzlichkeit geforscht und fasst Scham so zusammen. Sie sagt Scham ist »Du bist falsch«. So ein Satz erlaubt nicht, dass die Person etwas anders machen kann, weil sie im Kern falsch ist als Person.

00:11:35: Dr. Franziska Walther: Und das erzeugt Scham. Und Scham ist unglaublich schmerzhaft. Deshalb fokussiert sich gutes Feedback auf die Handlung einer Person. Denn das eigene Handeln können wir verändern. Wer wir sind, das können wir nicht verändern. Und es ist auch überhaupt nicht notwendig, weil wir alle gut so sind, wie wir sind. Und das ist eine gute Überleitung zur Regel Nummer fünf. Regel Nummer fünf lautet: Gutes Feedback vermeidet Verallgemeinerungen.

00:12:03: Dr. Franziska Walther: Verallgemeinerungen tun so, als ob immer etwas so ist. Immer ist eh so ein Wort, das mit ganz viel Vorsicht zu genießen ist und bei dem ich zum Beispiel versuche, es mir einfach mal abzugewöhnen. Denn es gibt nur wenige Situationen, die immer so sind. Immer ist also die Verallgemeinerung in einem Wort zusammengefasst. Und das ist üblicherweise problematisch, weil es suggeriert, dass Dinge unveränderbar sind.

00:12:28: Dr. Franziska Walther: Und ganz ehrlich: In den meisten Fällen ist es so viel leichter, Dinge zu verändern, als den Status Quo aufrechtzuerhalten. Denn Veränderung ist die eine Konstante im Leben. Alles verändert sich ständig. Warum nicht auch wir? Und damit sind wir schon bei Regel Nummer sechs: Gutes Feedback ist ehrlich. Wenn du einen Fussel auf der Nase hast, dann willst du mit großer Wahrscheinlichkeit, dass dir das dein Gegenüber sagt.

00:12:55: Dr. Franziska Walther: Anstatt dich den ganzen Tag mit dem Fussel im Gesicht herumlaufen zu lassen. Gutes Feedback bedeutet nicht, um den heißen Brei herumzureden. Deshalb sind manche Menschen in einer besseren Position, gutes Feedback zu geben als andere. Menschen, die einen gewissen emotionalen Abstand zu dir haben, sind oft besser geeignet dafür. Für unsere Herzensmenschen kann es wirklich schwierig sein, gutes Feedback zu geben, denn sie wollen uns nicht verletzen.

00:13:21: Dr. Franziska Walther: Und außerdem sehen sie uns ja eh durch eine Brille ihrer eigenen Vorstellungen von uns. Einerseits kennen sie uns natürlich besonders gut. Sie kennen uns morgens vor dem ersten Kaffee und auch in Situationen, wo wir so ein bisschen die Contenance verloren haben. Aber gleichzeitig ist ihr Leben eben auch ganz stark mit unserem verbunden. Und das sorgt manchmal dafür, dass ihre eigenen Vorstellungen und Ziele und Ängste stark beeinflussen, wie sie uns wahrnehmen.

00:13:50: Dr. Franziska Walther: Hier mal ein Beispiel: Es kann für einen Partner schwer sein, zu sagen: Hey, ich sehe, dass du unbedingt zum Nordpol ziehen willst. Denn diese Aussage stellt ja das aktuelle gemeinsame Leben, das gerade eben nicht am Nordpol stattfindet, in Frage. Oder Eltern: Eltern sind zum Beispiel in vielen Fällen und spätestens ab dem Erwachsenenleben keine so guten Feedback-Geber. Denn natürlich sehen sie in dir das talentierteste und klügste und schönste Kind überhaupt.

00:14:21: Dr. Franziska Walther: Und es ist zwar charmant und liebenswert, aber in Feedback-Situation eben wenig hilfreich. Deshalb kann es helfen, sich ganz bewusst Raum für gutes Feedback zu schaffen, in dem du dich zum Beispiel regelmäßig mit Kolleg*innen in einer Gruppe triffst oder dir regelmäßig Feedback von Kolleg*innen abholst, denen du vertraust und wo du die Erfahrung gemacht hast, dass dir dieses Feedback hilft.

00:14:44: Dr. Franziska Walther: Oder eben in dem du die Portfolio-Akademie kommst. Dort bekommst du auch gutes Feedback. Und den Link dazu packe ich dir in die Shownotes. Also lass uns mal zusammenfassen: Gutes Feedback zu geben ist eine hohe Kunst, aber eben auch im gewissen Sinne überlebenswichtig. Denn nur über den Austausch und das Feedback von außen erleben wir uns wirklich. Ich hoffe, dass dir die heute vorgestellten Regeln auch helfen,

00:15:11: Dr. Franziska Walther: auch ein paar schlechte Feedbacks, die du in deinem Leben schon hören musstest, gehen zu lassen. Indem du sie identifizierst als das, was sie waren: als schlechtes Feedback. Als in Fakten verpackte Meinungsbilder, die du gern an dir vorbei rollen lassen darfst. Und deshalb jetzt zum Schluss mal die Frage an dich: Wann hast du das letzte Mal richtig gutes Feedback bekommen?

00:15:34: Dr. Franziska Walther: Also nicht im Sinne von: Oh wow, Herz, Herz, Herz, wie das so oft auf Instagram passiert. Sondern richtig gutes Feedback. Eine konkret formulierte ehrliche Meinung, die dich motiviert hat zu wachsen. Und wenn du davon gerne mehr hättest – wen kannst du darum bitten? Und damit wünsche ich dir alles Liebe. Ich bin gespannt, ob du jetzt mit einem anderen Blick auf Feedback schaust und ob du Lust hast, selbst gutes Feedback zu verteilen und zu bekommen.

00:16:02: Dr. Franziska Walther: Wir hören uns wieder nächste Woche. Ich freue mich auf dich. Bis dahin Tschüss.

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